Aktuelles

Sechs Ordensfrauen haben alles gegeben

Steyler Missionarinnen feiern Ordensjubiläen im Dreifaltigkeitskloster

Strahlende Gesichter sah man am Samstag überall, wo man hinblickte im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Sr. Hermina Roder feierte 65 -, Sr. Irmingilde Bücheler und Sr. Maria Söllner 60 -, Sr. Regina-Michaela Pracht und Sr. Lucia Reyering 50 – und  Sr. Luzia Schmuki 25-jähriges Ordensjubiläum.  Aus diesem Anlass waren Gäste aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz angereist. Die Feier begann mit einem Festgottesdienst in der Kapelle des Dreifaltigkeitsklosters. Hauptzelebrant war Pater Norbert Cuypers, Konzelebranten waren der Hausgeistliche Pfarrer Franz Scheffold, Stadtpfarrer Alexander Herrmann, Pater Siegfried Knaus,  Hausgeistlicher im Haus St. Hildegard in Oberdischingen, der an diesem Tag auch sein 50igjähriges Priesterjubiläum feierte,  Pater Herrmann und Pater Gregor.

Sr. Antonia Schmid begrüßte Jubilarinnen, Geistliche, Schwestern und Gäste auch  im Namen von Sr. Anna-Maria Kofler. Ein Zitat des Ordensheiligen P. Josef Freinademetz stellte sie über das Fest: „Die einzige Sprache die jeder versteht, ist die Sprache der Liebe“. Die Sprache der Liebe der Jubilarinnen hat im Herzen Gottes begonnen. Liebe ist die Bewegung hin zu tiefer Gemeinschaft untereinander und die Einladung anderer in diese Gemeinschaft hinein. In Argentinien, Äthiopien, Botswana, Ghana, Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Schwestern dies erlebt und gelebt. Sie haben der Einladung Gottes ein konkretes Herz und Gesicht gegeben, andere in diese Gemeinschaft eingeladen, egal welcher Nationalität und Sprache. Mit Vertrauen, Hingabe und Leidenschaft sind die Schwestern ihren Weg in Freude und Schmerz gegangen, so Sr. Antonia. „Ihr habt alles gegeben.“

In seiner Predigt verglich Pater Norbert Cuypers das Ordensleben mit dem Eheleben. In einer Beziehung gibt es Höhen und Tiefen und auch die Fragen ob sich das alles gelohnt hat. Die Schwestern die an diesem Tag Jubiläum feiern haben die Liebe ernst genommen. Fruchtbar wird das Leben erst, wenn wir bleiben, auch wenn es schwierig wird. Das Alltagskleid der Liebe ist die Treue, das Bleiben in der Beziehung zu Jesus. Doch Leben heißt auch Veränderung und so hat sich hoffentlich das Bild von Gott auch bei den Schwestern gewandelt, so der Geistliche.  Die Sprache der Liebe muss immer wieder neu ins Alltagsleben übersetzt werden.  Die Aufforderung Jesu an uns lautet: „fruchtbar sollt ihr sein und nicht ihr sollt leisten.  Als ehelose Ordensfrauen habt ihr Früchte hervorgebracht“.  So galt der Dank an diesem Tag der Treue Gottes zu den Schwestern und zu ihren Beziehungen. Pater Norbert schloss mit einem Gedicht von Andreas Knapp:

jünger werden

wer mein jünger sein will, der verleugne sich selbst und folge mir nach
jugendlich trunken
meinte ich alles zu gebenund dir egal wohin
lässig zu folgenalt und ernüchtert
möchte ich vor allem zugeben
egal wohin ich auch gestolpert bin
bist du mir unablässig nachgefolgt
1

Anschließend erneuerten die Jubilarinnen ihr  Ordensgelübde der Keuschheit, Armut und des Gehorsams, einer Weiterführung, Vertiefung und Konkretisierung des Tauf-versprechens. Für jede Schwester wurde am Licht der Osterkerze eine Kerze entzündet.

Ganz still wurde es in der Kapelle als von der Empore mit Gitarrenbegleitung die Vertonung des Freinademetz – Zitates erklang „Die einzige Sprache, die alle Menschen verstehen ist die Sprache der Liebe“ Es war eine berührende  Zusammenfassung des bisher Gehörten.

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Sr. Hildegard Ossege bei Pater Norbert und allen Konzelebranten, bei allen Anwesenden für ihr Kommen, dem Laupheimer Singkreis, der mit seinem Halleluja beinahe schon einen himmlischen Vorgeschmack gegeben habe und  P. Schölte an der Orgel. Allen wünschte sie einen sehr schönen  Tag, der seine Fortsetzung beim Feiern im Saal des Klosters fand.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck

Die Fülle Gottes mit allen Sinnen erfahren

Dreifaltigkeitskloster Laupheim hat zum Marien-Kräuterfest eingeladen

Es hat bereits Tradition, das Marienkräuterfest im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Zum fünften Mal haben die Schwestern eingeladen und viele, meist weibliche Besucherinnen sind der Einladung gefolgt. Das Fest begann mit einem gemeinsamen Mittagessen. Claudia Renz zauberte aus Brennnessel, Giersch und Melde einen leckeren Auflauf. So manche Teilnehmerin freute sich angesichts dieses Genusses auf die Fülle an Brennnesseln und Giersch im eigenen Garten. Beim anschließenden Programm, das unter anderem von den „Kräuterfreundinnen“, einer Gruppe ehrenamtlich im Kräutergarten arbeitender Frauen gestaltet wurde, konnte die Vielfalt der Kräuter erfahren werden. Getrocknete Kräuter aus dem Klostergarten konnten bei Sr. Hedwig Fischer in Kräuterkissen eingenäht werden. Eine andere Möglichkeit, die heilsame Wirkung zu erproben, war, Teemischungen für Magenverstimmung, Aufwachtee oder einfach nach Gefühl selbst zusammenzustellen. Ein selbst gemörserter Rosen-Lavendelzucker erfreute Auge und Gaumen. „Himmlische“ Düfte erfüllten den Saal, in dem mit ätherischen Ölen gearbeitet wurde. Selbstgebastelte Mooskugeln, und Mooskränze machten deutlich, mit wie Wenigem man wunderschöne Werke schaffen kann.  Bei der Führung durch den Kräutergarten erfuhren die Besucherinnen, dass viele Kräuter in früheren Zeiten immer auch eine symbolische Bedeutung hatten und nicht nur auf die Heilwirkung reduziert waren. So war z.B. die rote Rose ein Symbol für die Schmerzen Marias, die weiße Rose ein Symbol für ihre Unschuld.

Neue Angebote in diesem Jahr waren Kräutermärchen mit Sr. Annemarie Smaglinski, Beten mit Leib und Seele mit Sr. Dorothee Laufenberg und ein Workshop über die Bedeutung Marias im Leben der Menschen heute mit Sr. Bernadette Dunkel.

Zum Binden des Kräuterbüschels waren nochmals neue Besucher gekommen. Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck lud die Besucherinnen ein, beim Binden neben den klassischen Regeln wie Zahlen und Pflanzenarten, immer auch die symbolische Bedeutung der Pflanzen in den Blick zu nehmen. Mit Sorgfalt wählten die Besucherinnen aus einer Fülle an Kräutern aus dem Kräutergarten aus. Zu Beginn der Segnung wurden die Kräutersträuße des Vorjahres verbrannt. „Dies geschieht im Vertrauen darauf, dass Gott in jedem Jahr genug wachsen lässt und wir uns keine unnötigen Vorräte ansammeln sollen” erklärte Sr. Bernadette. Bei der anschließenden Segnung durch Sr. Bernadette Dunkel im Park des Klosters war die Freude und Dankbarkeit für die Fülle, die Gott schenkt spürbar.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck

Wann beginnt der Friede

Die Frage, wann der Friede beginnt, war der rote Faden beim ökumenischen Friedensgebet, das im August zum 30. Mal stattfand. Eingeladen hatte das Dreifaltigkeitskloster.  Sr. Lucia Reyering begrüßte die Gäste, indem sie Mutter Theresa zitierte: Beten nützt der ganzen Welt, denn Frieden beginnt zuhause und in unseren eigenen Herzen. Auch in dem anschließenden Lied „Wenn einer zu reden beginnt, da fängt der Frieden an“ gab es viele Beispiele, wann Frieden beginnt. Jochen Haase, ein Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises sprach in seinem Impuls darüber, dass es wichtig ist, dass Menschen  zusammenkommen, sich Zeit nehmen und Beten, wenn Menschen am Ende sind. Marga Hess und Ute Weiss beteten für alle Friedensarbeiter, dass diese die Hoffnung nicht verlässt.

Anschließend waren alle Gäste eingeladen im Park des Klosters miteinander ins Gespräch zu kommen was sehr gerne wahrgenommen wurde. Es war ein schöner Abend zum 30. Friedensgebet.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck

Singwochenende vom 21.-23.07.2017

im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim

Wie seit vielen Jahren war auch in diesem Jahr im Kloster Laupheim im Juli ein Singwochenende ausgeschrieben.

Unter der bewährten gesanglichen Leitung von Daniela Mainka und der spirituellen Leitung von Schwester Charlotte fanden sich weitere 10 Frauen, die an dieser Veranstaltung teilgenommen haben.

Da Schwester Charlotte im Oktober ins Mutterhaus in Steyl/Holland wechseln wird, war von vornherein klar: dies wird die letzte Veranstaltung dieser Art sein. Leider!!!!!!!

Und Daniela hatte aus diesem Grund an 2 Flipcharts aus jedem seither angebotenen Singwochenende das Mottolied gepinnt. Jede Teilnehmerin konnte sich aussuchen, welches ihr Lieblingslied ist, das dann nochmals erarbeitet wurde.

Sehr beliebt war der afrikanische Song „Siyahamba“, den wir flott immer wieder schmetterten.

Aber auch „Meine Zeit steht in deinen Händen“, „Geh unter der Gnade“, „Da ist ein Sehnen tief in uns“, „Sei behütet Tag und Nacht“ und viele andere Lieder fanden bei uns Gefallen.

Doch es wurden nicht nur bereits bekannte Lieder gesungen. Daniela hatte einige für uns neue Kompositionen dabei, die wir ein- zwei- oder dreistimmig erarbeitet haben.

Bereits am Freitagabend haben wir uns stimmlich schon ziemlich ins Zeug gelegt, war doch klar, dass Daniela am Samstagnachmittag und -abend nicht da sein würde. Sie hatte kurzfristig andere wichtige Verpflichtungen. Trotzdem ließ sie uns gesanglich nicht allein. Bereits am Samstagmorgen kam Maria Bautsch zu uns, die dann für die Zeit, in der Daniela nicht da sein konnte, die gesangliche Leitung sehr versiert übernahm.

Wir Frauen haben aber nicht nur gesungen, sondern auch getanzt. Unter Anleitung von Hildegard Frank konnten wir das Sitzfleisch immer wieder durch meditative Tänze entlasten.

Am Samstagabend zeigte uns Schwester Charlotte an Hand eines Videos ihre neue Wirkungsstätte. Das Klosterdorf Steyl sieht schon auch einladend aus!

Der Höhepunkt unseres Wochenendes war – wie immer – die Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst. Mit dem wunderschönen Kanon „Gloria, soli Deo“, der uns tempomäßig einiges abverlangte, begannen wir unseren gesanglichen Beitrag. Zum Sanktus ließen wir das Lied „Du bist heilig, du bringst Heil“ erklingen und zum Schluss sangen wir den sehr bewegenden Titel „Ich will dich segnen“. Der Refrain dieses Liedes „Ich will dich segnen, ich lass dich nie allein. Und allen, die dir begegnen, sollst du ein Segen sein“ brachte etwas Wehmut auf, im Hinblick auf den Umzug unserer geliebten Charlotte.

Der Sonntagvormittag nach Gottesdienst und Frühstück wurde uns dann richtig schwer. Der Abschied von Charlotte stand bevor und ließ so manche Stimme im Hals sehr eng werden. Das Lied „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss“ hatte plötzlich nur noch eine Strophe, mehr ging beim besten Willen nicht mehr!

Bei so viel Zuneigung wäre für Schwester Charlotte doch sehr überlegenswert, ob sie nicht einmal im Jahr ihrem künftigen Aufenthaltsort Steyl den Rücken kehrt und die Tradition des Singwochenendes in Laupheim aufrecht erhält. Es gäbe mit Sicherheit viele dankbare Teilnehmer.

Sonja Maurer-Baumgärtner

Eine Ikone entsteht in der Stille

In der Stille des Dreifaltigkeitsklosters haben sich fünf Frauen und ein Mann getroffen, um unter der Anleitung von Elena Filipescu eine Ikone zu schreiben.  Einige Teilnehmerinnen waren schon zum zweiten oder dritten Mal gekommen. Die weiteste Reise hatte eine Teilnehmerin aus Indien.

Der Tag begann mit einem Morgengebet in der Kapelle. Nachdem sich die Teilnehmenden aus gegebenen Vorlagen eine ausgewählt hatten, arbeiteten sie im Schweigen und in stiller Meditation. Frau Filipescu, Opernsängerin und Ikonografin, hat das Ikonenschreiben von ihrem Vater, einem orthodoxen  Priester gelernt. Sie führte in die Kunst des Ikonenschreibens ebenso ein, wie in die Technik des Farbenmischens. Auch unterstützte sie bei schwierigen Passagen, indem sie selbst Hand anlegte. Am Ende der Woche konnten alle Teilnehmenden Ihre Ikone in einem feierlichen Gottesdienst segnen lassen. Es war eine intensive Woche und für einige sicher nicht ihre letzte Ikone, die sie geschrieben haben.

Text und Fotos: Gerlinde Wruck

Ein Traumland entdecken – Bolivien

„…Vergiss nicht, wieviel du weintest
und wieviel du lachtest
In deinem Bolivien.“

Dieses Gedicht habe ich vor mittlerweile am Ende meines MaZ Einsatzes in Sopachuy geschrieben. Ein bisschen der Freude und der Gefühle in einem anderen Land durfte ich im Mai diesen Jahres an eine Gruppe Mädchen weitergeben.
Diese vier Mädchen waren nämlich der Einladung des Gerufen ins Leben Programmes der Steyler Missionsschwestern nach Laupheim gefolgt, um ein Traumland zu entdecken.

Intensiv beschäftigten wir uns an diesem Wochenende mit dem Land Bolvien, wir stellten uns unter anderem die Fragen:

  • Wie leben die Erwachsenen und Kinder dort?
  • Was essen die Erwachsenen und Kinder dort?
  • Was lernen die Kinder dort in der Schule?
  • Was machen die Kinder in ihrer Freizeit?

Letztendlich wurde uns dann bewusst, dass obwohl die Mädchen in Deutschland und die Kinder in Bolivien ein ganzer Ozean trennt die eigentlichen Unterschiede gar nicht groß sind.

Nach einem gemütlichen Abend, den wir mit Tanzen und Austausch verbrachten, beschäftigten wir uns am Sonntag intensiv mit der Verheißung Gottes an Mose, der im Versprach sein Land in ein Volk zu führen, in dem „Milch und Honig fließe“.
So malten sich die Mädchen ihr Traumland und die dort herrschenden gesellschaftlichen und politischen Umstände in bunten Farben aus.

Ein ganz großer Dank geht an die Schwesterngemeinschaft in Laupheim, die uns schöne Momente des Gespräches und Austausch, trotz Lernstress auf Seiten der Mädchen ermöglicht haben.

Das nächste Teenie Wochenende für Mädchen in Laupheim findet am Dezember unter dem motto „Voll Stark“ statt.

Felicitas Burs

 

Was ist der “Erfahrbare Atem”

Oasentag mit Hildegard Jocham

Der Erfahrbare Atem nach Prof. Ilse Middendorf ist ein Weg, den eigenen Atem zu entdecken und seinen ursprünglichen, natürlichen Rhythmus kennenzulernen. Die Methode des Erfahrbaren Atems ermöglicht es, die integrierende sanfte Kraft und Dynamik des Atems wirksam werden zu lassen. In der Balance zwischen Hingabe und Achtsamkeit werden die Fähigkeiten entwickelt und gestärkt, sich zu sich selber zu sammeln, den Atem in seiner Bewegung und Qualität zuzulassen und die eigene Leiblichkeit durchlässig und lebendig zu empfinden. Den “Atem zulassen” meint:”Ich lasse meinen Atem kommen, lasse ihn gehen und warte bis er von selbst wiederkommt” (I.Middendorf) Der Atem ist der Schrittmacher unseres Lebens. Er reagiert wie ein Seismograph auf alle unsere Empfindungen und Stimmungen. Mit seiner Bewegung durchdringt er den ganzen Körper. Seine ordnende Kraft wirkt heilend und mobilisierend. Die Selbstheilungskräfte werden gestärkt, Freude,Wohlspannung,Gelassenheit, Frische, Beweglichkeit, Mut und Gottvertrauen erwachen.

Die Atemarbeit habe ich mit der Betrachtung unserer Hände begonnen, Sie sind unser Werkzeug um die Atembewegung zu ertasten und zu begreifen.

Mit lebendigen Händen erkunden und streichen wir den Leib aus.

Das gute Sitzen wird erfahren. So lassen wir den Atem kommen und gehen und warten, bis er von selbst wieder kommt. Wir besuchen uns selber, in unserem inneren Schatzkästchen. Bin ich es der atmet, ist es mein Atem, atmet ES mich?

Im Ausschwingen lauschen wir:”Wie ist meine Stimmung, was machen meine Gedanken…….”

Mit dynamischen Anregungsübungen, erfahren wir den Atem, der nicht aus unserem Willen entsteht, sondern aus der Bewegung heraus uns erkraftet und bewegt.

Es werden die drei Atemräume erkundet, mit den verschiedensten Körper und Wahrnehmungsübungen. Immer helfen uns unsere beiden Hände, sind sie doch des lieben Gottes Meisterstück.

Wir üben bis 12 Uhr, dann wartet ein wunderbares Mittagessen auf uns.

Nach einer kurzen Pause beginnen wir wieder mit dem Üben.

Dieses Mal auf dem Boden liegend. Wie liege ich? Gibt es Zonen in meinem Rücken, die mir weh tun? Kann, darf ich mich von der Erde tragen lassen ist das Thema.

Ganz feine weiche Bewegungen locken die Atembewegung in uns. Wir üben verschiedene Bewegungen sanft, weich, nachgiebig. Das Lauschen wann kommt mein Einatem, wann atme ich aus, habe ich eine Atempause, ist wichtig für alle Übungen.

Um 15.30 Uhr haben alle Freude an einer Kaffeepause mit prima Kuchen.

Die Wirbelsäule ist nach der Pause unser Übungsfeld. Sie trägt unseren schweren Kopf, ca. 5,8 Kg. Geschmeidig und nachgiebig behandeln wir unsere Wirbelsäule in Partnerarbeit.

Wir erfahren, wie wohltuend und wohlwollend die Hände unseres Partners wirken. Das Berührung wunderbar sein kann, erfahren wir im Rückengespräch.

Die kleinen Schritte beenden die “Atempause für die Seele” mit unserer Rose: Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir geschaffen hast, Du bist zeitlebens für deine Rose verantwortlich. S.Exupéry

Schwester Bernadette hat ein wunderschönes Lied mitgebracht, dass wir alle zusammen singen, im Anschluss folgt die Vesper. Das war der Riegel am Abend, der mit dem Segen endet.

Um 17 Uhr räumen wir auf und verabschieden uns warm und herzlichst.

Wir danken Schw. Bernadette für die schönen Texte und ihre Anwesenheit.

Ebenso danken wir der Küche für das leckere Essen.

Text und Fotos Hildegard Jocham

Heiliger Geist braust mit 100km/h durchs Kloster

Bewegung in vielerlei Gestalt erwartete die Besucher, die der Einladung zum Pfingstfest für Groß und Klein ins Dreifaltigkeitskloster nach Laupheim gefolgt waren. Beim Mittagessensbüffet konnte man sich zu und zwischen den Gerichten aus der ganzen Welt bewegen. Schwestern und Mitarbeiterinnen des Klosters hatten aus ihren Missions-  und Heimatländern ein köstliches Büffet vorbereitet.

Beim anschließenden Programm mit dem Thema „Pfingstgeist überWindet Grenzen“ konnten die Gäste zwischen vielfältigen Angeboten wählen. Sr. Lucia Reyering berichtete über ihre Arbeit in Afrika, Sr. Gabriella Nahak stellte ihre Heimatinsel Timor vor und Sr. Hedwig Fischer sprach über ihren Missionseinsatz  in den Bergen der Philippinen und bei den Ärmsten auf den Müllhalden Manilas.

Oberin Sr. Hildegard Ossege brachte den Besuchern den Pfingstgeist über eine Meditation des Dreifaltigkeitsmosaiks in der Kapelle näher, das von einer Steyler Missionsschwester gestaltet worden ist. Die Kapelle konnte auch anhand einer Führung mit von Sr. Lucia Reyering vorbereiteten Texte erkundet werden. Bewegung ins Gebetsleben brachte Sr. Dorothee Laufenberg mit ihrem Angebot  „Beten mit Leib und Seele“.  Spannend war ein Film mit anschließendem Gespräch, den Sr. Bernadette Dunkel zeigte, in dem Jugendliche in einer vom Krieg zerstörten Stadt den heiligen Geist suchen.

Die Kinder und Jugendlichen im Kloster kamen bei der von Sr. Petra Lioba Rimmele vorbereiteten Klosterrallye im ganzen Kloster herum und hatten viel Spaß beim Erkunden und Lösen der  Aufgaben. Am Ende wussten sie Bescheid über die Steyler Missionarinnen und das Dreifaltigkeitskloster. Zur Belohnung gab es ein Eis!  Clownin „Wilhelmina vom Schönberg“ alias Sr. Bernadette Dunkel faszinierte die kleinen Besucher, als sie sich im Flötenspiel versuchte. Mit Begeisterung und rascher Auffassungsgabe waren die Kinder bei der Sache, die sich bei Sr. Gabriellas Trommel-Workshop einfanden.

Viel Freude bereitete die von Sr. Waldemaris Rössle und Sr. Mariana Bornschlägl vorbereitete Tombola, bei der jedes Los gewann und es wunderschöne Preise zu gewinnen gab.

Sehr aktuell war die Schlussandacht, bei der es um Grenzen und Mauern ging, die Menschen errichten. Ute Weiss und Marga Hess bauten gemeinsam mit Männern, Frauen, Kindern, Jungen und Alten eine Mauer aus „Steinen“ der Wut, Enttäuschung, Angst und vielen anderen auf. Ein Versuch der Kinder, die Mauer mit dem eigenen Atem umzupusten, schlug fehl. Verheißungsvolles Brummen vor der Tür ließ Hilfe erahnen. Die Tür öffnete sich und Sr. Hildegard Ossege ließ die Mauer vor den Augen der begeisterten Zuschauer mithilfe eines Laubsaugers einstürzen.

Sr. Dorothee Laufenberg sprach in ihrem Impuls davon, dass Gott Türen liebt und er sich im Handeln jedes Jüngers und jeder Jüngerin zeigt. In der Liebe überwindet er Grenzen.

Text + Fotos Gerlinde Wruck

 

Wermut ist für alles gut“

Hildegard-Frauenfrühstück im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim

„Grün“  war der erste Eindruck, den die Frauen hatten, die zum zweiten Frauenfrühstück, immer am ersten Samstag im Monat, ins Kloster gekommen waren. Passend zum Wermut, der Pflanze, die für Hildegard von Bingen im Mai eine wichtige Rolle spielt, war der Raum geschmückt. Viele waren schon beim ersten Mal dabei und hatten nun Freundinnen, Töchter oder die Mutter mitgebracht. Aber auch neue Gesichter waren zu entdecken.

Die Viriditas, die „Grünkraft“, bildete die Grundlage für den Impuls von Sr. Mariana Bornschlägl. Nach einem kurzen Überblick über die Lebensstationen Hildegards und einer Einführung in die Bedeutung der Grünkraft auch für das geistige Leben, konnten die Teilnehmerinnen in einer Meditation mit Worten und Kompositionen Hildegards diese Gedanken verinnerlichen.

Viel Anerkennung gab es wieder für die leckeren, selbstgebackenen Dinkelbrote von Claudia Renz, die sich dieses Mal zusätzlich an einem Dinkelzopf versucht hatte, der ebenfalls großen Anklang fand. Für großes Erstaunen sorgte bei den neuen Teilnehmerinnen die Erfahrung, „dass Dinkelkaffee so gut schmecken kann“.

Die Wahrheit des alten Volksspruches „Wermut ist für alles gut“ erläuterte Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck. Hildegard von Bingen beschreibt den Wermut in ihrem Werk „Physica“ als „Meister über alle Erschöpfungszustände im Menschen.., er wärmt den Magen und reinigt die Eingeweide und bereitet eine gute Verdauung.“ Eine Kostprobe des bekannten Wermut-Tranks, auch Maitrunk oder Maikur genannt, bekamen die Teilnehmerinnen samt Rezept mit nachhause um den Wahrheitsgehalt prüfen zu können. Das in Künstlerkreisen des 19. und 20. Jahrhunderts beliebte Modegetränk Absinth konnte als Digestiv verkostet werden, hergestellt mit Kräutern aus dem Kräutergarten.

Sr. Mariana Bornschlägl sprach noch ein Gebet zum Abschluss und die Frauen verabschiedeten sich in Vorfreude auf das nächste Frühstück im Juni.

Text und Fotos Gerlinde Wruck

 

 

„Wie krank ist unsere Welt?“

Friedensgebet im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim

Über 70 Menschen  sind am ersten Donnerstag des Monats im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim zusammengekommen um für den Frieden in der Welt zu beten. Sr. Lucia Reyering drückte bei der Begrüßung der Gäste ihre Freude darüber aus, dass alle gekommen waren, trotz manch anstrengendem Alltag, um an diesem Abend gemeinsam um den österlichen Frieden zu beten.

Ute Weiss und Anne Gröner, zwei Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises, der das Friedensgebet jeden Monat vorbereitet, fragten dann in ihrem Impuls „Wie krank ist unsere Welt?“ und verdeutlichten dies anhand von Zeitungsartikeln über das Attentat auf den Mannschaftsbus des BVB Dortmund und den Bundeswehrsoldaten mit gefälschter Flüchtlingsidentität. Die Heilung für die Krankheit der Welt kann Jesus sein, der von der alten Kirche Arzt und Heiler genannt wurde. Sein nachösterlicher Gruß war stets „Friede sei mit Euch“. Er ging durch verriegelte Türen mitten in die Angst der Jünger. Nur er macht fortlaufend Friedensangebote.  Und wie die Jünger gespürt haben, dass Gemeinschaft stärkt, möchte Jesus uns stärken mit einem Frieden der unsere Herzen Ruhe findet lässt.

Nach dem von Oberin, Sr. Hildegard Ossege gesprochenen Schlussgebet ließen die Gäste das Gebet nachklingen und verweilten anschließend noch beim Gespräch miteinander.

Text und Fotos Gerlinde Wruck

 

 

Besinnungs-Wochenende für Frauen im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

„Was uns leben lässt“ – Unter diesem Motto stand das diesjährige Frauen-Treffen vom 10. – 12.03. im Dreifaltigkeitskloster Laupheim. Aus ihrer oberschwäbischen Heimat, aber auch vom Remstal und Schwarzwald, von Neckar und Bodensee folgten die Frauen wieder gerne der Einladung von Schwester Charlotte, gemeinsam mit ihr und Pfarrer Klappenecker aus Waiblingen ein besinnliches Wochenende in klösterlicher Ruhe und Geborgenheit zu verbringen.

Nach herzlicher Begrüßung und einem gemeinsamen Abendessen fanden sich die Frauen am Freitagabend zum ersten Austausch des Themas .

Der Samstag begann mit Bibel teilen und meditieren von Schrifttexten. Die Gespräche waren geprägt von großer Offenheit und gegenseitiger Achtung,  manchmal auch von Betroffenheit, wurden doch viele persönliche Schicksale sichtbar, die von den Frauen tapfer gemeistert wurden.  So tat es gut, in vertrauter Runde seine Anliegen, Gedanken, Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen. In Kleingruppen wurden die Beiträge erarbeitet und gemeinsam mit Pfarrer Klappenecker und Schwester Charlotte mit den Lesungen und Übersetzungen der Bibel zusammengebracht.

Der Nachmittag stand ganz unter den Zeichen Atemholen, Bewegen, Ruhe und Erholung, je nachdem welche Bedürfnisse die Frauen in den Vordergrund rückten. Beim Wandern rund ums Kloster entstanden intensive Begegnungen und Gespräche, und Pfarrer Klappenecker bot seine seelsorgerlichen Dienste an für persönliche Gespräche und Beichte. Wer wollte, konnte sich zurückziehen in die Stille seines Zimmers. Entspannungsübungen und Tänze waren im Angebot von Hildegard Frank aus Hohentengen, – sie steckte alle an mit ihrer Begeisterung für die meditativen Tänze um die mit Tüchern, Naturmaterialien, Kerzen und den ersten Frühlingsboten wunderschön gestaltete Mitte.

Nach dem Abendessen trafen sich alle zum frohen Beisammensein.  Anekdoten aus Pfarrers langem priesterlichem Wirken, Geschichtle aus Schwester Charlottes ereignisreichem Klosterleben und aus ihrer Heimat wechselten sich ab mit heiteren Vorträgen der Frauen. Sehr gut waren noch aus früheren Wochenenden die lustigen Sketche und Gesellschaftsspiele in Erinnerung.

Der Sonntagmorgen war ausgefüllt mit abschließenden Impulsen und Austausch zum Thema  „Was uns leben lässt“ und mündete in einen gemeinsamen Gottesdienst. Dort konnte jede Teilnehmerin nochmals ihre Wünsche und Hoffnungen in den Fürbitten vor Gott bringen.  Auch der Frauen wurde gedacht, die oft bei den Wochenenden teilgenommen hatten und bereits verstorben sind.

Die Lieder und Tänze, vor allem das getanzte „Vaterunser“ in der Messe, waren wieder bewegende Momente und bildeten einen schönen Abschluss der Besinnungstage,  bevor sich alle nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten.

Dieser Abschied fiel etwas wehmütig aus, hatte doch Schwester Charlotte eröffnet, dass sie im Oktober 2017 ins niederländische Steyl  wechselt,  um sich als „Dienerin des Heiligen Geistes“ im  Mutterhaus der Steyler Schwestern nochmals einer neuen Aufgabe zu widmen.

Dankbar erinnerte sie an die vielen Besinnungs-Wochenenden für Frauen, insgesamt 60, die seit 1983 unter ihrer Leitung sowohl im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim als auch im St. Theresienheim in Eriskirch-Moos am Bodensee stattfanden, davon 35 in gutem partnerschaftlichen Miteinander von Pfarrer Klappenecker, der sich im Kreis der Frauen immer sehr wohl gefühlt hat.

Und was wären die Wochenenden gewesen ohne die meditativen Tänze unter der bewährten Leitung von Hildegard Frank?

In den Abschiedsschmerz mischte sich ein wenig Hoffnung, sich irgendwo einmal wiederzusehen zwischen Oberschwaben, Allgäu und Steyl. So getröstet ging jede Teilnehmerin wieder zurück in ihren Alltag, gestärkt durch die gesegneten Tage im Kloster.

Herzlichen Dank Dir, Schwester Charlotte, für alle religiösen, meditativen und humorvollen Elemente, die Du uns vorgelebt hast. Wie wohl tat es, frühmorgens  von Deiner glockenhellen Stimme mit Gitarrenbegleitung geweckt zu werden. Das  oberschwäbische „‘schuggerle“ vor dem Frühstück mit Gebet, Gesang und Tanz bleibt uns ebenso in Erinnerung wie Dein typischer Ausspruch „So, des wär jetzt au g‘schwätzt“! Dein offenes und engagiertes Wesen sprach uns alle an.

„Alles hat seine Zeit“ – Auch das war einmal Thema eines Besinnungswochenendes.
Erinnerung und Dankbarkeit ist das, was nun bleibt. Viele Bilder ziehen vorüber und lassen uns dankbar zurückschauen auf einen schönen, langen, gemeinsamen Weg.

Alle unsere guten Wünsche und vor allem Gottes Segen sollen Dich begleiten auf Deinem Weg in die Zukunft – „Was uns leben lässt“.

Margret Harter

Veilchen gegen Arbeitsunlust
Erstes Hildegard-Frauenfrühstück im Dreifaltigkeitskloster

Erwartungsvoll waren am Samstag, 1. April, die Frauen, die der Einladung der Steyler Missionarinnen zum ersten Hildegard-Frauenfrühstück gefolgt waren. Immer am ersten Samstag eines Monats gibt es in Zukunft die Möglichkeit, mit spirituellen und heilkräuterkundigen Impulsen bewusst den Monat zu beginnen. Diese bilden den Rahmen um ein leckeres Frühstück, das sich an den Speise-Empfehlungen der Heiligen ebenso orientiert wie an der Pflanze, die im jeweiligen Monat geerntet werden kann.
Am vergangenen Samstag begrüßte Sr. Mariana Bornschlägl zunächst die Gäste und stellte Hildegard von Bingen als beeindruckende, vielseitig begabte Theologin, Ärztin, Kirchenlehrerin, Komponistin und Heilige vor. In einem „Gespräch mit der heiligen Hildegard“ konnten die Teilnehmerinnen tief eintauchen in ihre Schöpfungsgedanken und Bildersprache. Beim anschließenden Frühstück gab es Dinkel in allen Variationen, der nach Hildegard von Bingen das Gemüt froh macht. So konnten die Frauen wählen zwischen drei verschiedenen selbstgebackenen Dinkelbroten, Dinkelaufstrich, Quark mit Dinkelsprossen, Veilchenquark und dem berühmten Habermus, das aus Dinkelschrot oder Dinkelflocken gekocht wird. Selbst der Kaffee, der allen ausgezeichnet schmeckte, war aus Dinkelkörnern.
An das Frühstück anschließend stellte Bildungsreferentin und Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck das Veilchen vor, das bei Hildegard eine wichtige Heilpflanze ist. Es gab Informationen zum Aussehen und der Verwendung in der Naturheilkunde, unter anderem zur bekannten Veilchensalbe. Große Heiterkeit verursachte ein Rezept für ein Veilchen-Elixier, das unter anderem bei Arbeitsunlust Abhilfe schaffen soll. Und damit der eigenen Beschäftigung mit dem Veilchen nichts im Weg steht, konnten die Frauen gleich eine Pflanze mit nachhause nehmen.

Text: Gerlinde Wruck

 

Visionen leben – Dürres Land wird blühen –
Von der verwandelnden Kraft der Gegenwart Gottes

Oasentag am Aschermittwoch im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Raus aus dem Alltag, einen Tag der Besinnung erleben, die Fastenzeit bewusst beginnen – vielfältig waren die Gründe der Frauen, weshalb sie sich zum Oasentag angemeldet hatten. Allen gemeinsam war die Offenheit, mit der sie sich auf das Thema einließen. Nach der Begrüßung durch Oberin Sr. Hildegard Ossege überlegte Sr. Bernadette Dunkel mit den Teilnehmerinnen, was uns im Alltag abhält, unsere Visionen zuzulassen. Beim anschließenden Referat von Bildungsreferentin Gerlinde Wruck über die Visionen Hildegard von Bingens und Bruder Klaus‘ wurde deutlich, wie unterschiedlich Menschen auf Visionen reagieren und welche Kraft sie bei den Heiligen entfacht haben, als sie sie annahmen.
Die eigenen Visionen erblühen ließen die Teilnehmerinnen, als sie ihre Sehnsüchte auf Papierblumen schrieben und diese dann in Wasserschalen zum aufgehen brachten.
Nachmittags wurde am Beispiel Abrahams sowie bekannter Visionäre der näheren Vergangenheit und der Gegenwart weiterüberlegt, was der „Regen“ für die Umsetzung der Visionen bei den bekannten Visionären ist, aber auch wo die einzelnen Frauen ihre Kraftquellen haben. Auf „Regentropfen“ notiert, wurde die bisher „dürre“ Mitte bewässert. Und nach einer Stärkung mit der typischen oberschwäbischen Fastenbrezel formten die Frauen ein Gefäß, in das sie in der kommenden Fastenzeit für sie wichtige Dinge sammeln können.
Die Zeit bis zur Messe verbrachten die Frauen entweder in Stille oder beim meditativen Tanz mit Sr. Bernadette Dunkel.

Text: Gerlinde Wruck

Glaube und Politik gehören zusammen
Ilga Ahrens referierte im Dreifaltigkeitskloster über Hildegard Burjan

Soziales Engagement mit Spiritualität zu verbinden, das war eine Idee, die Ilga Ahrens bei ihrer ersten Begegnung mit Hildegard Burjan im Internet, begeisterte. Ein zweites war deren Gründung einer Gemeinschaft der verschiedene Lebensformen angehören.
Als Assoziierte der Steyler Missiosschwestern hat auch Ilga Ahrens sich enger mit einem Orden verbunden mit dem sie seit 35 Jahren auf dem Weg ist, wie Oberin Sr. Hildegard Ossege bei Ihrer Begrüßung erklärte.
Welch außergewöhnliche Frau Hildegard Burjan war, wurde schon in der Einstiegsrunde deutlich. In ihr vereinten sich die Grande Dame des Wiener Großbürgertums, die konvertierte, jüdische Katholikin, die spirituell suchende, selbstbewusste Frauenrechtlerin, die hochgebildete Philosophin und die Parlamentarierin im Fachbereich Soziales. Wenn diese Frauen jeweils einzelne Personen wären und ein gemeinsames Projekt aufstellen sollten, wäre dies sicher schwierig. Aber Spannung kann zerreißen oder eine Brücke bilden, so die Referentin.
Bereits als Kind jüdischer Eltern fühlte Hildegard Burjan sich zum Gebet christlicher Nonnen hingezogen. Während des Germanistik- und Philosophie-Studiums in der Schweiz erkannte sie, dass ethische Vollkommenheit ohne Glauben an Gott nicht möglich ist. Nach einer schlimmen Nierenerkrankung, bei der die Ärzte sie bereits aufgegeben hatten, war sie am Ostermorgen praktisch geheilt. Die Pflege und Hoffnung der Schwestern des Hedwig-Krankenhauses, in dem sie während dieser Zeit lag, war für sie die Wende. Sie wollte nun getauft werden, bekam 2 Jesuiten an ihre Seite und da sie schon viel wusste, ging es auch sehr schnell.
Mit ihrem Mann, den sie während des Studiums kennengelernt hatte und nun eine Stelle als „Manager“ antrat, ging es zurück nach Wien, in dem es keinerlei Sozialgesetzgebung gab. Schon damals vertrat sie die Ansicht, dass der Mensch keine Almosen, sondern seine Würde bekommen soll. „Ich bin jemand und ich kann etwas“.
Ihr Mann lässt sich taufen. Sie wird schwanger, bekommt das Kind trotz großer Gefahr für Leib und Leben. Die Erziehung gestaltet sich jedoch nicht in Hildegard Burjans Sinn, sodass sie später sagt: „an Lisa habe ich versagt“.
Ihr großes Haus in Wien ermöglicht ihr viele Leute ins Boot zu holen, und so reicht ihr Engagement vom Fundraising bis zur Strukturarbeit. Sie geht zu den Heimarbeiterinnen und den Hausangestellten, die die höchste Selbstmordrate hatten.
Sie stellte einen Forderungskatalog an die Politik auf, fragte aber auch in ihren Kreisen nach, ob die wohlhabenden Frauen mit ihrem Kaufverhalten auch verantwortlich waren, dass Kaufleute die Heimarbeitsfrauen unter Druck setzten, damit sie billiger produzierten. Sie gründet einen Frauenverein und sorgt für fairen Materialhandel.
Trotz dieses großen Engagements fühlte sie sich auch sehr dem kontemplativen Gebet zugezogen. Sie hatte ihr Brevier überall dabei.
Das volle Interesse für Politik gehört aber zum christlichen Engagement und so war es keine Überraschung, dass sie Abgeordnete und einzige Frau, der christ-sozialen Partei wurde. Ihre sehr integrative, immer auf der Sachebene bleibende Arbeit, die sie auch zur Zusammenarbeit mit Frauen der Sozialdemokratie führte, wurde ihr von kirchlicher Seite angelastet. Als der Antisemitismus stärker und der Fraktionszwang bindend wird, lässt sie sich nicht mehr aufstellen.
1919 gründet sie mit Unterstützung von Prälat Ignaz Seipel in Wien eine Schwesterngemeinschaft und wird als Oberin gewählt, blieb aber auch weiterhin Ehefrau. Sie wollte etwas Zeitangemessenes schaffen. Es ist eine Mischung aus geistlicher Gemeinschaft und “Säkularinstitut”. Sie hat beide Bereiche genützt. Die Schwesterngemeinschaft lebte gemeinschaftlich. Die soziale Arbeit hatte aber Vorrang. Die Arbeit am Menschen ist auch Spiritualität und das Gebet kann verrichtet werden, wenn Zeit dafür ist. Es gab Gründungen in Berlin, München und der Tschechoslowakei. Die Gemeinschaft hatte großen Zulauf.
Grundlegend für die Arbeit waren zwei Fragen: Was ist jetzt dran? Das heißt, man legt sich nicht auf eine Form der Arbeit fest, z.B. nur Krankenpflege, oder nur Altenarbeit. Die andere Frage lautet: Welche Leute haben wir? Dafür nahm sich Hildegard Burjan intensiv Zeit um herauszuspüren, was das Talent ihrer Schwestern war.
1933 stirbt sie mit 50 Jahren.
In einer Murmelrunde tauschten sich die Anwesenden anschließend aus.
Hildegard Burjan hat zu ihrer Zeit Themen angesprochen und bearbeitet, die noch heute hochaktuell sind: Flüchtlingsarbeit, Fairhandel, Solidarität mit den Unterdrückten und Schwachen. Es gibt viele Möglichkeiten für die Einzelne politisch aktiv zu werden, sei es bei Unterschriftenaktionen, Demonstrationen, Friedensgebeten, 1. Mai-Demonstrationen gegen rechts. Soziales Engagement ist vielfältig möglich, unter anderem bei Caritas oder Amnesty international, auch im Gemeinderat oder bei Wahlversammlungen können Fragen nach sozialem Engagement gestellt werden.
Ilga Ahrens beschloss den hochinteressanten und bereichernden Abend mit den Worten:
„Fromm sein und politisch zu sein gehören zusammen!”

Gerlinde Wruck


Mitfeier der weihnachtlichen Festzeit im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Die Zeit vom 23. – 29.12.2016 verbrachte ich wie bereits in den vergangen Jahren wieder als Gast im Kloster. Thema des diesjährigen Aufenthalts war: „Ein Kind ist uns geboren….“.

Bei meiner Ankunft erfuhr ich, dass einige Schwestern aus der Schweiz gekommen waren und beim Anblick des festliche geschmückten Hauses erhöhte sich die Vorfreude auf die Weihnachtstage.

Nach dem Abendessen wurden wir begrüßt und sangen Weihnachtslieder. In der Vorstellrunde lernten sich die Teilnehmerinnen kennen. Dabei wurden die Gäste, die zum ersten Mal dabei waren, im Kreis unserer „Weihnachtsfamilie“ herzlich aufgenommen. Schwester Hildegard gab uns eine Vorschau auf das Programm und den Ablauf der kommenden Tage sowie die Möglichkeit, unsere Erwartungen zu äußern. Auch bot sie einen Rundgang durch das Haus an.

Nach dem Abschluss in der gemeinsamen Runde erwarteten wir Heiligabend, der mit einem Impuls für den Tag begann. Durch die Abbildung der Krippenfiguren aus der Kapelle, deren Figuren aus einer Oberammergauer Holzbildhauerei stammen, hatten wir Maria, Josef und das Jesuskind vor Augen. Im gemeinsamen Gespräch tauschten wir unsere Eindrücke bei der Betrachtung der dargestellten Personen aus. Anschließend bestand die Möglichkeit zum Beichtgespräch.

Die Einstimmung auf Heiligabend im Atrium des Hauses gestalteten die Schwestern mit einer Erzählung von 3 Bäumen und ihren Wunschvorstellungen. So rückt die Zeit der Christmette rasch näher, zu der auch zahlreiche Laupheimer Bewohner gekommen waren. Mit der Hausgemeinschaft der Schwestern klang der Abend beim Singen der Weihnachtslieder aus.

Am 25. Dezember machte sich ein Teil von uns auf, in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Laupheim Eucharistie mit einer Orchestermesse zu feiern. Beim Fernsehen empfingen wir danach den päpstlichen Segen Urbi et Orbi.
Auch Weihnachten ohne Schnee war geeignet für einen ausgiebigen Spaziergang nach dem Mittagessen und nach dem Vespergottesdienst und dem Abendessen saßen wir in trauter Runde beisammen.

Der zweite Weihnachtstag stand mit dem Martyrium des heiligen Stephanus in Kontrast zum freudigen Weihnachtsgeschehen. Doch damit wurde uns bewusst, dass Nachfolge für Christen auch mit Leid und Verfolgung verknüpft ist. Die Aufforderung, uns als Christen nicht herauszuhalten, sondern uns einzubringen, erleichtert uns die Gewissheit, dass Gott für uns da ist. So nehmen wir die Gedanken der Predigten als Anlass zur Reflexion.
Mit Weihnachtsgeschichten, Mandala malen oder gemeinsamen Spiel verging die Zeit im Nu.

Interessant waren besonders für die „Neuen“ die Filme über die Steyler Missionarinnen „Es begann an der Maas“ sowie über die Anbetungsschwestern, die ihr Leben in kontemplativer Abgeschiedenheit verbringen und das tätige Wirken ihrer Mitschwestern in der ganzen Welt mit ihrem Gebet unterstützen.
Auch durch das Meditieren von Schrifttexten und der Laudes in der Kapelle gestalteten sich die weiteren Vormittage sehr besinnlich, während nachmittags unter der Anleitung von Dagmar Blumenthal wunderschöne Seidentücher entstanden und so die eigene Kreativität zur Entfaltung kam. Schwester Hedwig gab uns bei der Herstellung von Kräuterkissen, Gewürzsternen und Lebkuchenmännern wertvolle Tipps. Beim meditativen Tanzen zeigte uns Schwester Gabriella auch einen Tanz aus ihrer indonesischen Heimat.

Viel zu schnell war die Zeit auch dieses Mal vergangen. Noch einmal saßen wir nach dem Rückblick auf die gemeinsam verbrachten Tage in gemütlicher Runde mit heiteren Beiträgen beisammen, dann begann nach dem Frühstück am nächsten Tag die Heimreise.
Einige äußerten den Wunsch, auch im nächsten Jahr wieder zu kommen und mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten wird uns von den Schwestern, die uns so liebevoll begleiteten hatten sowie vom Küchenteam, das uns mit leckeren Speisen verwöhnte.

Die wertvollen Eindrücke unseres Aufenthaltes sowie die Kraft, die wir durch die Zeiten der Stille und die Begegnung in der Gemeinschaft gewonnen haben, begleiten uns auf unserem Weg nach Hause.

Christa Dollmann, Mannheim

Adventskaffee im Kloster
Am Freitag, 2. Dezember hat das Dreifaltigkeitskloster in Laupheim zum Adventskaffee mit Basar eingeladen. Der Nachmittag begann mit einem Impuls zur Adventszeit von Sr. Mariana Bornschlägl. Anschließend gab es Gelegenheit leckeren Dinkelkuchen, Dinkelkaffee und Klostertee zu genießen. So manche Schwester schaute zum Kaffee trinken vorbei und auch Oberin Schwester Hildegard war gekommen. Viele Gäste nützten die Möglichkeit, Geschenke für die Adventszeit zu erwerben. So hatte Sr. Waldemaris Rössle einen Missionsbasar aufgebaut und Sr. Christa Sun Scherenschnitt-Postkarten vorbereitet. Sr. Gabriella Nahak hat verschiedene Adventsgestecke gemacht, Sr. Roslinda Hörbrand nähte Puppen, Sr. Hedwig-Maria Fischer hatte Kräuterkissen genäht und mit Kräutern aus dem Kräutergarten gefüllt, Sr. Mariana Bornschlägl hatte Dinkel-Energiekekse gebacken und Kräuterfrau Gerlinde Wruck bot Kräuterprodukte an.
Sr. Mariana Bornschlägl informierte die Gäste über den Stand des geplanten neuen Hildegard-Kräutergartens, der 2017 verwirklicht werden soll. Der Erlös des Basars ist für den geplanten Hildegard-Kräutergarten bestimmt.

Gerlinde Wruck

Wochenende mit meditativem Tanz vom 04. – 06.11.2016

Das Dreifaltigkeitskloster hat zum Tanzwochenende eingeladen und viele sind der Einladung gefolgt. Knapp 20 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer ließen sich von dem diesjährigen Motto “Neue Schritte wagen” inspirieren.
Unter der bewährten Leitung von Hildegard Frank und Schwester Charlotte erlebten wir ein fröhlich-besinnliches-musikalisch-bewegtes Wochenende.

Mit dem Abendessen am Freitag beginnt unsere gemeinsame Zeit. Neben einer wie immer wunderschön von Hildegard gestalteten Mitte wartet im Saal auf jede/n Teilnehmer/in eine kleine herbstliche Dekoration auf dem Platz. Herbstlaub, kleiner Kürbis, Lampionblumen und kleine Efeuzweige.
Sehr liebevoll.
Viele kennen sich, einige sind zum ersten Mal dabei. Berührungsängste kennt keiner und so entwickelt sich für 2 Tage eine perfekte, homogene Gruppe, die sich darauf einlässt, Neues zu wagen. Das Neue sind etliche Tänze, die auch denen, die schon öfter unter Hildegards Anleitung getanzt haben, unbekannt sind.
Mit den Kennenlernen-Tänzen “Jeden Tag Schritt für Schritt” und “Tanzend ankommen” werden wir nicht nur mit dem Gegenüber warm, d.h. vertraut, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes. Frieren muss keiner.
In einer kurzen Vorstellungsrunde erfahren wir in groben Umrissen mehr
über- und voneinander. Und damit die Beine beim Tanzen nicht überstrapaziert werden, gibt es immer wieder kleine Verschnaufpausen, in denen wir von Schwester Charlotte mit der Gitarre begleitet themenbezogene Lieder singen.
Die Tänze “Gebet” und “Zwischen Himmel und Erde”, die wir mit Teelichtern in der Hand im dunklen Saal tanzen, beschließen wir den Freitag offiziell. Inoffiziell lockt noch einige das grüne Zimmer, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Nach einem Morgenimpuls, von Schwester Charlotte „Âschuggerle“ genannt, und dem Frühstück, geht es am Samstagmorgen mit dem getanzten “Elfenreigen” weiter.
Hildegard überrascht uns mit vielen neuen Tänzen. Einige davon erweisen sich als Herausforderung in der Schrittfolge, aber auch hier macht Übung den Meister. Und da es keine falschen Schritte gibt, eventuell eben nur kreative von der Norm abweichende Schritte, sehen wir das alles auch ganz entspannt.
Wir tanzen einen schwedischen Jahrmarktstanz, afrikanische Tänze, den Psalm 23 und und und…..wir sind erfüllt von vielen neuen Schritten, die wir wagen.
Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Pilgerlied “Jede Stunde unseres Lebens”, mit dem wir u.a. am Sonntag den Frühgottesdienst bereichern sollen/wollen. Irgendwann klappen die Schritte, dass wir überzeugt sind, uns so an die Öffentlichkeit, d.h. vor den Altar wagen zu können.
Außerdem tanzen wir im Gottesdienst “Lobe den Herrn meine Seele” und das von Hanne Haller komponierte wunderbare “Vater unser”.

Die Gottesdienstbesucher bedanken sich für unsere Beiträge mit Beifall, für uns ein Zeichen, dass es den Besuchern gefallen hat.
Den Sonntagvormittag nutzen wir, neu Gelerntes zu wiederholen. Außerdem gibt uns Hildegard die Gelegenheit, Wünsche vorzubringen, die wir in tanzender Weise erfüllen.

Mit dem Mittagessen geht ein schönes, erholsames, erfülltes Wochenende viel zu schnell zu Ende – wie immer.

Sonja Maurer-Baumgärtner

Du stelltst meine Füße auf weiten Raum
Wohlfühltag im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Voller Erwartung sind am Samstag zwanzig Frauen zum Wohlfühltag ins Dreifaltigkeitskloster nach Laupheim gekommen, bei dem sich alles um die Füße drehte. „Wieder in Fluss kommen..“, darum ging es, und so begann der Tag mit einem Impuls zur Samariterin am Brunnen und einem meditativen Tanz zum Lied „Alle meine Quellen entspringen in Dir“ den Sr. Lucia Reyering anleitete.
Martina Kohler, wie Sr. Lucia Reyering Fußreflexzonen-Therapeutin nach Hanne Marquardt, referierte sehr anschaulich über die Entstehung der Reflexzonentherapie und die Biografie Marquardts, die sie erst letztes Jahr noch bei einer Tagung erleben konnte.
Die Begeisterung der beiden Therapeutinnen über die „Füße“ kommt in einem Zitat der Begründerin der Reflexzonentherapie gut zum Ausdruck:
„Der in der Heilkunde so wenig beachtete Fuß, oft in engem, schlecht durchlüftetem Schuhwerk eingepresst, ein Stiefkind der Körperpflege, offenbarte sich ……als beziehungsreicher, empfindsam reagierender und staunenswert wirkungsvoller Ausgangspunkt therapeutischen Eingreifens.“ (in: Reflexzonenarbeit am Fuß von Hanne Marquardt).
Eindrücklich schilderte Sr. Lucia wie die Therapie funktioniert, welche Krankheiten damit behandelt werden können und wo die Grenzen sind.
Nach dem Mittagessen ging es mit Bildungsreferentin und Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck in den Kräutergarten um heilende und pflegende Pflanzen für die Füße kennenzulernen. Trotz herbstlicher Kälte waren noch immer zahlreiche Pflanzen zu bewundern.
Zurück im warmen Kloster war dann Partnerinnen-Fußbehandlung an der Reihe. In zwei Gruppen leiteten die beiden Therapeutinnen die Frauen praktisch an, welche Griffe und Möglichkeiten es für Laien gibt. Teilweise war es ganz still im Raum, so intensiv war die Erfahrung.
Nach Kaffee und Kuchen ging es praktisch weiter mit der Herstellung einer pflegenden Salbe für die Füße, die die Teilnehmerinnen mit nach Hause nehmen konnten. Viele edle Zutaten kochte Kräuterfachfrau Gerlinde Wruck in die Salbe und auch ätherische Öle fehlten nicht, sodass köstliche Düfte durch den Raum schwebten.
Zum Abschluss tanzten die Frauen noch einmal zum Lied „Alle meine Quellen entspringen in Dir“. Ein schöner Tag mit vielen neuen Erkenntnissen ging zu Ende und so manche Frau setzte sich noch einmal um den Tag ausklingen zu lassen.
Und weil die Nachfrage so groß war, gibt es am 21. Januar 2017 eine Wiederholung des Wohlfühltages „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ für alle diejenigen, die diesmal keinen Platz bekommen haben.

Gerlinde Wruck

Yoga+Jesus: Kurs bei Pater Gilbert Carlos im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim vom 10.11.-12-11.2016

” Die Stille” “Die Zeit für das Gebet” “Die freundliche, überzeugende Art des Kursleiters”
“Das Mantra-singen” “Dass ich nicht reden musste”
… das waren einige der Rückmeldungen der Teilnehmerinnen des Yogakurses auf christlicher Grundlage bei Pater Gilbert Carlos.
Yoga und Christ-Sein, passt das zusammen? Dass dies kein Widerspruch ist, wurde den Teilnehmerinnen auf authentische Art und Weise vermittelt.
Pater Gilbert gelang es, die beiden Bereiche lebendig und überzeugend zu verbinden und zu vermitteln. Da er aus Indien stammt, ist Yoga ein elementarer Bestandteil seiner Kultur und für ihn als Christ ein Weg, den Glauben zu leben und die Beziehung zu Gott zu vertiefen.
Namaste! So wurden wir auf indisch begrüßt. Es bedeutet: Gott in dir, oder: ich grüße das Göttliche in dir. Yoga verbindet Körper, Seele und Geist und so begannen wir mit einigen einfachen Körperhaltungen, um uns zu sammeln, anzukommen und uns einzustimmen.
Die drei Tage waren geprägt durch eine Art erfüllter Stille. Yogahaltungen, Mantra-singen, Entspannungsübungen, Sitzen in der Stille (Kontemplation), Atemübungen (Pranayama) und Meditation wechselten einander ab.
Besonders schön waren die indischen Mantras mit christlichen Texten. Dazu gab es auch Übersetzungen, so dass jeder wusste, was er sang. Die Wiederholungen versetzten einen in eine wunderbare Ruhe und Stille, der ganze Kurs war darauf ausgelegt, Ruhe, Entspannung und inneren Frieden herzustellen.
Einen schönen Abschluss bildete der Gottesdienst am letzten Tag, den wir in der Kursrunde gemeinsam feierten. Pater Gilbert hat eine sehr überzeugende und anschauliche Art, über Gott zu sprechen. Der Gottesdienst war sehr schön und getragen von Andacht, Stille und Harmonie.
OM shanti! Der Friede sei mit dir-so wurden wir verabschiedet. Wie es in Indien und im Yoga üblich ist.
Jacqueline Seibold

Mädchenwochenende im Dreifaltigkeitskloster- eine Gitarre berichtet:

Was ist Freundschaft? Wie kann ich eine gute Freundin sein? Wie ist Jesus mein Freund?
Diesen Fragen gingen am Wochenende vom 28.-30. Oktober vier Mädchen aus der Umgebung von Laupheim und vom Bodensee nach. Angeleitet wurden sie dabei von Schwester Gabriella (SSpS) und Felicitas Burs.
Neben thematischem Programm wurde viel gesungen, gelacht und getanzt. Durch das gute Wetter am Samstag konnte die gesamte Mittagspause und ein Teil der Einheiten ins Freie verlegt werden.
Abgerundet wurde das Wochenende durch den gemeinsamen Gottesdienst mit der Hausgemeinschaft, bei dem zwei der Mädchen sich trauten die Lesung zu lesen. Danke nochmal dafür.
Alles in allem war es ein tolles Wochenende an dem alle Beteiligten sehr viel Spaß hatten!
Das nächste Mädchenwochenende in Laupheim findet im Mai 2017 statt. Wir freuen uns dann alte, aber auch neue Gesichter begrüßen zu dürfen!
Und hier kommt die Gitarre auch noch zu Wort:
Freitag, den 28.10.2016
17:00
Huch! Was ist denn heute los, was machen denn die vier jungen Mädchen hier?
Überhaupt ist heute alles anders, heute Vormittag erst wurde ich vom Musikzimmer hier runter in einen der Gästeräume gebracht. Irgendwas scheint sich anzubahnen.

19:30
So, jetzt setzen sich die Mädchen zu mir ins Zimmer, Schwester Gabriella und Felicitas Burs sind auch dabei und über was unterhalten sie sich?
Sie scheinen sich gerade erst kennenzulernen. Ganz viele Spiele spielen sie.

21:00
Jetzt tanzen sie, ein ganz schön lustiger Haufen, diese Mädchen!

22:00
Mit einem Abendimpuls beendet die Gruppe ihren Tag. Ob die Mädchen zu viert im Zimmer wohl gut schlafen werden?

Samstag 29.10. 9:30
Jetzt sprechen sie über Beziehungen. Die Mädchen sind wirklich sehr konzentriert bei der Sache, während sie verschiedene kreative Aufgaben bewältigen.

12:00
Hier im Raum ist es jetzt ganz ruhig. Die Mädchen befinden sich beim Essen. Danach werden sie einen Spaziergang in den Stadtpark unternehmen.
Das Nachmittagsprogramm soll draußen stattfinden. Ganz viele Spiele wollen sie draußen spielen.

19:30
Endlich darf ich auch mitmachen. Mit viel Lachen, bringen die Mädchen meine Saiten zum Schwingen und singen dazu.

22:00
Jetzt wird es wieder ruhig. Die letzten Stunden wurde viel gelacht, getanzt und gesungen. Die Mädchen sind jetzt aber in ihrem Schlafzimmer.

Sonntag 30.10.
7:30
Aus der Kapelle höre ich die Orgel und philippinische Gesänge. Gerne wäre ich mit den Mädchen in den Gottesdienst gegangen.

9:45
Letzte Einheit für dieses Wochenende. Die Beziehung zwischen Maria, Marta, Lazarus und Jesus stellen die Mädchen echt ganz klasse in einem Standbild dar.
Meine Lektion für heute. Ein guter Freund lässt mich nicht fallen und stützt mich immer.

13:00
Traurige Töne des „Ich will aber nicht, dass es vorbei ist“ sind zu hören. Das Wochenende über Freundschaft ist vorbei. Aber ganz neue Freundschaften scheinen geschlossen worden zu sein.
Bis zum nächsten Mal in Laupheim, liebe Mädels!
Text: Felicitas Burs

Das Gesicht der Kirche ist bunter geworden
Gottesdienst am Weltmissionssonntag in der Marienkirche Laupheim

Zum dritten Mal waren die Steyler Missionarinnen am Weltmissionssonntag zu Gast in der Marienkirche in Laupheim um den Gottesdienst zu gestalten. „Wir kommen gerne“ sagte Oberin Sr. Hildegard Ossege bei ihrer Begrüßung. Für die Schwestern des Dreifaltigkeitsklosters war schon das ganze Jahr Missionsfest, weil sie in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen ihres Klosters gefeiert haben. Am Weltmissionssonntag fühlen sie sich mit allen Schwestern auf der ganzen Welt verbunden. Fast 150 Schwestern wurden entsandt, aber es sind auch Schwestern gekommen. So leben heute auch Sr. Gabriella Nahak aus Indonesien und Sr. Christa Sun aus China in Laupheim. Das Gesicht der Kirche ist bunter geworden, nicht nur im Kloster sondern auch in Deutschland. Der Weltmissionssonntag ist eine Möglichkeit die weltweite Dimension des Glaubens heute wahrzunehmen.
Die Predigt wurde von Vikar Justin Antonysamy und den Schwestern gemeinsam gestaltet. Vikar Justin sprach vom Traum der Menschen, dass jeder satt wird, jeder tolerant ist und dass Friede und Liebe herrschen, mit einem Wort: die Barmherzigkeit Gottes herrscht. Und wir können eine Welt so machen, wie wir sie träumen. Wir sind aufgerufen uns von der Barmherzigkeit Gottes berühren zu lassen und selbst zum Werkzeug der Barmherzigkeit zu werden.
Sehr eindrücklich waren die folgenden Berichte von Schwestern des Dreifaltigkeitsklosters, die weltweit in der Mission tätig waren. Sr. Reginardis Beuther arbeitete 46 Jahre in Flores in Indonesien. Sie erzählte von einem Imam, der bei ihr im Krankenhaus als Patient war und zum Abschied sagte: „Medikamente brauche ich nicht, hier habe ich etwas anderes erfahren“. Sr. Hildegard Ossege berichtete von ihren 5 Jahren in Argentinien. Unvergesslich sind ihr die Besuche bei den Menschen in den Anden, mit denen sie Leben und Glauben teilte. „Sie feierten ein Fest mit uns“. Für Sr. Lucia Reyering ist das Fest der Weltkirche ein Anlass einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Dankbar blickt sie auf 6 Jahre Botswana zurück. Sehr eindrücklich für sie ist die Ermutigung die sich die Menschen dort gaben, wenn sie besondere Nöte hatten. Sie stärkten sich mit den Worten „Gott ist da“. Und so fragte sie sich, wo stehe ich selbst mit meinem Glauben. Sr. Hedwig Maria Fischer war viereinhalb Jahre in Manila bei den „Müllhalden-Leuten“ . Sie haben ihr gezeigt, wie tief die Hoffnung auf Gott sein kann. „Alles ist Gott anheimgegeben – er hat es gegeben, er kann es auch wieder nehmen. Bei den Mangyaren, bei denen sie weitere viereinhalb Jahre lebte lernte sie die Dankbarkeit für die Schöpfung kennen und eine zutiefst friedliche Lebensweise. Die Mangyaren haben kein Wort für „Feind“, aber ein eigenes Wort für „Freund“.
Bei der Gabenbereitung brachten die Schwestern ein Kerze als Symbol für die Erlöserliebe, die Bibel als Symbol für den Auftrag zur Verkündigung, die Weltkugel als Symbol für die Solidarität mit allen Menschen und Brot und Wein wie Jesus es gelehrt hat.
Weltmusik brachte eine Trommelgruppe zu Gehör, die sich seit Januar diesen Jahres zweiwöchentlich im Kloster trifft um bei Sr. Gabriella Nahak indonesischen Tanz mit Trommel zu lernen. Berührend war auch ein von Sr. Hedwig Maria Fischer und Maria Chola Emmenlauer gemeinsam vorgetragenes philippinisches Lied.
Am Ende des Gottesdienstes bedankt sich Vikar Justin bei den Schwestern, dass sie den Gottesdienst mitgestaltet und einen Einblick in ihre Arbeit gegeben haben. Auch die Gemeinde bedankte sich mit herzlichem Applaus.
Gerlinde Wruck

Zurück zu den Wurzeln

Mitarbeiterinnen des Dreifaltigkeits Klosters auf Steyl-Fahrt

Bewegte und bewegende Tage verbrachten sieben Mitarbeiterinnen des Dreifaltigkeits-kloster Laupheim,  gemeinsam mit Sr. Hildegard Ossege und Sr. Mariana Bornschlägl auf den Spuren der Steyler Missionsschwestern. Geboren wurde die Idee

einer Fahrt zu den Anfängen der Gemeinschaft während der letztjährigen Weihnachtsfeier. Im diesjährigen Jubiläumsjahr des Dreifaltigkeitsklosters wurde diese dann in die Tat umgesetzt. Dass es ein besonderes Ereignis ist, nach Steyl zu fahren, wurde den Frauen bereits bei der Abfahrt in Laupheim deutlich. Viele Schwestern waren zur Verabschiedung gekommen und schickten viele persönlich Grüße mit an die Schwestern in Steyl.

Die anstrengende Autofahrt mit vielen Staus war schnell vergessen, als Oberin Sr. Antonia Schmid und Sr. Rosa Maria Kinscher, zwei wohlbekannte Gesichter für die Mitarbeiterinnen, zur Begrüßung bereitstanden. Nach dem Abendessen unternahm die Gruppe eine erste Ortserkundung der Umgebung und nahm neben dem Mutterhaus der Schwestern auch das Männerkloster und die Maas in Augenschein.

Am Freitag stand zunächst eine Hausführung mit Sr. Gerhardine auf dem Programm. Ihr großes Wissen und die Geduld bei der Beantwortung vieler Fragen waren beeindruckend. Am Ende der Führung wussten die Frauen über Arnold Jansen, die Entstehung der Orden, Mutter Maria und Mutter Josefa, die Anfänge und den derzeitigen Stand der Missionsarbeit der Steyler Missionarinnen umfassend Bescheid. Besonders beeindruckend war der Sarkophag der beiden Gründerinnen, das gemeinsame Gebet dort und das Entzünden einer Kerze. Doch auch an die Erklärungen zum Viertelstundengebet, das die Schwestern früher praktizierten, blieben in Erinnerung. In mancher Situation der folgenden Tage besprachen wir dieses. Interessant war für die Frauen auch das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen der Arbeitsbereiche in Wäscherei, Küche  und Putzzentrale.

Am Nachmittag ging es dann zunächst zum Männerfriedhof und anschließend nach St. Michael zu den Steyler Patres. Sr. Hildegard Ossege führte durch die Unter- und Oberkirche. Sehr eindrücklich schilderte sie die Überführung der Gebeine Arnold Jansens, bei deren Umbettung sie dabei war. In der Oberkirche wurde wieder deutlich, wie durchdacht auch die Architektur und Kunst bei Arnold Jansen war. Gemeinsam beteten die Mitarbeiterinnen in ihren Muttersprachen das Vaterunser. Dies war ein bewegender Moment für alle.

Im Oratorium, dem einstigen Wohn- und Schlafraum von Arnold Jansen, erwartete Bruder Heinz Helf die Gruppe, um Einblicke in das Lebenswerk, aber auch die Arbeitsweise des Gründers zu geben. Bei der Führung durchs Kesselhaus und die Druckerei gewannen die Frauen einen Eindruck von den vielfältigen Aufgaben, die der Aufbau eines Missionsordens erfordert und wie groß die Beteiligung der Schwestern an der Verwirklichung war. Erfüllt von den Eindrücken ging es noch zu den Grotten und nach einem kurzen Sonnenbad im Park zurück ins Herz-Jesu-Kloster. Beim Zusammensitzen am Abend schaute Sr. Antonia vorbei und brachte die Gruppe mit Erzählungen über  ihren Sprachunterricht in Holländisch und Geschichten aus ihrer Zeit in Moos so zum Lachen, dass kein Auge trocken blieb. Außerdem machte sie noch interessante Vorschläge, was sich zu besichtigen lohnt.

Am Samstag besuchte die Gruppe zunächst das Kloster der Anbetungsschwestern, der sogenannten „rosa Schwestern“, die von Arnold Jansen gegründet wurden, um die Arbeit im Gebet zu unterstützen. Sr. Adjutrix gab bereitwillig und immer mit einem Lächeln im Gesicht, Antwort auf die zahlreichen Fragen der Gruppe. Nach einem Besuch auf dem Friedhof der Schwestern, ging es zu einem typischen niederländischen Restaurant, einem Pfannkuchenhaus. Alle waren begeistert von den leckeren Pfannkuchen.

Nachmittags ging es nach Kevelaer, einem Wallfahrtsort, zu dem Mutter Maria immer wieder gepilgert war, und anschließend nach Goch zum Geburtshaus Jansens und zur Pfarrei von Pater Hans Peters SVD, der durch die Kirche mit dem Original-Taufstein Jansens führte, der dorthin überführt worden war. Besonders schön für die Gruppe war die spontane Einladung zum Kaffeetrinken im Wohnzimmer des Paters, den Sr. Hildegard Ossege aus früheren Tagen kennt.

Zurück in Steyl wurde nach dem Abendessen noch eine Idee Sr. Antonias umgesetzt, eine Fahrt mit der Fähre über die Maas und anschließendem Pommes Frites-Essen auf Holländisch, d.h. mit Majo, Ketchup und Zwiebeln. Die Frauen waren sich einig, dass dies die leckersten Pommes waren, die sie bisher gegessen hatten.

Sonntags führte Sr. Mariana die Gruppe nach dem Frühstück noch in die Katakomben, Kellerräume in denen die Schwestern während des Krieges Schutz gesucht, Verwundete gepflegt oder auch die Gelübde abgelegt hatten.

Der Besuch der Messe, bei der die Assoziierten aufgenommen wurden, war noch einmal ein Höhepunkt des Besuches in Steyl.

Nach dem Mittagessen war dann schon der Moment der Abreise gekommen. Wieder standen Schwestern zum Abschied bereit, bekannte wie Sr. Antonia und Sr. Anna-Maria Kofler, aber auch viele, die die Frauen während ihres Aufenthaltes kennengelernt hatten. Die Tage waren wie im Flug vergangen, die Mitarbeiterinnen voll des Lobes über die sehr informative aber auch spirituelle Gestaltung der Tage und die herzliche Aufnahme in Steyl. Und so wurden während der Rückfahrt bereits Pläne geschmiedet für einen zweiten, vertiefenden Aufenthalt im nächsten Jahr!

Gerlinde Wruck

 

„Gehen  sie mutig von Augenblick zu Augenblick auf dem Weg, auf den Gott sie gestellt hat!

Mittwochs für Frauen im Dreifaltigkeitskloster Laupheim über Luise von Marillac

Sr. Marcella Krieg, zuständig für die Bildungsarbeit im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal, war die Referentin des Abends.

Zunächst führte sie in die Biografie ein. Luise wurde 1591 als uneheliches Kind geboren, von dem der Vater, aber nicht die Mutter bekannt ist.  Der Vater kam aus edlem Geschlecht und  war Hauptmann der Leibwachen des Königs. Er  erkannte sie aber als seine Tochter an und versorgte sie mit einer monatlichen Rente. Als der Vater heiratete musste Luise mit 4 Jahren in ein Dominikanerinnenkloster, wo sie Lesen, Schreiben, Latein und Malerei lernte. Mit 12 Jahren musste sie das Kloster wieder verlassen und zu einer alleinstehenden Mademoiselle ziehen, weil ihre Stiefmutter das Geld des Vaters verprasst hatte. Dort lernte sie viele praktische Tätigkeiten, die in einem Haushalt zu verrichten sind. Mit 13 Jahren stirbt ihr Vater. Dies ist der schmerzlichste Einschnitt in ihrem Leben. Sie legt ein persönliches Gelübde ab, dass sie ein strenges Büßerleben führen möchte. Das Gefühl, nie zu einer Familie gehört zu haben, führt zu ihrer Frage, was an ihr falsch ist und dem Wunsch dafür zu büßen.

Doch nachdem sie bei den Kapuzinerinnen wegen ihrer schwächlichen Gesundheit abgelehnt wird, verheiratet ihre Familie sie 1613 mit einer standesgemäßen Partie aus höfischen Kreisen. Der ein Jahr später geborene Sohn entwickelt sich langsam und bleibt lebenslang ein Sorgenkind. Nachdem ihr Mann eine unheilbare Krankheit bekommt, gibt sie sich wiederum die Schuld, weil sie zwar versucht ein spirituelles Leben zu führen, aber sie ihr Gelübde nicht erfüllen kann.

1623 zwischen Himmelfahrt und Pfingsten litt sie unerträgliche Qualen, gebunden an ihren Mann konnte sie ihr Gelübde nicht leben und wenn sie keine unsterbliche Seele hatte, weshalb sollte sie sich einen Seelenführer suchen. Hier spürt sie zum ersten Mal den barmherzigen Gott, der sich ihr zuwendet. Plötzlich gibt es einen Weg.

In einer Vision sieht sie eine Gemeinschaft in der es ein Kommen und gehen gibt und sie sieht Vincent von Paul.

1624 lernt sie Vincent von Paul kennen. Als ihr Mann 1625 stirbt, kann sie sich neu auf die Suche nach ihrer Berufung machen.

Die Berufungsgeschichte erlitt zunächst einen Knick, nachdem ihr Wunsch nach einem Leben in Buße von anderen verhindert wird. Zu damaliger Zeit war eine Frau nach der Meinung von Theologen nicht entscheidungsfähig. Selbst die unsterbliche Seele wurde angezweifelt. Das stürzte Luise ebenfalls in tiefe Zweifel.

Trotz anfänglicher Skepsis aufgrund der unterschiedlichen Herkunft – Luise nennt Vincent einen Brombeerbusch – erkennt Vincent Luises Begabung im Umgang mit  Menschen, aber auch ihre vielen geistlichen und praktischen Begabungen.

1629 besucht sie erste Caritas- Konferenzen rund um Paris und war trotz schwächlicher Gesundheit oft tagelang mit der Kutsche unterwegs. Bald erkennt sie, dass die reichen Damen den Aufgaben in der Arbeit mit den Armen nicht gewachsen sind. Sie erkennt, dass es ausgebildete junge Frauen braucht. Vincent will diese klausurieren, was für Luise nicht in Frage kommt. Eine erste junge Frau beginnt von ihrer Wohnung aus zu den Armen zu gehen. Weitere Frauen finden sich und 1633 öffnet Luise ihr Haus für 7 junge Frauen. Diese legten einmal jährlich in Anwesenheit des Generalsuperiors ihr Gelübde der Armut,  Ehelosigkeit, des Gehorsams und des Armendienstes ab. Dies war notwendig, damit die Gemeinschaft nicht klausuriert wurde, wie das mit dem Ablegen der ewigen Gelübde üblich war.

Die Gründungen liefen alle nach demselben Muster ab. Zunächst machten die Brüder Volksmission, dann wurde ein Caritas-Verein gegründet. Nach der Gründung kamen die Schwestern um Frauenbildung zu betreiben.

Eine wichtige Botschaft die Luise den Frauen mit auf den Weg gab war, dass sie geheiligt sind und deshalb ihre Berufung leben sollen und eben auch dadurch den Dienst tun können.

 

Auf die Frage, was wir von Luise lernen können, nennt Sr. Marcella zunächst das „Ansehen“. Luise schenkt „Ansehen“, weil sie sich als von Gott Angesehene empfindet.

Dann können wir von ihr das Vertrauen lernen, dass Gott gegenwärtig ist, so wie sie vom Pfingstereignis umhüllt wurde. Ein weiterer Punkt ist die königliche Würde, die sie weltlich aber auch geistlich empfindet, weil Gott mitgeht und ihr Würde verleiht.

Ihr helfendes Tun wird für viele Menschen überlebensnotwendig. Sie gibt und verschenkt sich und ihre Kraft und wird von Gott immer neu gefüllt und wird anderen Menschen zur Nahrung. Man kann auch von ihr lernen, sich auf Gott zu verlassen. Hier zitiert Sr. Marcella einen ihrer Lieblingsgedanken von Luise: „Gehen sie mutig von Augenblick zu Augenblick auf dem Weg, auf den Gott sie gestellt hat“.

Im anschließenden Gespräch wird nochmals deutlich wie segensreich das Wirken von Louise de Marillac war. Heute gibt es weltweit 40 000 Ordensfrauen und 12500 Ordensmänner.

 

Gerlinde Wruck

 

 

 

„Biotop des Glaubens“

Jubiläumsfeier 50 Jahre Dreifaltigkeitskloster

Lichtvoll begann der Tag der Jubiläumsfeier. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßten Oberin Sr. Hildegard Ossege und Sr. Anneliese Graf die zahlreichen Gäste. Im Park des Dreifaltigkeitsklosters kündeten bereits Zelte vom großen Fest und  an der Pforte  festlich geschmückte Tische.

Der Festgottesdienst begann mit dem feierlichen Einzug von Oberin Sr. Hildegard  Ossege, Sr. Regina-Michaela Pracht, Provinzoberin Sr. Anna-Maria Kofler, Sr. Antonia Schmid, Provinzial Pater Martin Uffing SVD und den Konzelebranten Franz Scheffold und Alexander Herrmann.   Pater Üffing und Sr. Anna-Maria Koffler begrüßten die Gäste die aus nah und fern gekommen waren: Bürgermeister Rainer Kapellen, Schwestern aus den Niederlanden, der Schweiz und vom Bodensee und auch alle Anderen. Sr. Anna-Maria wies darauf hin, dass die Schwestern an diesem Festtag in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes  auch rund um die Welt verbunden sind. Der Gottesdienst soll Dank sein für alles was Gott in den vergangenen 50 Jahren geschenkt hat und Bitte um Segen, damit die Schwestern auch in Zukunft Zeuginnen sein können, wohin Gott sie sendet.

Pater Martin wies in seiner Predigt auf ein Wort der deutschen Bischöfe aus dem Jahr 2000 hin, in dem von „Biotopen des Glaubens“ gesprochen wird und es darum geht Lebensräume für ein Leben des Glaubens zu schaffen. Aber diese Räume existieren bereits in Familien und Gemeinschaften, so der Geistliche. Die Schwestern in Laupheim sind so ein Biotop des Glaubens. Aber sie bilden keinen abgeschlossenen Lebensraum sondern sind nach außen hin offen. Doch auch das Gebäude an sich ist nicht bedeutungslos. Auf Arnold Jansen, den Gründer der Ordensgemeinschaft verweisend, lenkte Pater Martin den Blick auf die Bedeutung der Architektur um die christliche Botschaft spürbar zu machen. „Wenn wir in der Welt tätig sein wollen gehören Häuser dazu. Sie sollen Menschen anregen, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen.“ Das war auch in Laupheim spürbar. Viele Schwestern engagierten sich als Handwerkerinnen, Planerinnnen und Mitdenkerinnen. Die Dreifaltigkeit als Merkmal der Steyler Ordensfamilie,  auf der die Spiritualität basiert, war grundlegend. Dies zeugt auch von sehr viel Modernität, denn die Dreifaltigkeit war vor  50 Jahren auch Thema des kurz zuvor zu Ende gegangenen 2. Vatikanischen Konzils. So ist der Name des Klosters auch ein Zeichen für die Teilnahme an der Sendung des dreifaltigen Gottes. Gott ist ein Gott für die Menschen, lässt seinen Sohn Mensch werden und macht damit seine Zuwendung zum Menschen deutlich. Gott ist aber auch bereit zu lernen, indem er Begegnungen mit Menschen wagt, die verändern. So bedeutet auch Mission Austausch und Dialog.

Heute ist die Zeit dankbar zu sein, für die Menschen die im Kloster Begegnung erfahren durften und Schwestern, die Biotope des Glaubens sein konnten. Es ist auch Zeit für die Bitte, nicht nur Wege sondern auch Worte zu finden, dass Menschen entdecken, Glaube ist ein Lebensprogramm für hier und heute.  Es ist Zeit für den Wunsch auf dem Weg in die nächsten 50 Jahre immer neue Wege zu entdecken, dass die Botschaft eine Botschaft für die Zeit bleibt und die Hoffnung, dass dieser Tag Ermutigung ist über die eigenen Grenzen hinauszugehen.

Im Anschluss brachten Schwestern des Hauses Symbole für die 50 Jahre zum Altar: Sr. Lucia Reyering einen Spaten als Symbol für Christus den Eckstein, Sr. Hermina ein  Kreuz und einen Ring als Symbol für die Berufung zur Nachfolge Jesu im Ordensleben, Sr. Petra Lioba Rimmele einen Rucksack für die Verkündigung (28 Schwestern erhielten ihre Bestimmung in Laupheim), Sr. Bernharde einen Rollator für die geleistete Arbeit und Respekt für die Lebenshingabe der Schwestern, Sr. Hedwig Fischer einen Korb mit Kräutern, ein Symbol für das Wachstum und die Zukunft.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Sr. Hildegard allen Mitwirkenden und leitete zu den Grußworten über.

Pfarrer Herrmann dankte den Schwestern für ihre Anwesenheit in Laupheim. „In der Begegnung mit den Schwestern wird die Glut spürbar, diese Frau hat eine Berufung. Viele Ereignisse verbinden die kirchliche Gemeinde mit den Schwestern, sodass es schwer ist ein besonderes herauszugreifen, aber immer sind die Schwestern eine Bereicherung“.  Er schloss mit den Worten „Albert-Magg-Str. 5 zählt zu den besten Adressen der Stadt“.

Bürgermeister Kapellen fragte in seinen Dankesworten nach den Gemeinsamkeiten der Schwestern und Carl Lämmle: Die Antwort lautet: Beide wirkten, bzw. wirken in die Welt hinaus. Und mit den Worten eines französischen Philosophen, dass die größten Menschen jene sind, die anderen Hoffnung geben,  verglich er die Schwestern in Laupheim. Auch sie entfachen die Hoffnung in den Herzen der Menschen. Das Dreifaltigkeitskloster ist eine Stätte der Begegnung und der Erneuerung des Glaubens.

Provinzoberin Sr. Anna-Maria Kofler schloss die Reihe der Reden. Sie fragte zunächst wie der Missionsauftrag „geht zu den Völkern“ an einen Ort gebunden sein kann. Die Geschichte des Steyler Ordens ist geprägt vom „gehen und weiterziehen“ . Und doch fallen ihr viele Menschen und Orte ein, wo der heilige Geist spürbar wurde. Doch Massives vergeht, bestehen bleibt am Ende nur die Liebe. Jeder Augenblick ist eine Möglichkeit die Liebe zu leben. Das Dreifaltigkeitskloster ist seit 50 Jahren ein Ort wo viele Menschen Augenblicke der Liebe erfahren haben, aber er wird irgendwann vergehen, bestehen bleiben die Augenblicke der Liebe. Der heilige Geist wird oft mit Feuer verglichen und so schloss sie mit dem Gedicht „Leuchtfeuer“ von Hans Magnus Enzensberger.

Anschließend sangen sich die Schwestern mit den Gästen ihr Geburtstagsständchen „Happy birthday…“ und sprachen es auch auf verschiedene Sprachen, entsprechend der Länder in denen sie tätig waren oder in denen sie geboren sind. Und weil zu jedem Geburtstag auch ein Geschenk gehört bekamen alle Schwestern und Gäste eine Sonnenblume!

Beim anschließenden Sektempfang gab es viel Gelegenheit zum Austausch und Wiedersehen. Nach dem Mittagessen gab es die Möglichkeit eines Rückblicks in Bildern über 50 Jahre Steyler Missionarinnen in Laupheim, den Sr. Regina-Michaela Pracht vorbereitet hatte. Abwechslungsreich und mit viel Kenntnis im Detail präsentierte sie die Geschichte von der Gründungsgeschichte über die Oberinnen, Hausgeistlichen aber auch Veränderungen des Gebäudes stellte sie dar.  Zitate zu verschiedenen Ereignissen machten die Vergangenheit wieder lebendig. So z.B.  eine Schwester 1990 auf dem Friedhof: „Jetzt ist die Kommunität auf dem Friedhof größer als die im Haus“.

Ein weiteres Angebot waren Hausführungen mit Sr. Annemarie Smaglinski, das ebenfalls gerne in Anspruch genommen wurde.

Am Abend gab es noch ein Benefizkonzert zugunsten der Missionsarbeit der Steyler Schwestern im Südsudan das vom Ulmer Organist Siegfried Gmeiner und dem Müncher Violonist Julian Merkle gestaltet wurde. Noch einmal kamen viele Gäste, sodass der Platz in der Kapelle kaum reichte. Am Ende des Konzertes dankte Sr. Hildegard den Musikern und beschloss den Tag mit einem Segensgebet.

Gerlinde Wruck

 

Kräuter für ein ganzes Jahr

Marienkräuterfest im Dreifaltigkeitskloster

Bei strahlendem Sonnenschein sind am vergangenen Samstag viele Besucher von nah und fern zum vierten Marienkräuterfest ins Dreifaltigkeitskloster gekommen. Neben  bekannten Gesichtern  waren auch  viele Menschen zum ersten Mal dabei. Sogar aus Norddeutschland war eine Frau angereist.  Ein vielfältiges Programm erwartete die Gäste.  Das Fest begann mit einem  Mittagessen aus der Kräuterküche bei dem deutlich wurde: Kräuter  bereichern die Küche eindeutig. Im Anschluss an das Mittagessen konnte aus vielen Workshops  ausgewählt werden.  Massageöle mit ätherischem Öl,  Kräuteröl und Kräutersalz, Kräuterkissen, Teemischen,  Kräuterdrahtkörbchen oder  Türkranzflechten – das Angebot war vielfältig und die Gäste waren mit Begeisterung bei der Sache. Es entstanden wunderschöne Körbchen  und Kränze. Manch einer staunte, wie viel Kraft es doch braucht, ein Kräutersalz selbst zu mörsern.  Das Insektenöl konnte gleich angewendet werden. Erstaunliche Duftkompositionen entstanden beim Einfüllen in Kräuterkissen.  Wer sich mehr für die Theorie interessierte, war bei einer Führung durch den Kräutergarten richtig.  Bildungsreferentin Gerlinde Wruck führte  durch die verschiedenen Gärten des Klosters  und stellte bei verschiedenen Pflanzen die Bezüge zu Maria her. Viel zu schnell war für einige Besucherinnen die Zeit gekommen, sich zum Binden des Kräuterbüschels im Park zu versammeln. Nach einer kurzen Einführung über die Tradition des Kräuterbüschelbindens, gängige Pflanzenvorschriften und Pflanzanzahl machten sich alle daran, ihr individuelles Kräuterbüschel auszuwählen.  Mit Bedacht wurde überlegt, was für das kommende Jahr wohl gebraucht wird und so entstanden wunderschöne völlig unterschiedliche Sträuße.

Die anschließende Weihe fand unter den alten Bäumen im Park des Klosters statt und wurde von Sr. Bernadette Dunkel gestaltet. Viele Besucherinnen hatten ihr Kräuterbüschel  vom letzten Jahr dabei. Diese konnten nun im Feuer in anderer Form der Erde zurückgegeben werden, so Sr. Bernadette. Die zahlreichen unterschiedlichen Kräuter verbreiteten einen würzigen Duft im ganzen Park.

Anschließend weihte Sr. Bernadette Dunkel zusammen mit Oberin Sr. Hildegard Ossege die neuen Kräutersträuße. Mit dem missionarischen Magnifikat und einem Segen endete die Kräuterweihe. Viele Gäste verabschiedeten sich mit einem Dank für diesen erfüllten Tag.

Gerlinde Wruck

Vorbericht über das Marienkräuterfest und den Kräutergarten des Dreifaltigksklosters in Regio TV

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Link zu Regio TV

 

Fremdsein auf Zeit

Friedensgebet im Dreifaltigkeitskloster

Oberin Sr. Hildegard Ossege begrüßte die Gäste mit einem Rückblick auf die zahlreichen Schreckenstaten der vergangenen Wochen. Statt ohnmächtig zu verstummen können wir etwas dagegen tun: den Geist des Friedens und der Versöhnung stärken und miteinander neue Hoffnung schöpfen, so die Oberin.
In seinem Impuls zum Thema verdeutlichte Jochen Haase an verschiedenen Beispielen, was es heißt fremd zu sein.
Im Wechsel mit Marga Hess beteten die Anwesenden Worte aus Psalm 27.
In allen Religionen wird Gott Leben, Friede, Schalom und Salam genannt. Mit diesen Namen bat Anne Gröner im Gebet um Frieden zwischen Religionen, Kulturen und mit der seufzenden Schöpfung. In der Lesung vom barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium machte Sr. Lucia Reyering deutlich, was es heißt, wenn ein Fremder, ein Ausländer Grenzen überspringt und ungeachtet der Religionszughörigkeit sich fremde Not zu eigen macht. Ute Weiss bedankte sich am Ende des Friedensgebetes bei allen Anwesenden, die gekommen waren und lud ein zum nächsten Friedensgebet am 1. September um 19 Uhr ins katholische Gemeindehaus.

 

Singwochenende vom 22. bis 24. Juli 2016
im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Ich weiß nicht, was mich erwartet, als ich mich Anfang Juli Zum Singwochenende anmelde. Und außer Schwester Charlotte und Hildegard Frank, der Tanzleiterin, kenne ich keine/n TeilnehmerIn. Auch Daniela Mainka, die uns zum Singen anleitet, motiviert, dirigiert… nicht. Das wird sich nach Ankunft im Kloster schnell ändern.

Ein offenes und herzliches Willkommen – wie immer im Dreifaltigkeitskloster.
Im Saal erwartet uns eine von Hildegard sehr gekonnt dekorierte Mitte, bezugnehmend auf das Singwochenende. Nach dem Abendessen lernen wir uns kennen. Und dann geht’s auch schon los mit Singen.
Ich stelle schnell fest, dass die Teilnehmerinnen – Männer trauen sich da anscheinend nicht hin – musikalisch ziemlich auf einer Wellenlänge schwimmen. Eine gute Voraussetzung. Altersmäßig ist von Mitte 30 bis Anfang 70 alles vertreten. Wir verstehen uns. Nicht nur musikalisch. Und Daniela versteht es hervorragend in sehr lieber Art und Weise, stimmlich alles aus uns rauszuholen.
Mit Liedern wie „Meine Seele wartet auf den Herrn“, „Jesus Christ, you are my life“ und „All praise to Thee“ ersingen wir uns am Freitagabend bereits sehr schöne Titel. Der Höhepunkt des ersten Abends ist für mich der wunderschöne alte englische Kanon „All praise to Thee“, den wir im Atrium 8!!!-stimmig erklingen lassen. Gänsehautfeeling pur!!!
Am Samstagmorgen überrascht Daniela uns mit einem afrikanischen Song. Ob wir den vielleicht auch 4-stimmig singen können? Wir können. Neben dem zweiten Sopran, der den Tenor ersetzt, teilt sich die Altgruppe in 1. und 2. Alt, der den Bass ersetzt. Wir können auch ohne Männer! Ha! Und es klingt! „Thula , thula mama thula“ ein afrikanisches Wiegenlied auf Suaheli. Auch „Und ein neuer Morgen“ sowie das „Jesus Christ“ erklingen 3-stimmig. Daniela hat noch mehr sehr schöne Chorliteratur auf Lager, die sie mit uns erarbeitet, und
zwischendurch halten wir uns immer wieder mal ans Gotteslob, aus dem wir diverse Kanons singen.
Damit nicht nur die Stimme gefordert wird, hält uns Hildegard immer wieder mit abwechslungsreichen meditativen Tänzen in Bewegung. Auch die Gymnastik kommt nicht zu kurz. Wir massieren uns sogar gegenseitig. Sehr wohltuend!

Um unsere gesangliche Arbeit zu krönen, singen wir am Sonntagmorgen im Gottesdienst. Einschließlich des Kyrie und des Halleluja kommen wir siebenmal zum Einsatz. Nicht nur der Applaus der Kirchgemeinde gibt uns zu verstehen, dass es ein gelungenes Mitwirken war. Auch der Dank und die Anerkennung einzelner Schwestern, die wir im Haus trafen, bestätigt uns:
es kam gut an!

Viel zu schnell geht das wunderbare Wochenende vorbei. Unser aller Dank gilt in erster Linie Daniela, die uns einfach meisterlich geschult hat, dabei stets mit einem Augenzwinkern im Blick. Aber auch Hildegard Frank und Schwester Charlotte sei für ihr Mitwirken, die Organisation und das Engagement, sehr herzlich gedankt.

Die Begegnung mit unterschiedlichen Menschen, das Singen, die Gemeinschaft, das gute Miteinander sind es, mich mit sportlichem Gedanken sagen zu lassen:
nach dem Singwochenende ist vor dem Singwochenende!

Danke!

Sonja Maurer-Baumgärtner

Bibelplanzenpark und Klostergarten in der Zeitschrift Tina

Im Mai war die Redakteurin Lisa Marie Sowa der Zeitschrift Tina zusammen mit dem Fotografen Tobias Gerber zu Gast im Dreifaltikgeitskloster.
In ihrer Reihe „Deutschland, deine Klöster” berichteten sie in der Ausgabe 23 vom 1. Juni über ihren Besuch.

Untenstehend kann der Artkel nachgelesen werden.

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„Hoch auf dem Schwesternwagen..“

Jedes Jahr wird in Laupheim fünf Tage lang das historische Kinder- und Heimatfest gefeiert. Drei Umzüge gehören mit zum Programm.

Dieses Jahr waren beim Eröffnungsumzug, der vor allem für die Laupheimer Bevölkerung gedacht ist, auch die Steyler Missionsschwestern mit einem eigenen Wagen dabei. Dieser erinnerte an das 50-jährige Jubiläum der Klostergründung in Laupheim, das in diesem Jahr gefeiert wird. Sr. Lucia Reyering gestaltete den Festwagen mit einem Bild des Dreifaltigkeitsklosters, den Schwestern und der Weltkugel.  Zusammen mit Oberin Sr. Hildegard Ossege schmückte sie ihn einige Tage vorher. Am Freitag, 24. Juni machten sich die Schwestern auf den Weg zum Festwagen. Sr. Hyazintha Frick, Sr. Sermata Neufischer und Sr. Mariana Bornschlägl in historischen Trachten bestiegen gemeinsam mit Sr. Regina- Michaela Pracht den Festwagen. Sr. Christa Sun, Sr. Hildegard Ossege, Sr. Lucia Reyering, Sr. Petra Rimmele und die aus Ulm angereisten Schwestern Dorothee Laufenberg und Bernadette Dunkel gingen hinter dem Wagen her um Luftballons an die Kinder zu verteilen.  Der Wagen der Schwestern wurde immer wieder mit freudigem Applaus begrüßt. Begeisterung lösten auch die historischen Trachten, bzw. das Erkennen der Schwestern darin, aus. Auch die Schwestern zu Fuß hatten ihre Ballons schnell verteilt und konnten zahlreiche Bekannte unter den Zuschauern  begrüßen.

Die Teilnahme war eine gelungene Aktion, die allen Schwestern viel Freude gemacht hat.

Gerlinde Wruck

 

Wochenende mit meditativem Tanz „Die Seele tanzen lassen“ 17.- 19.06.2016

Wohin geht es?

Dahin und dorthin und dahin!Geht! Tanzt!

Legt eure Müdigkeit auf den Boden und tanzt!

Tanzt eure Heiterkeit und tanzt eure Trauer!

Tanzt eure Ausgelassenheit und eure Schwere!

Tanz eure Hoffnung und tanzt eure Ängste!

Tanzt das sichtbare und tanzt das Geheimnis!

Tanzt allein und tanzt mit anderen!

Tanzt den Alltag und tanzt das Fest!

Tanzt das Unendliche, tanzt das Heil!

Hilde-Maria Lander

 

Unter diesem Motto versammeln wir uns zum gemeinsamen Wochenende mit Schwester Gabriella.

Bei der Vorstellungsrunde entdecken wir schon bekannte, aber auch neue Gesichter.  Und wir stellen fest, dass sich die Mehrheit auf ein ruhiges, erholsames Wochenende eingestellt hat.  Mit schönen Kreistänzen und einem afrikanischen  Lied gehen wir in das Wochenende.

Am Samstagmorgen gibt es die Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch, bevor wir uns beim Frühstück treffen. Den Vormittag verbringen wir mit besinnlichen und fröhlichen Tänzen und mit Gesang. Nach dem Mittagessen besuchen die meisten von uns den großen und hübschen Rosenmarkt in der Stadt. Danach schmeckenKaffee und Kuchen besonders gut.

Bei schönstem Sonnenschein gehen wir langsam im Pilgerschritt durch das Labyrinth im Klostergarten. Eine wunderbare Übung um ganz ruhig und still werden.

Zurück im großen Saal liegen dort schon die Leinwände, Farben, Pinsel und Spachteln bereit. Alle können nach Herzenslust Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Hinterher bewundern wir die kleinen Kunstwerke und schreiben zu jedem noch einen Gedanken auf ein Blatt Papier. Eine schöne Idee. Uns allen hatdie Malerei viel Freude gemacht.

Nach dem Abendessen noch mehr Tänze und Lieder.Zu Abschluss üben wir in der Kirche die beiden Tänze für den morgigen  Auftritt. Alles klappt prima, auch die Technik funktioniert.

Der Auftritt am Sonntagmorgen macht uns alle Freude.Wir singen unser „Sei gelobt Jesus Christus“ tanzen beschwingt zum Gloria und ganz besinnlichnach der Kommunion. Nach demGottesdienst bedanken sich die Schwestern und loben unseren Auftritt.Darüber freuen wir uns sehr.

Zwischen Frühstück und Mittagessen tanzen und singen wir.  Mit Hilfe unserer selbstgemalten Bilderhalten wir in der Runde eine Rückschau auf die vergangenen Tage. Wir haben uns in der Gruppe sehr gut aufgehoben gefühlt.

Zum Abschluss  schauen wir uns noch die Fotos und Videos an, die fleißige Mittänzer aufgenommen  haben. Wir staunen und lachen über unsere manchmal nicht ganz gelungene Choreografie.

Wir hatten zusammen ein schönes und ruhiges Wochenende mit Schwester Gabriella und bedanken uns bei allen, die bei der Organisation mitgeholfen haben.Allehaben sichim Haus sehr wohl gefühlt. Wir verabschieden uns voneinander und hoffen, dass wir uns beim nächsten Tanzwochenende wieder treffen.

Zum Abschied begleiten uns einige  Worte aus dem Psalm 23:

Er gibt mir immer wieder einen Augenblick der Stille,

eine Atempause, in der ich zu mir komme.

Wenn man diesem Herrn vertraut,

bleibt das Herz ruhig.

Er ist in jeder Stunde da

und in allen Dingen

und so verliert alles andere sein bedrohliches Gesicht.

Darüber hinaus ist es einfach schön, zu wissen,

dass ich meinem Herrn auf der Spur

und dass ich, jetzt und immer,

bei ihm zuhause bin.  Amen.

Sonja + Jürgen Magg

 

Das Gebet hat große Macht“

„Mittwochs für Frauen“ im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Beim Lesen eines Textes von Mechthild von Magdeburg mit dem Titel „Das Gebet hat große Macht“ entstand in Andrea Höschle, der Referentin des Abends, der Wunsch, mehr von dieser Frau zu erfahren, die solche Texte schreiben kann. Dass sie sich intensiv mit der Mystikerin beschäftigt hat, war  in ihrem Vortrag deutlich spürbar. In drei Abschnitte unterteilte sie den Abend. Im biografischen Teil entstand das Bild einer hochgebildeten Frau, die zunächst ein privilegiertes Leben auf einer der zahlreichen Burgen rund um Magdeburg führte. Bereits mit 12 Jahren hatte sie erste mystische Erfahrungen. 1230 beschloss sie, auch beeinflusst durch ihr Vorbild Elisabeth von Thüringen, dem Ruf Gottes zu folgen und zog als Begine in die Stadt Sie führte ein eheloses, keusches Leben und kümmerte sich um Mädchenbildung, Prostituierte, Sterbende, Witwen und Waisen. Die Beginen waren damals sehr beliebt, sehr zum Unmut der Priester. 1250 schrieb sie ein Buch, ein gewagtes Unterfangen in damaliger Zeit, doch ihr Beichtvater, Heinrich von Halle, bestärkte sie. Das Buch hat den Titel „Das fließende Licht der Gottheit“ und ist im Stil des Hoheliedes und des Minnegesangs verfasst. Das Buch wird vielfach angefeindet, Mechthild muss ins Kloster. Mit 60 Jahren tritt sie ins Kloster Helfta ein. Sie haderte mit Gott, weshalb er sie ins Kloster führte, doch bekam sie die göttliche Antwort, dass sie Ihre Mitschwestern erleuchten solle. So wurde sie Novizenmeisterin und bestärkte andere Frauen, ihrer mystischen Begabung zu trauen. Mit 80 Jahren starb Mechthild im Kloster.

Im zweiten Teil des Abends hatten die Zuhörerinnen Gelegenheit  Mechthild direkt in ihr Herz sprechen zu lassen. Dazu hatte Andrea Höschle zahlreiche Stationen aufgebaut mit Originalzitaten, Handlungsanweisungen und Symbolen. Schweigend gingen die Frauen zu verschiedenen Worten, oder verweilten auch bei einem Wort.

Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, wie intensiv die Zwiesprache mit den Texten war und wie aktuell diese sind. Auch wir sollen das, was wir in uns tragen, mutig zur Sprache bringen, und der Liebe, die Gott zu uns hat, trauen. Wir können selbstsicher als Frauen unseren Weg in der Kirche gehen. Den Anforderungen, die das Leben uns stellt, können wir uns in der Gewissheit stellen, dass unsere Wege von Gott begleitet sind.

Das abschließende Lied „Herr, Du bist mein Leben“, das von Andrea Höschle  stimmungsvoll mit der Gitarre begleitet wurde, und das darauf folgende Gebet beschlossen einen Abend, den alle Frauen als sehr bereichernd erlebt hatten.

Gerlinde Wruck

 

Der Geist stürmt ins Leben

Pfingstfest für Groß und Klein im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Unter dem Motto „Sturm und Feuer brausen durchs Gemäuer“  haben die Steyler Missionsschwestern am Pfingstmontag eingeladen, die Kraft des Geistes gemeinsam zu erspüren. Bereits außerhalb des Gemäuers schien der Wind  vom Motto  ergriffen zu sein und brauste um selbiges.

Die Menschen ließen sich davon nicht abhalten und erschienen zahlreich zum Mittagessen, bei dem es Speisen aus neun Ländern zu kosten gab; die chinesische, kasachische, philippinische, polnische und deutsche Küche war durch  Schwestern und Mitarbeiter des Hauses vertreten, Flüchtlingsfamilien aus Syrien und Eritrea brachten Köstlichkeiten aus ihrer Heimatküche mit, weitere Spezialitäten aus Deutschland, Bolivien und Griechenland wurden von Gästen mitgebracht. Nach dem Mittagessen warteten die Kinder schon ungeduldig auf den Beginn der Spielstraße, die von Sr. Petra Lioba vorbereitet worden war, andere zog es nach draußen zum gemeinsamen Fußballspiel, wieder andere probierten ihr Glück bei Sr. Mariana Bornschlägl am Glücksrad.

Die Erwachsenen konnten sich bei Sr. Hedwig Fischer über das Wirken des Geistes auf den Philippinen informieren, Felix Wruck erzählte von seinem Jahr als Missionar auf Zeit in Bolivien und Sr. Hildegard Ossege lud die Besucher ein 50 Jahre Wirken des Geistes in Laupheim in Wort und Bild zu erleben.

Sr. Annemarie Smaglinski führte durchs Haus und erzählte später noch ein Märchen vom Feuer. Zu einer meditativen Kirchenführung lud Sr. Christa Lucia Reyering die Gäste ein. Eine besondere Überraschung war der Besuch der Clownin „Wilhelmina vom Schönberg“ –  Sr. Bernadette Dunkel war dafür aus Ulm gekommen. Viele Gäste zog es auch an den Verkaufsstand von Sr. Waldemaris Rössle, die Waren aus den Missionsländern verkaufte.

In der Andacht am Ende des Nachmittags brachte ein Tüchertanz nochmals Schwung ins Gemäuer. Schwester Mariana Bornschlägl fasste die Bedeutung des Mottos in einem Impuls nochmals zusammen: Gott stürmt ins Leben der Menschen und wenn sie bereit sind, entzündet er sie und erfüllt sie. In den Fürbitten, gesprochen von Sr. Christa Lucia Reyering und Sr. Hedwig Fischer, kam  nochmals zum Ausdruck, dass der Pfingstgeist von Herz zu Herz spricht.

Das Vaterunser erklang in vielen verschiedenen Sprachen und so war auch in Laupheim etwas vom allerersten Pfingstfest zu spüren. Eine Besucherin fasste das Erlebte mit den Worten zusammen: „Heute war wirklich Pfingsten!“

Gerlinde Wruck

Andiamo!  Vorwärts, lebt die Barmherzigkeit!

Das ökumenische Friedensgebet im Mai fand im Dreifaltigkeitskloster statt. Am Feiertag Christi Himmelfahrt waren gut fünfzig Menschen gekommen. Nach der Begrüßung durch Schwester Christa Lucia Reyering, führte Ute Weiss in das Thema des Friedensgebetes, den Auftrag zur Barmherzigkeit, ein. Anhand des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter wies sie darauf hin, dass der Auftrag, barmherzig zu leben, direkt von Jesus kommt. Anschließend wurden vom Vorbereitungsteam die sieben modernen Werke der Barmherzigkeit nach Prof. Dr. Joachim Wanke vorgelesen. Die Lesung  aus Lukas 6, der Feldrede Jesu, fordert die Zuhörer auf, so barmherzig zu werden, wie es der Vater im Himmel ist. Am Schluss fasste Ute Weiss das Gehörte nochmals zusammen: Barmherzigkeit verändert die Welt, Jesu Forderung ist eindeutig. Sie schloss mit Worten von Papst Franziskus: „Andiamo – vorwärts, lebt die Barmherzigkeit!“

Gerlinde Wruck

Die Dreifaltigkeit für meine Kommunikation im Alltag bedenken

Vortrag von Dr. Wolfgang Steffel, Dekanatsreferent im Dekanat Ulm-Ehingen

Seit vielen Jahren schon meditiert Dr. Wolfgang Steffel das Geheimnis der Dreifaltigkeit im Dekanat Ehingen-Ulm, so auch am 13. April im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Nach der Begrüßung durch Oberin Sr. Hildegard Ossege begann der Vortrag bewegt, indem zunächst ein Klavierhocker im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit  stand. Dieser war Beispiel  für ein physikalisches Prinzip – ein dreibeiniger Stuhl wackelt nicht – und zugleich für Bewegung  im Drehen des Stuhles. Diese Symbolik sollte helfen, sich ins Geheimnis der Dreifaltigkeit einzufühlen. In einer dreiminütigen Pause hatten die Zuhörer nun Gelegenheit, darüber nachzudenken, welche Elemente ihnen wichtig sind.

Nach einem gemeinsam gesprochenen Gebet differenzierte Dr. Steffel  zunächst zwischen immanenter  und  ökonomischer Trinität.

In einem ersten Schritt  erläuterte er anhand eines Textes von Kurt Marti mit dem Titel „Die gesellige Gottheit“, wie sich Weisheit und Gott am Anfang der  Schöpfung spielend und tanzend begegnen. Das Umtanzen setzt sich in der Begegnung von Vater und Sohn, aber auch Jesu und seinen Jüngern fort, die er in einem Hymnus zum Tanz einlädt. Johannes Tauler fordert die Christen dazu auf, Spielen und Tanzen in Gott auch im Leben fruchtbar werden zu lassen. Christen die davon nichts wissen nennt er Friedhofschristen. Ein praktisches Beispiel aus dem Alltag einer Kirchengemeinderatsklausur, bei der ein Streit durch einen gemeinsamen Tanz gelöst wurde, machte deutlich, dass es durchaus Alltagstaugliches war, was Dr. Steffel an diesem Abend referierte.

In einem zweiten Abschnitt stellte Dr. Steffel dar, was Gespräch und Raum in Gott bedeuten. Es braucht auch in der Kommunikation Spielräume, die den anderen nicht gleich festlegen. Vielleicht ist „Enthaltung“ die wichtigste Position. So kann die Vorstellung von Gott als „Raum“ Menschen den Zugang zu Gott erleichtern, die Probleme mit der Vorstellung von Gott als Person haben. In diesem Zusammenhang verwies er auf die momentane Strömung des Panentheismus in der Theologie.

Seine Vision der Dreifaltigkeit prägt Ignatius‘ weiteres Leben. Die Kommunikation mit sich selber, dem Nächsten und der weite Raum der Kommunikation mit Gott werden in den Blick genommen.  Dies erläutert Dr. Steffel nochmals sehr eindrücklich anhand eines Ignatiusgemäldes vom Schönenberg bei Ellwangen, sowie weiteren Gemälden, die er in einer Collage zusammengestellt hatte. Die Begegnung mit Mitmenschen dürfen wir immer betrachten als Begegnung mit Jesus.  „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt“ (Mt 25,40) und die Aufforderung an die Jünger ,bei der Aussendung die Menschen mit „Shalom“  zu grüßen, sind die Grundlagen der Kommunikation. Daraus lassen sich die Basishaltungen ableiten: Gespür für die Gefühle anderer, hohes Bewusstsein für sich selber, Nähe und Distanz, Natürlichkeit und Unverkrampftheit, Kommunikation ermöglichende Räume schaffen und das Gebet vor einer Begegnung.

Das dritte Motiv, das es für die Kommunikation zu bedenken galt, war das Lachen und Lächeln in Gott.  Dr. Steffel zitierte aus einer  Predigt Meister Eckharts zu Ex 20,12: „Alle Lust des Vaters und sein Kosen und sein Anlachen gilt allein dem Sohn.“  Lächeln kann die Kommunikation entspannen und Räume schaffen.  Ein Hinweis galt dem 33 – Tage Papst, der auch als lächelnder Papst bekannt wurde.

Das vierte und letzte Motiv brachte manchen Zuhörer zum Schmunzeln, ging es doch um das Weintrinken in Gott. Bei der Rückkehr zum Vater in Mt 26,29 ist ein wichtiges Motiv das Weintrinken beim Vater mit den Jüngern. Die Bedeutung des Trinkens wurde verdeutlicht mittels eines Amethysten, der die Farbe verdünnten Rotweins hatte. Dieser steht für Fasten und Nüchternheit, aber auch für Mahlgemeinschaft. Es gilt nüchtern zu bleiben im Blick auf die eigenen Kräfte. Dr. Steffel sprach vom Motiv der nüchternen Trunkenheit auch im Blick auf die Anima Christi – Blut Gottes berausche mich.

Am Ende tauschten sich die Anwesenden aus, was sie mitnehmen.  Dabei kamen persönliche Erkenntnisse wie Leichtigkeit, Tanz, Raum in Gott, kommunikative Schöpfung  ebenso zur Sprache wie Lob für den Referenten, der „vom einfachen Täglichen in die Tiefe Gottes führte“ und „einen Reichtum sondergleichen geboten“  hat. Bildungsreferentin Gerlinde Wruck dankte Wolfgang Steffel mit einem symbolischen Geschenk: Ein Walnusslikör, ganz im Sinne der „nüchternen Trunkenheit“ des Vortrags, stand für die „honigsüße Rede“ des Referenten im Stil eines Bernhard von Clairvaux, ein Glas Kräutersalz für die Würze, die er mit seinen Ausführungen in den Alltag der Zuhörer gebrachte habe.

Gerlinde Wruck

„Herr höre mein Beten, ich suche Dich“
Basenfastenwoche im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Bunt gemischt war die Gruppe, die sich in der letzten Februarwoche in Laupheim, im Kloster eingefunden hatte – Berufstätige, RentnerInnen, Frauen und zum ersten Mal auch drei Männer! Gemeinsam war allen, dass sie die Fastenzeit zum Anlass nahmen loszulassen, sowohl was den Körper, aber auch was die Seele betrifft. Bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, in wie vielen Zwängen wir im Alltag stecken und dass der Wunsch groß war, loszulassen.
Dazu hatte sich das Team der Basenfastenwoche ein Programm überlegt, das dafür viel Raum schuf. Der Tag begann mit eutonischen Leibübungen, angeleitet von Sr. Mariana Bornschlägl, die immer mit einem Gebet abschlossen. Beim anschließenden Frühstück konnten die Gäste in aller Ruhe aus einer Fülle verschiedener, klostereigener Kräuter den Tee für die momentanen Bedürfnisse auswählen. Das basische Müsli wurde selbst zubereitet und sehr genossen. Bei der anschließenden Bibelarbeit mit Sr. Annemarie Smaglinski war Gelegenheit sich anhand biblischer Texte und Weisheitsgeschichten Gedanken über das eigene Leben in biblischem Horizont zu machen. Nach einer kurzen Pause war wieder der Körper an der Reihe mit Bewegung an der frischen Luft. Sr. Mariana brachte zu Beginn mit Körperübungen ganz unbekannte Regionen des Körpers zu Bewusstsein. Bei der daran anschließenden Bewegungseinheit ging es in die Umgebung des Klosters, die mal zügig, mal meditativ langsam erkundet wurde. Zum Mittagessen zauberte Claudia Renz, die Köchin der Fastenwoche jeden Tag andere, immer noch köstlichere Gemüsesuppe mit anschließenden Salaten, Sprossen und Samen, sodass der Leib mit Gutem reich beschenkt wurde. Die anschließende Mittagspause wurde gerne für einen Mittagsschlaf, eine Fuß- Reflexzonenmassage bei Sr. Lucia Reyering oder auch einen feucht-warmen Leberwickel, wieder mit Klosterkräutern genutzt. Eine Einführung in Herstellung und Wirkweise von Wickeln im Allgemeinen und im speziellen Fall, aber auch in die Verwendung von Kräutern beim Entschlacken, sei es als Tee, Kräutersalz oder Smoothie, gab es bei Gerlinde Wruck, der Kräuterfachfrau des Klosters, immer kombiniert mit der praktischen Umsetzung und Verkostung des Gehörten. Dazu korrespondierten die Vorträge von Sr. Mariana Bornschlägl, die als ganzheitliche Ernährungsberaterin einen wunderbaren Einblick in die Körperwelt gab. Besonders im Gedächtnis bleiben wird den TeilnehmerInnen sicher ihr Lieblingsorgan, der Dünndarm. Nach soviel Theorie folgte wiederum eine Pause um dann jeden Abend auf’s Neue von Claudia Renz‘ Kochkünsten überwältigt zu werden.
Dennoch wurde nicht zu lange gegessen, weil die meisten Gäste die Messe oder Vesper nicht versäumen wollten. Zum Abschluss des Tages trafen sich alle nochmal mit Sr. Annemarie zum geistlichen Abschluss des Tages. Dies geschah anhand des Gebetes der liebenden Aufmerksamkeit von Ignatius von Loyola, in das die Schwester einführte. Wer nun noch in Bewegung meditieren wollte, hatte bei Sr. Gabriella Nahak an zwei Abenden Gelegenheit, dies mit meditativem Tanz zu tun.
Beim Auswertungsgespräch am letzten Tag konnten die positiven Erfahrung genannt und mit einer Blume als Symbol in die Rosenschüssel der Mitte gelegt werden, die die Gruppe die Woche über begleitet hatte. Dabei wurde deutlich, dass sich alle Teilnehmenden durch das ganzheitliche Konzept von Körper – Geist – Seele und Natur in vielfältiger Weise angesprochen gefühlt hatten. Und als es daran ging einen Stein für das nicht so Gute, das was fehlte abzulegen, brachte es ein Teilnehmer folgendermaßen zur Sprache: „einen Stein kann ich nicht ablegen, aber sie haben bei mir ab jetzt einen Stein im Brett.“
Beim letzten Abendessen, bedankten sich die Gäste bei Claudia Renz mit den Worten: „Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen – und wir lieben sie alle!“

Gerlinde Wruck

 

Alles wirkliche Leben ist Begegnung
Aschermittwoch der Frauen im Dreifaltigkeitskloster Laupheim
Mit einem Fastenmittagessen begann der diesjährige Oasentag am Aschermittwoch . Die erste Erkenntnis des Tages war, dass auch einfache Gerichte wie Salat und Linsensuppe köstlich schmecken und es nicht unbedingt ein üppiges Menü braucht. Bei der anschließenden Führung durch das Kloster mit Bildungsreferentin Gerlinde Wruck beeindruckte die Frauen besonders die Unterschiedlichkeit der Kapellen im Haus. Immer wieder gab es auch erfreute Begrüßungsrufe, wenn eine Besucherin plötzlich eine Schwester auf dem Flur traf, die sie aus deren früherem Berufsleben in Laupheim kannte. Auch in Gesprächen kamen die Besucherinnen immer wieder auf das vielfältige Wirken der Schwestern in Laupheim zu sprechen.
Nach einer kurzen Pause trafen sich dann alle Teilnehmerinnen im Saal, wo Sr. Hildegard Ossege, Oberin des Dreifaltigkeitsklosters die Gäste begrüßte und mit einer Einholübung auf den Tag einstimmte. Auf ihre Frage nach den Beweggründen des Kommens, wurde deutlich, dass die Mehrheit der Frauen sich an diesem Tag bewusst auf die Fastenzeit einstimmen wollte.
Sr. Dorothee Laufenberg, Klinikseelsorgerin und Geistliche Begleiterin, las in einem ersten Impuls die Geschichte eine italienischen Grafen vor, der für jedes positive Ereignis in seinem Leben eine Bohne in seine Tasche legte. Sie bat die Besucherinnen anschließend sich in Ruhe zu überlegen, welche „Bohnen“ bzw. Beziehungen in ihrem Leben „Keime“ gebildet hatten.
In der folgenden Bibelarbeit machten sich die Frauen mit Maria und Elisabeth auf den Weg. Jeweils zwei Frauen symbolisierten Maria bzw. Elisabeth: die eine las den Bibeltext, die andere brachte das beim Hören empfundene Gefühl zum Ausdruck. Dabei entstanden vertiefte Erkenntnisse über das gelesene Wort hinaus. Beim anschließenden Austausch im Plenum konnten die persönlich ansprechenden Worte aufgeschrieben werden. Es kamen eigene Beziehungen in den Blick, Chancen, Schwierigkeiten oder auch Wünsche für Begegnungen.
Als Summe am Ende der Bibelarbeit wurden die Wirkungen von Begegnungen zusammengefasst:
– Ich fühle mich angenommen, wie ich bin
– es bildet sich Vertrauen
– ich bekomme Zeit geschenkt
– ich bekomme Zuwendung
– man ist miteinander auf dem Weg.
Nach dieser intensiven Bibelarbeit gab es im Atrium zur Stärkung Kaffee und klostereigenen Kräutertee mit der typischen oberschwäbischen Fastenbrezel. Im folgenden zweiten Teil führte Schwester Hildegard Ossege ein in die modernen sieben Werke der Barmherzigkeit, des emeritierten Erfurter Bischofs Joachim Wanke. In der anschließenden kreativen Arbeitsphase konnten die Teilnehmerinnen einen vorbereiteten Fastenkalender mit den sieben Werken der Barmherzigkeit, verteilt auf die sieben Fastenwochen, mit eigenen Ideen gestalten.
Nach einem gemeinsamen Abschlussgebet gab es bei einem von Kräuterfrau Gerlinde Wruck vorbereiteten Smoothie noch Gelegenheit zum Gespräch bis die Messe mit Erteilung des Aschekreuzes begann.

Gerlinde Wruck

Wochenende mit meditativem Tanz „Die Seele tanzen lassen“ 29.-31.1.2016

Gespannt und offen für neue Eindrücke kommen am Freitagabend 10 TeilnehmerInnen zum gemeinsamen Tanzwochenende mit Schwester Gabriella. Wir beginnen mit dem Abendessen am liebevoll gedeckten Tisch.
Nach einer Vorstellungsrunde erfahren wir, dass wir mit einem Lied und zwei Tänzen am Sonntagmorgen den Gottesdienst mitgestalten dürfen. So beginnen wir gleich mit dem Lied „Gelobt sei Jesus Christus“ in Deutsch und Afrikanisch, begleitet von Trommel und Rasseln. Es dauert einige Zeit, bis sich Stimmen und Rhythmus aufeinander einstellen. Aber es klappt schon recht gut.
Danach stellt uns Schwester Gabriella einen Tanz vor, der mit Gebärden die stille Maria und die aktive Martha darstellt. Die Bewegungen sind wunderschön und wir üben gemeinsam. So ist der Abend schnell vergangen und wir verabschieden uns.
Am Samstagmorgen nehmen die meisten von uns am Gottesdienst teil, bevor wir uns beim Frühstück treffen. Den Vormittag verbringen wir mit Tanz und Gesang. Die Pause nach dem Mittagessen nutzen wir zum Ausruhen oder für einen Spaziergang. Inzwischen sind im Atrium Kaffee und leckerer Apfelkuchen bereitgestellt. Nach und nach sind die Tische besetzt und alle unterhalten sich angeregt.
Als wir in unseren Raum zurückkehren, erwarten uns dort leere Leinwände, ordentlich aufgereiht auf einem langen Tisch. Acrylfarben, Spachtel und Pinsel stehen bereit. Einige zögern, andere machen sich sofort ans Werk. Konzentriert wird gemalt, gestaltet. Und so entstehen kleine Kunstwerke und wir sind uns alle einig, dass uns die Malerei viel Freude gemacht hat.
Trotz des stürmischen Wetters machen wir uns auf zum Labyrinth im Klostergarten.Es wird langsam dunkel. Begleitet von Musik gehen wir langsam im Pilgerschritt zum beleuchteten Baum in der Mitte. Ein beeindruckendes Erlebnis.
Den restlichen Abend üben wir Lied und Tänze für den Gottesdienst am nächsten Morgen. Noch eine Hauptprobe in der Kirche. Stellprobe, letzte Absprachen. Das Lampenfieber steigt spürbar.
Für den Auftritt am Sonntagmorgen haben wir uns feingemacht und eine inzwischen zusammengewachsene Gruppe macht sich bereit, an der Gestaltung des Gottesdienstes mitzuwirken. Selbst ein kleines technisches Problems mit dem Wiedergabegerät bringt uns nicht aus der Ruhe. Am Ende des Gottesdienstes verlassen wir zufrieden die Kirche und freuen uns über die vielen freundlichen Bemerkungen der Schwestern.
Zwischen Frühstück und Mittagessen tanzen und singen wir entspannt und setzen uns zur Schlussrunde zusammen. Jeder gibt dem selbstgemalten Bild einen Titel und erzählt seine Gedanken dazu.
Wir hatten zusammen ein schönes Wochenende mit Schwester Gabriella und bedanken uns bei allen, die bei der Organisation mitgeholfen haben.Allehaben sich in der Gruppe und im Haus gut aufgehoben gefühlt. Wir verabschieden uns voneinander und nehmen als Erinnerung unser selbstgemaltes Bild mit nach Hause.
Sonja und Jürgen Magg

 

 

Wir müssen die Menschen froh machen

Stärkend und ermutigend war ein Vortrag über Elisabeth von Thüringen in der vierteljährlichen Reihe „Mittwochs für Frauen“ im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim.
Sr. Ruth Walker war gemeinsam mit ihrer Mitschwester Lea Summermatter zum dritten Mal als Referentin aus der Schweiz angereist. Mit Elisabeth stellten sie nach Clara von Assisi und Dorothee von der Flue die erste franziskanische Laienfrau vor, deren Leitmotiv war: „wir müssen die Menschen froh machen“.
Ihr eigenes Leben begann allerdings wenig froh. Bereits als Vierjährige musste sie die Heimat Bratislava mit nur einer Gefährtin verlassen um sich mit dem thüringischen Landgrafen Hermann zu verloben. So erlebte sie bereits früh Fremdsein und Entwurzelung. Ihre soziale Sensibilität hat ihre Wurzel wohl auch in den Erfahrungen, „Spielball der Machtpolitik“ zu sein. Elisabeths Liebe zum Leben führte immer wieder auch zu Konflikten mit ihrer Schwiegermutter Sofie, der Herrscherin Thüringens. Nachdem ihr zukünftiger Mann und auch der Schwiegervater starben, als sie 9 Jahre alt war heiratet Elisabeth mit 14 Jahren den Thronfolger Ludwig IV, den sie herzlich liebte.
Sie wird nun Fürstin und Mutter. Das erste Kind wird 1222 geboren und Elisabeth trägt es bereits am Tag nach der Geburt selbstständig in die Pfarrkirche zur Taufe. Als in Thüringen eine Hungersnot wütet und Ludwig nicht im Land ist, verteilt sie Getreide aus der Kornkammer der Wartburg unter die Armen und lässt auch die gräfischen Vorratsspeicher in anderen Grafschaften öffnen. 1226 baut sie ein Siechenhaus mit 29 Betten und betreut täglich 900 Arme. Die Adligen sind wütend, aber Elisabeth versucht die Not zu wenden, Hauptsache ist, dass Ludwig sie versteht. Zu der Zeit erfolgt auch die 1. Gründung der Franziskaner in Halberstadt. In Gotha wird ein weiteres Hospital für Kranke, Obdachlose, ausgesetzte Kinder, einsame und verstoßene Frauen gebaut.
Elisabeth setzt sich ein gegen Hunger und Ausbeutung. Ihr Gespür für die Mitmenschen bewährt sich als Landesmutter, von Ludwig erfährt sie volle Rückendeckung. In ihrem Gespür für die Lage der Menschen schaut sie weit über den Tellerrand hinaus.
Nachdem Ludwig vom Kaiser zum 6.Kreuzzug gerufen wird , überträgt er der gerade 20jährigen erneut die Herrschaft.. Elisabeth verdoppelt ihr Beten um Ludwig zu schützen. Im Spätherbst kommt aber die Nachricht von seinem Tod durch eine Seuche beim Einschiffen. Dies wird Elisabeths größte Glaubensprobe. Sie verliert nun jedes Recht , alles fällt an Ludwigs Kinder und Geschwister.
Als Witwe und Verstoßene muss sie aus den Scherben des Lebens neue Zukunft suchen.
Es folgt der Ausstieg und Abstieg aus dem bisherigen Leben. Heinrich Raspe IV. der Schwager Elisabeths übernimmt die Herrschaft. Elisabeth verlässt die Wartburg freiwillig, weil sie hier ihr Ideal nicht mehr leben kann.
Nach dem Abstieg erfolgt jedoch wieder der Aufstieg. Sie widersetzt sich Heiratsplänen ihres Onkels Eckbert, Bischof von Bamberg, der sie mit dem Kaiser verheiraten will. Für Elisabeth bleibt Ludwig ihr Mann.
Am Karfreitag 1228 legt Elisabeth ihr Gelübde der Armut in der Franziskanerkapelle in Eisenach ab. Sie verteilt in der Folgezeit die meisten Witwengüter unter die Armen und baut ihr drittes Hospital in Marburg.
Am 17.11.1231 stirbt Elisabeth 24jährig an Tuberkulose.
Sie hat sehr viele Menschen glücklich gemacht durch ihr großes Herz. Ihr kurzes Leben bewegt die Menschen seit 800 Jahren. Ihr Name ist zugleich Bekenntnis: aus dem Hebräischen. Übersetzt bedeutet er: mein Gott ist Fülle.
In Kleingruppen tauschten sich die Besucherinnen aus über ihre Gedanken zum Vortrag. Ein wichtiger Impuls waren die „7 Werke der Barmherzigkeit“ in der Umdeutung durch Joachim Wanke, Bischof von Erfurt, der sie aus der Perspektive betrachtet, was die Menschen heute brauchen.
Sr. Ruth schloss mit den Worten: „ Mögen viele Menschen barmherzig sein, damit wir froh würden. Das wünsche ich Ihnen und das wünsche ich uns allen!“

Gerlinde Wruck

 

Maria und Josef waren auch Flüchtlinge

Am Jahrestag des Terroranschlags auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo erinnerte Sr. Hildegard Ossege, die Oberin des Dreifaltigkeitsklosters Laupheim in ihrer Begrüßung daran, dass dies der Anlass für den Beginn des Friedensgebetes, immer am 1. Donnerstag im Monat, war. Sie lenkte den Blick auf die vielen Flüchtlinge, die seitdem nach Deutschland gekommen sind oder sich momentan auf der Flucht befinden. Anne und Martin Gröner machten deutlich, dass Flucht kein Thema der Neuzeit ist, sondern auch Maria und Josef vor 2000 Jahren fliehen mussten. Der Strom der Flüchtlinge ist seitdem nicht abgerissen. Sehr authentisch stellten sie dar, was es heißt zu fliehen. Grundlage dafür sind ihre Erfahrungen in der Arbeit mit syrischen Flüchtlingsfamilien. Die Flucht Marias und Josefs mit dem neugeborenen Kind kam nochmals in der Lesung von Sr. Lucia Reyering aus Matthäus 5 zur Sprache.
Sr. Hildegard Ossege und Marga Hess beteten das Vater unser im Dialog, indem der gewohnten Fassung entsprechende Bitten aus der Gegenwart gegenüber gestellt wurden. Zum Schluss dankte Sr. .Lucia Reyering allen Anwesenden für ihr Kommen. Sie wies darauf hin, dass man sich am Beginn eines neuen Jahres Gesundheit und Frieden wünscht . In der Bibel hieße es, der Friede wird von Gott gestiftet und so wünschte sie allen sich von ihm her inspirieren zu lassen Frieden zu stiften und im Frieden zu handeln.

Gerlinde Wruck

 

Mitfeier der weihnachtlichen Festzeit im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Mittwoch, 23. Dezember
Unter dem Eindruck von inzwischen 15 000 Flüchtlingen, die in Mannheim auf verschiedene ehemalige amerikanische Kasernengebäude verteilt untergebracht sind, kam ich in Laupheim an. Ich dachte dabei an die Herbergssuche und war dankbar, dass ich bereits wie in den vergangenen Jahren die Weihnachtstage in vertrauter Umgebung zusammen mit bekannten Gesichtern feiern konnte. Auch war ich neugierig auf die „Neuzugänge“.
Nach dem Abendessen und der Vorstellrunde gab uns Schwester Hildegard eine Vorschau auf die kommende gemeinsame Zeit und die Möglichkeit unsere Erwartungen zu äußern. Bei den meisten Teilnehmerinnen war das Bedürfnis nach Ruhe besonders ausgeprägt. Zum Abschluss unserer Abendrunde hörten wir die Geschichte: Ein Stern ist „meiner“, die uns mit der tröstlichen Aussage, dass Gottes Licht immer für uns da ist, in die Nacht begleitete.

Donnerstag, Heiligabend 24. Dezember
Beim Frühstück erfuhren wir, dass wir die erste Nacht in neuen Betten verbracht hatten. Anschließend fanden wir uns im „Grünen Zimmer“ ein für den Impuls in den Tag mit der Aufforderung, unserer Sehnsucht nachzuspüren. Im Wechsel beteten wir den Psalm zum Kolosserbrief 1,12-20 und sprachen über das Geheimnis der Menschwerdung Christi. Danach gab es die Möglichkeit zum Beichtgespräch. Wir hatten uns geeinigt, das Mittagessen in Stille einzunehmen. Schweigend, doch voller Freude, entdeckten wir neben unseren Tellern ein Tütchen selbsthergestellter Marzipankartoffeln. Auf den Nachmittagskaffee folgte die Einstimmung auf Heiligabend im Atrium. Ein Gespräch unter Hirten wurde von zwei Schwestern eindrucksvoll dargestellt und eine Geschichte aus einem russischen Gefangenenlager erzählte davon, wie es Weihnachten werden kann mit leeren Händen und offenem Herzen. Danach durften wir einen rosa Zettel mit unserem persönlichen Bibelwort aus einem Körbchen nehmen. Gemeinsam sangen wir Weihnachtslieder und stärkten uns am festlichen Büffet beim Abendessen. Jedesmal ist die Christmette ein besonderer Höhepunkt für mich. Auch die „Neuen“ spürten die herzliche Atmosphäre im Haus. Im Saal klang der Abend aus mit leckeren Plätzchen, einem Glas Wein, Gesprächen und Weihnachtsliedern.

Freitag, Weihnachten 25. Dezember
Ein Teil unserer Gruppe feierte Eucharistie bei der feierlichen Orchestermesse in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Laupheim. Nach unserer Rückkehr hatten wir die Möglichkeit, beim Fernsehen den päpstlichen Segen URBI et ORBI zu empfangen. Beim Mittagessen wurden wir mit leckeren Speisen verwöhnt und hatten genügend Zeit zur Mittagsruhe. So war ich nach der Kaffeetafel bereit für einen ausgedehnten Spaziergang bei angehnehmen Temperaturen. Zwar hatten wir dieses Jahr keinen Schnee, aber der Himmel bescherte uns ein wundervolles Abendrot. Nach dem Vespergottesdienst und dem Abendessen saßen wir in trauter Runde zusammen.

Samstag, Stephanstag 26. Dezember
Die Eucharistiefeier konfrontierte uns nach der Freude des Weihnachtsgeschehens mit Leid und Verfolgung. Doch Märtyrer gab es nicht nur in vergangener Zeit, auch heute riskieren Christen in bestimmten Ländern ihr Leben, wenn sie sich zu ihrem Glauben bekennen. Schwester Hedwig Fischer las uns nach dem Frühstück Weihnachtsgeschichten vor und schilderte uns ihre Tätigkeit in der Mission, dokumentiert durch Fotos aus ihren Einsatzgebieten. Erneut sangen wir Weihnachtslieder und genossen das Mittagessen, die freie Zeit sowie den Nachmittagskaffee. In diesem Jahr fand das Konzert der Laupheimer Stadtkapelle nicht statt, doch die Zeit bis zum Vespergottesdienst wurde uns nicht lang beim Sterne basteln. Auch freute ich mich nach dem Abendessen auf einen gemütlichen Fernsehabend mit der Trapp-Familie in Amerika.

Sonntag, 27. Dezember
Um sieben Uhr stand zwar Laudes auf dem Programm, doch ich schaffte es erst zur Eucharistiefeier zum Fest der Heiligen Familie. Anregend war für mich der Gedanke, dass es „Familien“ in vielen Ausprägungen gibt, es muss nicht die verwandtschaftliche Beziehung maßgebend sein. Für das Bibelteilen hatte uns Schwester Hildegard Matthäus 2 – Die Huldigung der Sterndeuter – vorbereitet, passend zum Thema unserer Tag „Als sie den Stern sahen erfüllte sie große Freude“. Sternformen entstanden auch beim meditativen Tanzen mit Sr. Gabriella Nahak. Wieder einmal erfreuten wir uns an den weihnachtlichen Weisen des Schwedes-Chores. Nach dem gelungenen Konzert und nach überwundenen Problemen mit der Vorführungstechnik sahen wir am Abend den Film „Es begann an der Maas“. Dabei erfuhren wir Näheres über den Steyler Orden. Auch der Obdachlosentreff TAK in Mönchengladbach – der früheren Wirkungsstätte von Sr. Hildegard – wurde uns durch einen Film vorgestellt.

Montag, 28. Dezember
In einer Bildmeditation zu einer Keramik von Schwester Caritas Müller vertieften wir uns in die Darstellung der Barmherzigen Dreifaltigkeit. Dazu passend ergänzte unsere Morgenrunde das Gebet zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit von Papst Franziskus. Wieder musste ich an die vielen Flüchtlinge denken, aber auch an die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, deren unermüdlichen Einsatz, sowohl bei der Ankunft der Flüchtlinge am Hauptbahnhof mitten in der Nacht, als auch bei der Kleiderausgabe, der ärztlichen Versorgung und vielen anderen Aktionen. Die Zeit im Laupheimer Kloster verging wie im Fluge. In der Rückschau zogen die vergangenen Tage nochmals an uns vorüber. Auch die neuen Teilnehmerinnen empfanden unsere Runde als sehr harmonisch und fühlten sich in der anheimelnden Atmosphäre des wunderschön geschmückten Hauses wohl. Den Abendgottesdienst gestaltete der Laupheimer Singkreis mit und so endete der letzte Abend im „Grünen Zimmer“ in einer gemütlichen Abschlussrunde.

Dienstag, 29. Dezember
Schade, jetzt heißt es Abschied nehmen! Noch ein letztes gemeinsames Frühstück, dann beginnt die Abreise. In unserem Gepäck haben wir nicht nur die Kopie eines Regenbogengebetes von Schwester Martina Machowiak und ein Gedicht zum Jahresabschluss, sondern auch unseren selbstgebastelten Stern sowie wertvolle Eindrücke an eine wunderbare erfüllte Zeit in der Hausgemeinschaft der Schwestern, die uns Kraft gibt für unseren Alltag.

Christa Dollmann

„Am wichtigsten ist die Arbeit an der Gewaltfreiheit sich selbst gegenüber“
Sr. Dorothee Laufenberg referiert im Dreifaltigkeitskloster Laupheim über Hildegard Goss-Mayr

Eine faszinierende und berührende Frau stellte Sr. Dorothee Laufenberg in der vierteljährlichen Reihe „Mittwochs für Frauen“ im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim vor. Mit Hildegard Goss-Mayr verbindet Sr. Dorothee persönliche Erinnerungen durch eine Begegnung im Noviziat in Österreich, bei der es um gewaltfreie Kommunikation ging. „ Wie Feinde Freunde werden“, der Titel ihres 1999 erschienenen Lebenszeugnisses ist zugleich ihr Lebensprogramm.
Früh schon zeichnete sich ihre Berufung zur Friedensaktivistin ab. Ihr Vater Kaspar Mayr, geprägt von den Erfahrungen des 1. Weltkrieges und der Kriegsgefangenschaft in Verdun, leitete nach seiner Rückkehr das internationale Büro des Versöhnungsbundes, der ersten, gewaltlosen, ökumenischen Friedensbewegung Europas. Er hat allen seinen Kindern mit auf den Lebensweg gegeben, dem Hass der Feinde nicht mit Hass zu begegnen. Ihre Berufung kristallisierte sich am Studium und der Erfahrung der unbedingten Liebe Jesu zu den Menschen heraus.
Hildegard studierte in Wien und New Haven Philosophie, Philologie und Geschichte. 1953 promovierte sie als erste Frau an der Wiener Universität “sub auspiciis”, der Höchstnote in Österreich. 1958 heiratete sie Jean Goss. Es hatten sich zwei Menschen mit derselben Lebensvision kennen und lieben gelernt.
Ihre Arbeit geschah immer im Geist der Bergpredigt. Heilige wie Franzskus und Hildegard von Bingen waren Vorbilder, genauso wie Vertreter des christlichen Existenzialismus. Mit Edmund Stinnes wurde darüber diskutiert , was Kapitalismus für eine friedliche Welt bedeutet.
Ihre Friedensarbeit fand auf vielfältige Weise statt. Während des II.Vatikanischen
Konzils bereiteten sie in der „Peace Lobby“ Dokumente vor, gegen die Position der Kirchen vom gerechten Krieg. Es ging ihnen darum Konflikte gewaltfrei zu lösen. Das Fundament ihrer Argumentation war die Lehre Jesu vor allem aus den Seligpreisungen.
Sie entwickelten außerdem gewaltfreie Trainingsprogramme für die Konfliktherde der damaligen Zeit in Ost- und Westeuropa, Lateinamerika, den Philippinen und Afrika.
Sie starteten in Lateinamerika, in denen es viele Diktaturen aber damit zugleich viele revolutionäre Strukturen gab. Mit Dom Helder Camara verband die beiden eine tiefe Freundschaft.
Unter der Überschrift „Gott beruft Propheten“ zeigte Sr. Dorothee anhand vieler Zitate und Berichte aus Büchern von Hildegard Goss-Mayr, wieviele Bischöfe, Ordensleute, Rechsanwälte, gebildete Frauen, aber auch viele Arme aus dem Volk am gewaltfreien Kampf mitarbeiteten. „Die Friedensarbeit fordert das Tiefste von uns. Wir werden neu aus dem Geist der Freiheit“.
Sehr eindrücklich war dann die Schilderung von der „Rosenkranz-Revolution“ auf den Philippinen. Grundsätzlich ging es darum den Diktator Marcos zu stürzen. Philippinos, Priester und Ordensleute knieten vor Panzern und beteten den Rosenkranz. Sr. Hedwig Fischer, die damals auf den Philippinen als Schwester arbeitete und selbst mit dabei war, erzählte eindrücklich wie intensiv, berührend und aktivierend die gewaltfreien Schulungen waren und wie 4 Millionen Menschen auf der größten Straße des Landes knieten um zu beten. „People Power“, so nannte man das.
Die Spiritualität ist Grundlage des Engagements, Gewaltfreiheit heißt, die Gewalt in mir erkennen und brechen. Es geht um eine personale Transformation als Befreiungsweg. Man soll nicht bei anderen verurteilen, was auch in uns liegt. Wichtig ist das Wahrnehmen eigener Traditionen und historischen Erfahrungen. Es gilt das Prinzip der „Metanoia“, der Umkehrung des Bösen.
Die Basis für alle Friedensarbeit ist „Satyagraha – Gütekraft“, ein von M.Ghandi gebildetes Kunstwort. Es geht um die Kraft, die aus Wahrheit und Liebe gebildet wird, und die auf 3 Weisen wirkt:
1. Im eigenen Tun
2. In der Ansteckung anderer Menschen von meiner Begeisterung („und wenn Sie Hildegard Goss-Mayr erlebt hätten, wie ich, wüssten Sie, was ich meine“ so Sr. Dorothee)
3. Nicht-Zusammenarbeit, die dem sogenannten passiven Widerstand entspricht. Es geht darum sich der Maschinerie zu verweigern, die Gewalt ausübt.
Gewaltfreie Aktionen sind höchst kreativ, das wichtigste bleibt aber immer der erste Schritt: die Umkehr. Diese wird herbeigeführt durch:
– Analyse der Situation
– Suche nach einer gerechten Lösung, bei der die Interessen aller berücksichtigt sind
– Dialog mit dem Gegner
– Mittel dürfen dem angestrebten Zweck nicht widersprechen
– Das Ziel wird nicht nur beredet, sondern auch gelebt als Ziel des Neuen
Das alles braucht viel Zeit, das sind langsame, leise Prozesse.
Am wichtigsten aber ist die Arbeit an sich selber: „Arbeit an der Gewaltfreiheit sich selbst gegenüber“.
In kleinen Gruppen diskutierten die Zuhörerinnen dann über das Gehörte mit Blick auf das eigene Leben.
Zum Abschluss wies Sr. Dorothee auf die Bedeutung Hildegard Goss-Mayrs im Hinblick auf Fragen der Zukunft am Beispiel der Migration darauf hin, dass die Visionen Hildegards und ihres Mannes aus der Vergangenheit stammen und in die Zukunft weisen.
Sr. Dorothee ist es mit ihrem Vortrag gelungen, in den Zuhörerinnen den Geist der Begeisterung
für die Ideen Hildegard Goss-Mayers zu wecken und Impulse für die Friedensarbeit vielleicht auch in Laupheim zu geben!

Gerlinde Wruck

Marienkräuterfest im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Einen bunten Strauß an Angeboten konnten die Besucher des dritten Laupheimer Marien-Kräuterfestes pflücken. Jedes Jahr am Samstag vor Mariä Himmelfahrt lädt das Dreifaltigkeitskloster ein, aus der Fülle der Pflanzen im klostereigenen Kräutergarten ein Kräuterbüschel zu binden und die Vielfalt der Möglichkeiten der Verwendung von Kräutern kennenzulernen.
Kapuzinerkresse, Brennnessel, Melde und Giersch konnten beim Mittagessen als Suppe und Lasagne verkostet werden. Im Workshop wurde Kräutersalz, -zucker und Kräuteröl hergestellt. Beim kraftintensiven Mörsern des Salzes konnte der Güte von langsamen Arbeitsprozessen nachgespürt werden. Duftend und leicht ging das Herstellen von Massage-Ölen mit ätherischem Öl.
Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt beim Knüpfen von Bildern aus Naturmaterialien und Binden von Lavendel-Herzen. Verschiedenste Tees aus klostereigenen Kräutern mischten die Besucher selbst. Aus einer Vielzahl an Stoffen konnten die Besucher auswählen, um ein Kräuterkissen zu gestalten und zu befüllen.
Groß war auch das Interesse an der Führung durch den Kräutergarten, mit dem Schwerpunkt „Marienpflanzen“. Auf dem um1410 entstandenen Gemälde „Paradiesgärtlein“ des Oberrheinischen Meisters0 konnten die Pflanzen entdeckt werden, deren Blütezeit im Klostergarten in diesem Jahr bereits vorüber ist. Marias triumphierende Liebe über alle Dinge, die keusche Mutter, die demütige, sanftmütige, aber auch die zielstrebige Frau, alle diese Tugenden sind in Gänseblümchen, Lilie, Walderdbeere, Rose, Akelei, Pfingstrose, Iris und Veilchen erkennbar.
Nach einer Einführung zu Tradition und Gestaltung eines Kräuterbüschels haben die Besucherinnen ihre Kräuterbüschel gebunden, die wieder wunderschön anzuschauen waren.
Die anschließende Kräuterweihe im Park des Klosters wurde von Sr. Dorothee Laufenberg geleitet. Die Kräutersträuße des letzten Jahres wurden dem Feuer übergeben im Vertrauen darauf, dass Gott stets Neues wachsen lässt. In ihrer Ansprache wies sie auf die Bedeutung Marias als Mittlerin zwischen Erde und Himmel hin, die die Brücke zwischen Menschen und Gott bildet. Damit spannte sich der Bogen zu den Marienpflanzen, denn auch die Iris blüht in allen Regenbogenfarben und Iris, die Götterbotin, brachte ihre Nachrichten über den Regenbogen gehend, zu den Menschen und hat somit die Verbindung zwischen Himmel und Erde geschaffen. Bunt wie der Regenbogen waren dann auch die Kräuterbüschel die Schwester Dorothee segnete.
Die Gäste verabschiedeten sich fröhlich und dankbar in Vorfreude auf das nächste Jahr!

Friedensgebet im Kloster

Zum 6.Friedensgebet haben sich am 6.August Steyler Missionarinnen und Gäste aus Laupheim im Saal des Dreifaltigkeitsklosters versammelt. Sr. Christa Lucia Reyering begrüßte die Anwesenden. Im anschließenden Impuls lasen sie und Marga Hess Zeitungsabschnitte der vergangenen Tage vor, in denen deutlich wurde, wie viel Unfriede überall auf der Erde herrscht. Anne Gröner und Ute Weiß sprachen das Gebet aus Psalm 55 und die Lesung aus Matthäus 25. Martin Gröner und Hubert Stützle begleiteten in schon gewohnt einfühlsamer Weise die Lieder.
Am Ende des Gebetes dankte Sr. Hildegard den Besuchern und lud sie ein bei einem Getränk noch etwas im Kloster zu verweilen und die Impulse nachklingen zu lassen.
Viele Gäste folgten dieser Einladung gerne.
Das nächste Friedensgebet findet am ersten Donnerstag im September in der Krankenhauskapelle statt.

Das Leben lockt

Fünf Steyler Missionarinnen feiern 50-jähriges Ordensjubiläum in Laupheim

Gemeinsam mit ihren Mitschwestern haben sich die Jubilarinnen eine Woche in Stille auf diesen Tag vorbereitet. Der Steyler Pater Rüdiger Brunner hat sie dabei begleitet. Am Samstag dann luden Sr. Hildegard Ossege, Kommunitätsleiterin des Dreifaltigkeitsklosters, Sr. Anna-Elisabeth Bammert und Sr. Hedwig Fischer aus Laupheim zusammen mit Sr. Maria Lucie Blessing aus Oberdischingen und Sr. Edelburge Butz aus Thal in der Schweiz Angehörige und Freunde zum Gottesdienst und anschließendem Fest ein.
Feierlich war der Einzug in den Gottesdienst. Sr. Hyazintha Frick führte den Zug an, gefolgt von den Jubilarinnen, Provinzoberin Anna-Maria Kofler. und dem Hauptzelebranten Pater Rüdiger Brunner SVD mit den Konzelebranten Stadtpfarrer Alexander Herrmann, dem Hausgeistlichen Pfarrer Franz Scheffold, Pater Franz Josef Himbert SVD, dem Distriktoberen für Oberschwaben, Pater Antony Anantham SVD und dem Hausgeistlichen aus Oberdischingen, Pfarrer Siegfried Knaus.
„Feste feiert man mit Menschen, mit denen man verbunden ist“ so die Provinzoberin in ihrer Begrüßung. Deshalb galt der erste Gruß den Angehörigen. Aber auch die Mitschwestern des Klosters und der benachbarten Kommunitäten gehören zum Fest, da sie als Korrektiv Ansporn und Hilfe im Glauben sind und für die Erdung des einmal gesprochenen „Ja’s“ sorgen. Sie dankte den Schwestern für die Liebe, Hingabe und ihren missionarischen Dienst. „Sie haben sich persönlich und als Gemeinschaft ganz Gott überlassen. Und weil Gott treu ist können auch wir treu sein“.
Die Lesung aus dem Römerbrief wurde von Sr. Maria Lucie Blessing vorgetragen. Pater Himbert verlas aus dem Evangelium nach Lukas.
„Kommt jetzt ne Predigt?“, fragte Pater Brunner anschließend. „Da sitzen doch fünf Predigten“. Er erzählte von einer Begegnung mit einer jungen Frau, die er fragte, ob das Ordensleben nichts für sie wäre. „Prinzipiell schon“ war die Antwort, „aber das Leben lockt“. „Haben Sie den Eindruck, dass bei den Schwestern das lockende Leben, Freude, Optimismus, Träume gestorben waren beim Ablegen der Gelübde?“, fragte er in Richtung der Angehörigen. Im Laufe seines Lebens habe er erkannt, dass die Schwestern Leben in Fülle haben. Im Rückblick auf die vorangegangene Woche ist er sich sicher, dass sie bei der Vollendung sagen werden „Mensch, habe ich gelebt!“ Er dankte den Schwestern, denn „die Schwestern haben mich begleitet“. Und wie den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus das Herz brannte, brennt in den Schwestern immer noch das Feuer für die Sache Jesu.
Bei der Erneuerung des Gelübdeversprechens wurden die Profess-Kerzen am Licht der Osterkerze entzündet. Sr. Anna-Maria Kofler lud die Gottesdienstbesucher ein, mit den Schwestern ihren Glauben zu bezeugen und ein eigenes Treueversprechen zu erneuern. Nach den Fürbitten, gelesen von Sr. Hedwig Fischer, tanzte Sr. Gabriella einen Gabenbereitungstanz aus Indonesien. Die Gaben wurden von Sr. Edelburge Butz und Sr. Anna Elisabeth Bammert getragen.
Am Ende des Gottesdienstes rezitierte Sr. Hildegard das Gedicht von Andreas Knapp „Komm und sieh“.
Unter dem Applaus der Gottesdienstbesucher dankte Sr. Regina-Michaela Pracht am Schluss des Gottesdienstes dem Laupheimer Singkreis, der gemeinsam mit Schwestern des Klosters unter der Leitung von Andrea Schöttler und solistischem Gesang von Annerose Wanner den Gottesdienst musikalisch umrahmt hatte. „Sie haben dem Fest einen strahlenden Glanz gegeben“. Aber das Fest geht weiter, „das Leben lockt“, so die Schwester, und lud zum Weiterfeiern im Saal des Klosters ein.
Zwischen Vorspeise und Hauptgericht überreichte Pater Himbert den Jubilarinnen verschiedene Geschenke aus China, wo er derzeit lebt: eine gelb rote Quaste als Symbol für Dienst und Leben – Gelb war die Farbe des Kaisers als Diener seines Volkes, Rot ist die Farbe der Hochzeitskleider -, eine Wallfahrts-Madonna und eine Kalebasse aus Glas.
Sr. Hildegard bedankte sich im Namen der Mitschwestern bei ihrem langjährigen Weggefährten in der Arbeit mit den MissionarInnen auf Zeit.
Am Nachmittag gab es noch viel Gelegenheit zu Begegnung und Austausch und dem Genießen der Fülle des Lebens.

 

 

Be-Geisterung im Dreifaltigkeitskloster
Zahlreiche Besucher waren am Pfingstmontag zu Gast im Kloster

Buntes Treiben herrschte am Pfingstmontag den ganzen Tag über im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Menschen verschiedenster Länder und Kulturen waren der Einladung zum ökumenischen Pfingstfest gefolgt. Die Vielfalt war bereits beim reich gedeckten Mittagsbuffet zu erkennen. Angestellte des Klosters kochten Spezialitäten aus ihren Heimatländern Kasachstan, der Ukraine, Rußland und Deutschland. Von Schwestern des Klosters und Frauen des Vorbereitungsteams wurde aus ihren Heimatländern indonesisch, rumänisch, südamerikanisch und deutsch gekocht. Spezialitäten aus Gambia wurden von 4 Afrikanern zubereitet. Die Begeisterung der Besucher angesichts dieser vielfältigen Köstlichkeiten war immer wieder hörbar.
Trommelklänge lockten anschließend viele Menschen in den Park, wo vier junge Männer aus Gambia ihr Können unter Beweis stellten. Die Zuhörer ließen sich von den Klängen mitreißen und so gab es sogar Tanzeinlagen.
Beim folgenden Programm war für jede und jeden etwas dabei. Schwester Hildegard Ossege lud ein zu einer Besinnung zu Pfingsten. Eigens dazu hatte sie im Sommer vom Kaiserstuhl Hölzer von Weinreben mitgebracht, die das Gesagte veranschaulichten. Sr. Christa Lucia Rehyering hatte eine meditative Kirchenführung vorbereitet, ein Angebot, das viele Menschen annahmen. Auch das Labyrinth und Mandalas luden zur Besinnung ein. Vor allem Frauen interessierten sich für meditatives Tanzen unter Anleitung von Sr. Gabriella Nahak. Bunt gemischt war das Publikum bei Felix Wruck, Missionar auf Zeit in Bolivien. Er stellte das Straßenkinder-Projekt „Sterne auf der Straße Boliviens“ vor, bei dem er ein Jahr mitgearbeitet hat. Im zweiten Teil des Nachmittags zeigte Sr. Hildegard Ossege noch einen Film über die Vorbereitung der MissionarInnen auf Zeit in der Karwoche in Berlin. Ein Film, der Einblicke in unsere Gesellschaft gibt, die angesichts von Armut und Not in Deutschland Betroffenheit auslösten. Sr. Waldemaris informerte Interessierte im Atrium anhand der dortigen Ausstellungsstücke über Einsatzländer der Steyler Missionarinnen.
Groß war das Interesse der Kinder am Schminken und Verkleiden. Ute Weiss, Hanna Weber, Anne Gröner und Sr.Gabriella Nahak verwandelten in indonesische Schönheiten oder südamerikanische Indianer. Auch Sr. Marana Bornschlägl am Glücksrad hatte alle Hände voll zu tun, so groß war das Interesse.
Eindrucksvoll war beim Abschlußgottesdienst der Einzug von Kindern , Müttern, Teamfrauen und Sr. Gabriella Nahak, die in verschiedenen Landestrachten Kerzen und Bibel zur Mitte brachten. Sprachvielfalt erlebbar wurde beim anschließende Ruf „Komm heiliger Geist“, von Schwestern und TeilnehmerInnen in Sprachen ihrer Einsatzländer oder Muttersprache gerufen, immer unterbrochen durch Trommelklang von Sr. Gabriella Nahak. Martin Gröner und Hubert Stützle begleiteten Lieder und Instrumentalstücke stimmig mit Geige und Gitarre. Sr. Christa Lucia Rehyering faßte die Pfingstbotschaft mit ihren Worten zusammen: Die Sprache des Geistes wird lebendig, wenn wir den anderen in seiner Art stehen lassen und dies wird möglich durch die Sprache der Liebe.

Laupheimer Friedensgebet in der Moschee

Neue Wege sind Christen und Muslime in Laupheim gegangen. Zum ersten Mal fand das Friedensgebet beim Türkisch-Islamischen Kulturverein statt. Über 60 Menschen waren gekommen um gemeinsam zu beten. Mustafa Tura, der Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste : „Die Welt braucht Frieden, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist, die wir hier machen.“ Seine Frau Gülhan Tura und Yasemin Karaman hatten im Vorfeld den Abend mit dem Friedensgebet-Team vorbereitet. Aus Ulm war Imam Israfil Polat gekommen. Er betonte in seiner einleitenden Rede die Gemeinsamkeiten innerhalb der Religionen, so wies er unter anderem auf die gemeinsamen zehn Gebote von Christen und Muslimen hin!
Sehr eindrücklich war die Rezitation von zwei Suren des Korans, die der Laupheimer Imam Yahya Karayel auf Arabisch vortrug und die Imam Polat anschließend übersetzte. “Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt“.
Schwester Hildegard Ossege, die Oberin des Dreifaltigkeitsklosters bat in ihrem Gebet um die „Bereitschaft, den Hass und die Gewalt zu überwinden“, um „Mut zur Versöhnung“ und um „Kraft, das Richtige in unserer Gesellschaft zu tun“.
Anschließend waren alle Teilnehmer zum Austausch bei Tee und Gebäck eingeladen. Die Gäste waren überwältigt von der Gastfreundschaft, die ihnen entgegengebracht wurde, weshalb man an diesem Abend viele strahlende Gesichter sah. Und angesichts des großen Zuspruchs beim Gebäck versprachen die Gastgeberinnen: beim nächsten Friedensgebet bringen wir das Essen mit!

 

Ikonenmalen

Eine kleine Gruppe hat sich Anfang Mai im Dreifaltigkeitskloster getroffen um unter Leitung von Elena Filipescu eine Ikone zu schreiben. Elena Filipescu, Opernsängerin und Tochter eines orthodoxen Priesters konnte sich so intensiv um jede(n) Teilnehmer(-in) kümmern. Der Tag begann mit Gebet in der Kapelle und auch während des Tages wurde wenig gesprochen, sodaß eine äußerst konzentrierte Atmosphäre herrschte. Nachdem ein Motiv unter fachkundiger Beratung von Frau Filipescu ausgewählt war, wurde die Vorlage kopiert, grundiert und jeden Tag ein Stück weiter geschrieben. Im Sonntags-Gottesdienst wurden die Ikonen geweiht. So konnten am Ende der Woche alle TeilnehmerInnen ihre Ikone und die intensiven Erfahrungen beim Schreiben mit nachhause nehmen.

 

Seid kreativ und wagt das produktive Chaos

Vortrag zum apostolischen Sendschreiben Evangelii Gaudium von Papst Franziskus im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Groß war das Interesse am Vortrag von Dr. Wolfgang Steffel, Dekanatsreferent des Denkanats Ehingen-Ulm über das erste apostolische Sendschreiben von Papst Franziskus „Evangelii Gaudium“. Schon zu Beginn zog er die Zuhörer mit der Herleitung seiner ersten These in Bann. Anhand des Datums 13.03.13, dem Beginn des Ponifikates von Franziskus, entwickelte er die These „Gott geht vor, Gott ist der Einzige“. Die Zahl 13 entspricht dem Zahlenwert des hebräischen Wortes „Ächad“, eins, einer. Damit widerspricht er einem praktischen Relativismus der davon ausgeht, „dass wir auch ohne Gott viel zu tun haben“. Weihbischof Franz-Josef Overbeick aus Essen sagt es mit den Worten: Was nützen uns Gebäude und Strukturen, wenn kein Mensch mehr hingeht? Wir sollen mit der Erwartung leben, dass heute Veränderung stattfinden kann. Stattdessen herrscht weithin „religiöser Alzheimer“ wenn wir vergessen, daß Gott uns Wunder zuspielen will!

Wenn Gott nicht vorgeht, spielt auch der Arme keine Rolle. Wir sollen uns darin üben, den Nächsten als Abbild der heiligen Dreifaltigkeit zu sehen. Darin verbinden sich die franziskanische und ignatianische Seite von Papst Franzsikus. Die Begegnung von Angesicht zu Angesicht ist Papst Franziskus sehr wichtig! Der typisch jesuitische Bickkontakt ist der Sclüssel für „Evangelii Gaudium“ und die politische Dimension des Papstes. Im Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss, sondern die Begegnung mit einer Person oder einem Ereignis, nämlich Jesus, die unserem Leben eine neue Dimension gibt. Dies manifestiert sich in der Volksfrömmigkeit.

Die zweite These lautet: Gott ist dreifaltig einer und Kirche ist vielfältige Einheit. Dies drückt sich bereits in den vier Evangelien aus, die jeweils eine andere Sichtweise von Jesus vermitteln. Wenn Vielfalt da ist, gibt es auch viele Formen von Frömmigkeit. Eintönigkeit entspricht nicht unserem Glauben!

Und deshalb kommt es zur dritten These und Aufforderung: Seid kreativ und wagt das produkitve Chaos! Mit Hinweis auf das organisatorische Chaos beim Weltjugendtag in Brasilien zitiert Steffel Papst Franziskus: „Ich hoffe, daß es auch in den Diözesen ein Durcheinander geben wird. Wenn ich spüre, dass ein Jugendlicher Unruhe spürt, möchte ich ihm dienen!“ Dass unser Alltag dagegen von Regeln dominiert ist, die Ordnung befestigen sollen, betont Steffel mit Blick auf die Kirchengemeinderatswahlen! Ordnung darf nicht zum Selbstzweck werden!

„Jesus Christus kann auch die langweiligen Schablonen durchbrechen, in denen wir uns anmaßen ihn gefangen zu halten“ (Ev. Gaudii Absatz 11). Es braucht Toleranz. Wer sich immer heraushält bleibt farblos.

An dieser Stelle gab es für die Zuhörer die Gelegenheit, sich zum Gehörten zu äußern. So war Unzufriedenheit über die KGR-Wahlen zu hören, aber auch die Sehnsucht nach mehr Spiritualität, Stille und Begeisterung in der Kirche. Ein weiteres Votum forderte mehr Eigenverantwortung!

Im nächsten Teil des Vortrages ging es dann um die Bildersprache von Papst Franziskus. In Absatz 49, einer der zentralsten und vielleicht berühmtesten Passagen der Schrift, fragt er: „Können wir Beulen zulassen?“ Ein weiteres Bild ist die Geschichte der wunderbaren Brotvermehrung. Wichtig daran ist, daß Jesus Brot und Fische nimmt und seinen Vater preist, die Augen zum Himmel hebt. Wir würden in einem solchen Fall wohl die Caritas beauftragen, aber Jesus will, daß wir Gott vertrauen.

In Ev.Gaudii Absatz 51 geht es um die Unterscheidung der Geister. Unterscheidung braucht Zeit, Veränderungen und Reformen brauchen Zeit um einen wirksamen Grund zu legen. Diese Zeit ist die Zeit des Erwägens.

Im letzten Teil ging es nochmals um Armut. Sie ist der Schmelofen der den Fortschritt des Menschen prüft. Schon bei Ignatius soll ein Bischof den Pomp meiden. Äußere Armut wird auch von Frnziskus gelebt, das heißt aber auch innerlich leer werden für das, was Gott uns zuspielt. Äußere Armut kann innere Armut befördern.

Und so geht es letztlich um Hingabe. Alles was wir im Alltag tun, soll mit außergewöhnlicher Hingabe geschehen. Das ganze Leben Jesu, seine Ganzhingabe ist wertwoll und spricht zum eigenen Leben.

Zum Abschluß wurde noch das „Suscipe“ gebetet, in das, wer wollte, mit einstimmen konnte.

Das Geburtsdatum Dr. Steffels schloß den Bogen, in dem es auf das Pfingstfest und die Sendung der Jünger hinweist. „Nur“ getauft und gefirmt sind wir trotzdem gerufen Glauben mitzugestalten.

Gerlinde Wruck

 

Um-Wege zur eigenen Kraft

Aschermittwoch der Frauen im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Zum zweiten Mal veranstaltete das Dreifaltigkeitskloster einen Aschermittwoch der Frauen. Mit dem Aschermittwoch sollen Frauen die Möglichkeit bekommen, innezuhalten und die Fastenzeit bewusst zu beginnen, bevor der Alltag sie wieder einholt. Um Frauen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen die Teilnahme zu erleichtern, gab es wieder die Möglichkeit nur morgens, nachmittags oder auch den ganzen Tag teilzunehmen.

Der Tag begann mit einer Vorstellungsrunde mithilfe ausgelegter Wegbilder. Sr. Hildegard Ossege lud jede Teilnehmerin ein, sich ein Bild auszusuchen, das zu ihrer persönlichen Situation oder auch Motivation für diesen Tag passte. So entstand gleich zu Beginn eine sehr offene, intensive Atmosphäre. Tänzerisch machten sich die Teilnehmerinnen dann mit einem Pilgertanz unter Anleitung von Sr. Gabriela Nahak auf den Weg. Sr. Dorothee Laufenberg ging dann in die Tiefe, indem sie danach fragte, was es bedeutet, wenn wir Umleitungen, Umwege gehen müssen.

Anhand eines Textes von Gertrude Wilkinson machten sich die Teilnehmerinnen dann auf die Suche nach Wegen, wie sie in der folgenden Fastenzeit verschüttete Wege zu eigenen Bedürfnissen wieder offen legen könnten. Dazu fertigte sich jede Frau ein individuelles Fastentagebuch, indem für jede Fastenwoche ein Blatt gestaltet wurde. Im Laufe der Fastenzeit können so neue Wege gegangen oder auch Um-Leitungen reflektiert werden.

Der Vormittag ging mit einem Tanz zu Ende und schon mussten die ersten Teilnehmerinnen verabschiedet werden.

Das Fasten-Mittagessen, bestehend aus Laupheimer Bibeleintopf und Salaten fand großen Anklang, so dass der Fastenbeginn mit einem Gaumenschmaus begann.

Da einige der Tagesgäste zum ersten Mal im Dreifaltigkeitskloster waren, führte Gerlinde Wruck die Interessierten im Anschluss ans Mittagessen durchs Haus.

Zum Nachmittagsprogramm mischte sich die Gruppe neu, weitere Frauen kamen dazu. Sr. Dorothee Laufenberg stimmte mit Übungen aus dem Thai-Chi körperlich auf den Nachmittag ein.

Bei der anschließenden Beschäftigung mit dem Buch Ruth und den Wegen die Ruth und ihre Schwiegertöchter gingen, gab es für manche Frau eindrückliche Erkenntnisse für ihr eigenes Leben.

Nach einer Stärkung bei Kaffee und Fastenbrezel konnten die Teilnehmerinnen ihr Fastentagebuch vervollständigen oder neu anlegen, indem sie sich für die sechs Sonntage der Fastenzeit Impulse für ihr spirituelles Leben gestalten konnten. Dazu gab es vorbereitete Texte oder Motive oder eine ganz freie Gestaltung.

Und damit die Seele Lust hat im Körper zu wohnen, gab es von Gerlinde Wruck noch ein Rezept für ein vitaminreiches Pfefferminz-Smoothie. Außerdem erhielten die Teilnehmerinnen ein Skript, indem sie Anleitungen für Trocken-Bürsten-Massagen. Diese haben eine sehr positive Wirkung auf den Körper.

Anschließend konnten die Frauen die tiefe Wirkung eines Leibgebetes erproben, das von Gerlinde Wruck angeleitet wurde.

Sr. Dorothee Laufenberg gab anschließend eine Einführung in das „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“, einen Tagesrückblick nach Ignatius von Loyola.

Nach der Verabschiedung durch Sr. Hildegard Ossege überbrückten die Frauen, die noch zum Gottesdienst mit Erteilung des Aschekreuzes bleiben wollten, die Zeit mit Sr. Gabriella, die meditative Tänze anbot.

 

Beten für das Glück des Friedens

60 Menschen haben sich am vergangenen Donnerstag im Dreifaltigkeitskloster zum ersten Friedensgebet getroffen. Eingeladen hatten die Steyler Missionarinnen in Kooperation mit dem Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) Laupheim. Schon beim Betreten des Saales fielen der Olivenbaum und die Regenbogenfahnen ins Auge, zwei biblische Friedenssymbole aus alttestamentlicher Zeit, die bis heute nichts an Symbolkraft verloren haben. Sr. Lucia Reyering und Marga Hess begrüßten die Gäste. Sie betonten, dass Friede Geschenk und Gabe, aber auch Aufgabe ist. Als Geschöpfe der einen Welt sorgen wir uns um politischen, sozialen und religiösen Frieden. Das Glück des Friedens „sollte uns allen, alles andere als selbstverständlich sein“ und deshalb „beten und bitten“ wir um Frieden. In die Begrüßung eingestreut waren aktuelle Schlagzeilen zu den Konflikten in der Welt von Nigeria über Italien und Deutschland bis hin zur Ukraine. Das anschließende Lied sowie die gesamte musikalische Gestaltung des Friedensgebetes wurden von Hubert Stützle und Martin Gröner mit Gitarre und Geige gefühlvoll begleitet. Sr. Hildegard Ossege betete im Wechsel mit den Teilnehmenden Psalm 85, daran anschließend bot eine Zeit des Schweigens, untermalt von sanften Instrumentalklängen, Raum zum persönlichen Meditieren. Sr. Lucia Reyering las im Anschluss aus Johannes 14. Das Gebet „Dialog zwischen den Religionen“ von Herrmann Schalück, gelesen von Martin Gröner, brachte schon in der ersten Strophe das Verbindende der Religionen zum Ausdruck: „Dein Name Herr ist Leben, Friede, Schalom und Salam“! Gerne folgten die Besucher der Einladung Anne Gröners, sich beim „Vater unser“-Gebet zum Zeichen der Verbundenheit an den Händen zu fassen. Ute Weis bedankte sich zum Abschluss bei Allen fürs Kommen und lud zum nächsten Friedensgebet in einem Monat ein, das vorraussichtlich in der evangelischen Kirche stattfinden wird. Genauere Informationen dazu wird es wieder ca. eine Woche vorher geben.

 

Dorothea von der Flüe, eine moderne Frau im Mittelalter
Sr. Ruth Walker referiert im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Immer wieder mittwochs, alle viertel Jahre, treffen sich Frauen im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim um Frauen kennenzulernen, deren Glaubensleben und Biografie Ermutigung und Hilfe für das eigene Leben sein kann, so auch am Mittwoch, 28.Januar.
Sr. Ruth Walker und Sr. Lea Summermatter von den Menzinger Schwestern , berichteten über Dorothee von der Flue, der Frau von Bruder Klaus von der Flue.
Die beiden Schwestern leben im Haus der alten Post und sind für Menschen da, die auf dem Flüeli und im Ranft ihrer eigenen Kraft nachspüren möchten.
In ihrem Vortrag war deshalb stets eine besondere Nähe zu Dorothee und Bruder Klaus zu spüren.
In einem ersten Teil referierte Sr. Ruth über kulturelle, politische, kirchliche und landschaftliche Gegebenheiten, die alle einen Einfluß auf die Menschen des 15. Jahrhunderts hatten.
In einem nächsten Schritt wurden Dorothee und Bruder Klaus vorgestellt, erste Treffen der 15 jährigen mit dem doppelt so alten, reichen Bauern und Ratsherren, der sie schon beim ersten Treffen warten ließ! Und obwohl es wenig historische Zeugnisse über Dorothee gibt, gelang es den Referentinnen geschickt O-Töne einzulesen indem Sr. Lea den Part der „historischen Quelle“ übernahm. So entstand das Bild der aktiven, selbstbewußten Bäuerin, die auch die Feldarbeit übernahm, wenn Bruder Klaus wieder mal abwesend war, der Mutter von 10 Kindern und der Frau an der Seite von Bruder Klaus, die ihm in seinen inneren Kämpfen eine Partnerin und Beraterin war. So berichtet Hans Salach 1535 in der 1.Biografie über Bruder Klaus , daß dieser Dorothee als Mitarbeiterin seines geistlichen Werkes beschreibt.
In der großen, selbstständigen Verantwortung in den meisten Lebensbereichen war eine erstaunliche Nähe zu Lebenslagen heutiger Frauen spürbar.
Und als Bruder Klaus am 16.10.1467, dem Gallustag in eine ungewisse Zukunft auszog, tat er dies mit Zustimmung seiner Frau. Das Gerede der Leute war ihr wohl weniger wichtig als die Berufung ihres Mannes zu unterstützen. Und auch als Bruder Klaus noch im selben Jahr zurückkam und sich nicht weit entfernt von seinem ursprünglichen Heim niederließ, reihte sich Dorothee in die lange Reihe der Wartenden ein, wenn sie eine Frage an ihn hatte.
In einem dritten Schritt entwickelte Sr. Ruth die Bedeutung Dorothees für uns heutige Menschen:
Beziehungen prägen Menschen – Menschen machen Entwicklungen – jeder Mensch hat Aufgaben – wichtig ist ein gutes Beziehungsnetz – Beziehung braucht Gestaltung – Veränderung muß nicht Verlust bedeuten – Leben beinhaltet Unsicherheiten.
Im letzten Teil des Abends tauschten sich die Teilnehmerinnen dann in Gruppengesprächen über ihre Gedanken angesichts des Gehörten aus. Einen ganz besonderen Impuls gab eine Karte, die ein Tonmodell der ungarischen Künstlerin Maria Törley zeigt, mit dem Titel „Bruder Klaus und Dorothea –partnerschaftlicher Dialog“, die jede Teilnehmerin von Sr. Ruth geschenkt bekam!
Den beiden Menzinger Schwestern ist es an diesem Abend gelungen eine Frau über die wenig geschrieben ist nicht nur in ihrem historischen Umfeld darzustellen, sondern auch in ihrer Bedeutung für uns heutige Frauen. Und so wird dieser Abend bei den Zuhörerinnen sicher in Kopf und Herz in Erinnerung bleiben.

 

 

Mitfeier der weihnachtlichen Festzeit im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Wie in den vergangenen Jahren bestand auch 2014 wieder die Möglichkeit, die Weihnachtstage als Gast im Kloster zu verbringen.
Zum Thema „Mensch, mach es wie Gott – werde Mensch“ erhielten wir viele wertvolle Impulse. Im Kreis der „Weihnachtsfamilie“ wurden die Gäste, die zum ersten Mal diese Tage erlebten, herzlich empfangen. Es fällt leicht, sich im festlich geschmückten Haus wohlzufühlen, vor allem, weil wir mit in die Gemeinschaft der Schwestern aufgenommen. wurden.
Im Atrium des Hauses fand die traditionelle Einstimmung auf Heiligabend statt. So vorbereitet nahmen wir an der Christmette der Hausgemeinschaft teil und saßen anschließend noch zusammen beim gemeinsamen Singen der Weihnachtslieder.
Am 25. Dezember feierten wir in der Pfarrkirche in Laupheim Eucharistie mit einer Orchestermesse. Danach gab es die Möglichkeit, beim Fernsehen den päpstlichen Segen Urbi et Orbi zu empfangen. Der zweite Weihnachtsfeiertag brachte reichlich Schnee. Voller Freude genossen wir die winterliche Stimmung beim Spazierengehen.
Mit der gemeinsamen Teilnahme an Gottesdienst und Vesper gelang es, uns unbeschwert vom Alltag geistlichen Fragen zu öffnen, liebevoll begleitet von Sr. Hildegard und den Schwestern des Dornbuschgruppenteams.
Eindrucksvoll war für uns zu erfahren, wie junge MaZler in Berlin eine Woche in Armut erleben und so ergab sich ein intensiver Austausch darüber, wie wir selbst in unserem Umfeld Armut wahrnehmen und begegnen.
Wie im Flug verging die freie Zeit beim Lauschen von Weihnachtsgeschichten und Berichten der Schwestern von ihrer tatkräftigen Arbeit am Nächsten.
Doch auch unser kreatives Tun kam nicht zu kurz: Beim Mandala malen kommt man sehr schnell zur Ruhe und aus Kleisterpapier entstanden kleine Kunstwerke, die sich gut als Mitbringsel eigneten. Durch das meditative Tanzen spürten wir die ganzheitliche Wirkung auf Geist und Körper und tauchten beim Märchenabend ein ins Reich der Phantasie.
Die Laupheimer Stadtkapelle erfreute uns mit einem Ständchen und der Laupheimer Singkreis mit seinem beeindruckenden Konzert.
Auch für unser leibliches Wohl war bestens gesorgt, denn das Küchenteam verwöhnte uns mit wohlschmeckenden Gerichten, die in anheimelnder Atmosphäre aufgetischt wurden.
Gestärkt an Leib und Seele verabschiedeten wir uns dankbar für die wundervolle Zeit und waren wir uns einig: Dieser Aufenthalt ist ein wahres Gottesgeschenk!

Christa Dollmann, Mannheim

 

„Alles ist Gnade, vieles Hingabe und nichts vergeblich“
Festgottesdienst zum 125-jährigen Jubiläum in Laupheim

Lichtvoll begann der Tag zum Abschluss des Jubiläumsjahres in Laupheim. Seit 7 Uhr brannten in der Kapelle 125 Kerzen zur Erinnerung an jedes Jahr seit der Gründung der Steyler Missionsschwestern am 8. Dezember 1889.
Zur feierlichen Messe um 10 Uhr waren viele Gäste gekommen, um gemeinsam mit den Schwestern zu danken. Hauptzelebrant war Weihbischof Thomas Maria Renz aus Rottenburg, Konzelebranten waren Dekan Sigmund F.J. Schänzle aus Ochsenhausen, Pfarrer Franz Scheffold, Pfarrer Franz Ladenburger und Diakon Uli Körner aus Laupheim, Pater Antony Anantham SVD aus Aulendorf und Pater Thomas Tien. Unter den Klängen der Orgel zogen die Zelebranten ein, gefolgt von Oberin Sr. Hildegard Ossege, Sr. Lucia Reyering, Sr. Leonildis, Sr. Bernharde Wilburger, Sr. Irmengilde Bücheler und Sr. Anna Elisabeth Bammert.

Sr. Hildegard und Sr. Lucia trugen gemeinsam eine große Wurzel, Symbol für die Verwurzelung der Gemeinschaft in der Liebe des Heiligen Geistes. Die Heilige Schrift, getragen von Sr. Bernharde, stand für Jesus, das Mensch gewordene Wort Gottes, das alle Menschen zur Freundschaft mit dem dreieinigen Gott einlädt. Sr. Irmengilde erinnerte mit dem Gedenkbuch der Verstorbenen an die brennende Sehnsucht, die die Gründerinnen und alle erfüllte, die die Gemeinschaft geprägt und mitgeführt habe. Der Globus in Sr. Anna Elisabeths Händen war Symbol für die auch heute noch weltweit geschriebene Geschichte der Liebe Gottes durch Wort und Lebenszeugnisse. Die Jubiläumskerze getragen von Sr. Leonildis stand für Gottes Vielfalt und Einheit, die in der interkulturellen Gemeinschaft der Steyler Missionarinnen brennt und leuchtet! Die zu Schalen geformten Hände der Schwestern erinnerten an die Hingabe der Schwestern zu Gott, der Leben schenkt und erhalten will.

Sr. Luzia Schmuki, Vertreterin der Provinzialleitung der deutschen Provinz sagte in ihrer Begrüßung, bezugnehmend auf die 125 Kerzen, dass diese eine Verheißung dafür sein mögen, dass Gottes Licht immer stärker aufscheine, an allen Orten, wo Schwestern leben und arbeiten. Der Festtag zeige, was Gott Großes und Heilvolles bewirken kann, wenn ein Mensch sich darauf einlässt. Mit Hinweis auf das 14. Generalkapitel rief sie zur Communio auf, auch mit Menschen, die ausgeschlossen sind. Diese Gemeinschaft gilt es immer wieder neu zu wagen.

Weihbischof Thomas Maria Renz zog in seiner Predigt eine Parallele zwischen dem Leben Marias und dem der 125 Jahre Steyler Missionarinnen. „Alles ist Gnade, vieles Hingabe und nichts vergeblich“! Wir selber könnten oft nicht viel bewirken, seien passiv vor Gott und doch darin aktiv Empfangende: „Ja, dein Wille geschehe – durch mich!“, hob Weihbischof Renz mit Bezug zum Vaterunser hervor. Die aktive Passivität Marias entspricht den leeren Händen der Schwestern vom Anfang. Wo Menschen im Geist der Liebe handeln, ist nichts vergebens. Und so ist es kein Zufall, dass der Gründungstag auf den 8. Dezember fiel, damit das Vorbild Marias auch Vorbild für das Wirken der Steyler Schwestern sei. Dies bringe auch das Festmotto „Geschenktes Leben, geschenkte 125 Jahre“ zum Ausdruck. Die Hingabe Marias an den Willen Gottes leite die Berufung der Schwestern bis zum heutigen Tag, „mit der Welt im Blick“, so Weihbischof Renz. „Sie sind eine große Familie, die für die Menschheitsfamilie ihren Dienst tut.“ Und dies in der heutigen Zeit, geprägt von Globalisierung, Flüchtlingsproblematik und Christenverfolgung. Angesichts dieser Probleme braucht es eine „Globalisierung der Solidarität unter den Menschen“. Hier dienen die Schwestern schon seit 125 Jahren dem einen Volk Gottes, dort wo es lebt und leidet. Und wenn man sich im Älterwerden die Frage stellt, was hat es gebracht, was konnte ich verändern und: war nicht alles vergeblich? dann antwortet Renz darauf mit einem klaren „Nein!“ – „Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, taugt nicht zum Reich Gottes. Wir sind zum Säen berufen und alles, was aus der Liebe getan ist, ist nicht vergebens gewesen“. Das dürfen die Schwestern dankbar vor Gott bringen. „Jede Schwester war eine Maria, die Gottes Wort in die Welt hinausgetragen hat“, so der Rottenburger Weihbischof.

Die Fürbitten galten den Schwestern und Menschen der fünf Kontinente: den Schwestern aus Europa, die in die Fremde gingen und den Schwestern, die heute als Missionarinnen nach Europa kommen, der Vielfalt der Menschen in Amerika, dass sie Hoffnungsträger bleiben inmitten der Schwierigkeiten, den tief religiösen, musikalischen und künstlerischen Menschen Afrikas, dass das Bewusstsein von der Gegenwart Gottes ihr Leben bereichern möge, dem Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen Asiens und den Inselnationen Ozeaniens, die aufgrund der Erhöhung des Meeresspiegels ihre Heimat verlieren.

Zur Gabenbereitung tanzte Sr. Gabrielle einen indonesischen Tanz. Sr. Hildegard Ossege dankte im Anschluss an die Eucharistiefeier allen, die mitgewirkt haben.

Der Laupheimer Bürgermeister Rainer Kapellen zitierte in seinem Grußwort den Arzt und Theologen Albert Schweitzer: „Die einzigen wahrhaft Glücklichen unter uns werden die sein, die den Weg zum Dienst an anderen gesucht und gefunden haben“. Deshalb müssten die Schwestern wohl zu den glücklichsten Menschen gehören! Er dankte ihnen für ihr langes Wirken in Laupheim und der Welt. Bezugnehmend auf ein Gedicht der Benediktinerin Sr. Selina „Kloster am Rand der Stadt“ in dem es heißt „es muss jemand zuhause sein, wenn der Messias kommt“, wies Diakon Uli Körner im Namen der Katholischen Kirchengemeinde Laupheim auf die große Bedeutung des Dreifaltigkeitsklosters hin: „Sie sind Licht für die Welt, vor allem für uns hier in Laupheim.“ Dekan Sigmund Schänzle stand und steht in enger Verbindung mit den Steyler Missionarinnen. Immer wieder kam es in seinem Berufungs- und Ordensleben in Laupheim, Moos, Ecuador und Argentinien zu Begegnungen mit den Schwestern. Schon als Kind war er zu Besuch im Kloster, während er bei der Patentante Urlaub machte. Anhand einer Parabel von alten Mönchen, die wegen ihrer immer kleineren Zahl zu einem Weisen gingen, erläuterte er die Bedeutung des gegenwärtigen Geistes unter den Mönchen mit Verweis auf Jesu Zusage: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Geistlichkeit, so der Dekan des Dekanats Biberach/Bad Saulgau, sei ein Substantiv und eine Zustandsbeschreibung zugleich. „Sie geht uns alle an. Für Gott ist nichts unmöglich, denn einer von Euch ist der Messias!“

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es bei einem festlichen Mahl noch reichlich Gelegenheit zum Austausch und zum Feiern!

 

 

Schwestern des Dreifaltigkeitsklosters feiern mit der Pfarrgemeinde Weltmissionssonntag und 125-jähriges Jubiläum

Einen ganz besonderen Gottesdienst feierten die Steyler Missionarinnen mit der katholischen Kirchengemeinde in der Marienkirche in Laupheim. Weltmissionssonntag und 125 Jahre Steyler Missionarinnen waren Anlass für die Schwestern, sich auf den Weg in die Ortsgemeinde zu machen, um gemeinsam zu feiern, da die Kapelle des Klosters zu klein gewesen wäre. Sie fühlen sich der Pfarrei sehr verbunden, betonte Sr. Hildegard Ossege, die Oberin des Dreifaltigkeitsklosters, in ihrer Begrüßung.

Einen tiefen Einblick in die Geschichte und Arbeit der Ordensgemeinschaft vermittelte ein kurzer Film zu Beginn, der von einer Steyler Schwester anlässlich des Jubiläums gestaltet wurde. Viele Aufgaben der Mission wurden sichtbar, ebenso Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte.

Spannend wurde es für die Kinder, als sie zur Evangeliumsprozession zum Altar kommen durften. Gemeinsam mit Diakon Uli Körner zogen sie unter dem Trommelwirbel von Sr. Gabriella Nahak um den Altar.

Sr. Dorothee Laufenberg machte in ihrer Predigt deutlich, dass Evangeliumsverkündigung nicht nur „etwas für Profis“ ist! Die ersten sechs Postulantinnen der neuen Kongregation 1898 waren einfache Frauen, die einen Traum hatten: den Gott des Lebens erfahrbar zu machen. Keine Grenze, weder innerlich noch äußerlich, sollte sie daran hindern. Und weil die Schwestern dies nur gemeinsam mit den Menschen tun können, sprach sie dafür ein „Vergelts Gott“ an die Gemeinde aus. Angesichts der Probleme der Welt gilt es, im Vertrauen auf den Heiligen Geist hineinzubeten, hineinzulieben und hineinzuhandeln. Die Sehnsucht, Gott und den Nächsten zu lieben, führt in ein Leben, das keinen Kummer mehr kennt. Kummer, Not und Schmerz müssen nicht den ersten Rang besetzen in unserem Leben, da ist Gottes Platz. Diese Zuversicht hat wohl auch zum Leitspruch der Steyler Missionarinnen geführt: Es lebe der heilige dreieinige Gott in unseren Herzen und in den Herzen aller Menschen.

Die anschließenden fünf Fürbitten wurden jeweils für einen Kontinent gesprochen, in dem die Schwestern missionarisch tätig waren. Schwester Christa Lucia zündete ein Licht für Afrika an, Sr. Reginadis, die 46 Jahre in Indonesien war , sprach die Fürbitte für Indonesien, Sr. Bertraud betete für die indigenen Völker, vor allem für diejenigen, die ihrer Rechte beraubt werden, Sr. Marianna bat um Bildung für die Menschen und Hilfe für die Flüchtlinge in Australien und Ozeanien, der Lektor der Kirchengemeinde betete für die Menschen in Europa.

Nach Indonesien fühlten sich die Gottesdienstbesucher versetzt, als indonesische Musik erklang und Schwester Gabriella Nahak und Frau Emmenlauer einen indonesischen Tanz zur Gabenbereitung tanzten. Sr. Hildegard Ossege und Sr. Regina-Michaela Pracht trugen die Gaben zum Altar.

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Sr. Hildegard fürs Mitfeiern und lud alle Besucher ein, am Nachmittag zum Erzählkaffee ins Dreifaltigkeitskloster zu kommen.

Zum Schlusssegen der Eucharistiefeier erklangen Worte in Malayah, einer Sprache, die in Südindien gesprochen wird und die Muttersprache Pater Josefs ist. Vom Geist des Missionssonntag angesteckt, war dies sein Beitrag zur Mission! Selbst die Kleinsten lauschten gebannt diesem wunderbar melodiös gesungenen Segen.

Viele Gottesdienstbesucher blieben zum Nachspiel der Gruppe Aufwind noch in der Kirche, die die Lieder des Gottesdienstes begleitet und alle in eine „frohe Stimmung“ gebracht hatten, wie Sr. Hildegard bei ihren Dankesworten unter anhaltendem Applaus betonte.

Erzählkaffee zum Weltmissionssonntag im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Zum Erzählkaffee am Nachmittag gab es fünf Erzählrunden, entsprechend den Kontinenten und Einsatzorten der Schwestern. Schwester Hedwig Fischer berichtete über die Philippinen. Dort gab es zum Jubiläum eine Aktion, 125 Motorboote für die Bevölkerung bauen zu lassen, damit diese zum Fischfang wieder aufs Meer fahren können. Sr. Gabriella Nahak hatte ebenfalls viele Fragen zur aktuellen Arbeit der Schwestern zu beantworten. Von Interesse waren aber auch Fragen über den Nachwuchs für die Ordensgemeinschaft. Sie ist sehr dankbar, dass Missionare nach Indonesien kamen und den Glauben vermittelt haben. Sr. Bernadette Dunkel, die sechs Jahre in Bolivien war erzählte über die Glaubensvermittlung als Missionarin. Australien und Ozeanien wurde von Sr. Marianna Bornschlägel vorgestellt. Die Arbeit der Schwestern begann 1899 in Papua Neu-Guinea . Viele Schwestern waren 40 bis 50 Jahre dort, verbunden in der Liebe zu den Menschen. Es geht bei der missionarischen Arbeit dort mehr um das Tun als um das Sprechen, mehr um das Hören und Sehen, weniger um das Sagen! Große Probleme sind die Flüchtlingsproblematik von Flüchtlingen aus Afrika, Frauenhandel, aber auch Bildungsprobleme.

Sr. Hyazintha berichtete eindrücklich von ihren Erfahrungen als junge Missionarin in Afrika und ihrer Arbeit als Krankenschwester und Hebamme. „Ein interessanter und bereichernder Bericht, Leben und Arbeit life“ wie eine Besucherin kommentierte.

Dass Mission auch in Deutschland geschieht, davon berichtete Sr. Hildegard Ossege. Armut, Zwangsprostitution, Abschiebehaft, an all diesen Orten wirken Steyler Missionarinnen. Ein Film darüber löste große Betroffenheit aus.

In der Kapelle hatte Sr. Christa-Lucia Reyhering eine meditative Kirchenführung vorbereitet. Sr. Annemarie Smaglinski führte interessierte Besucher durchs Kloster.

Der Tag endete mit der Vesper um 17:30 Uhr.

 

„Die einzige Sprache,  die jeder versteht, ist die Liebe“
Dreifaltigkeitskloster Laupheim feiert  ökumenisches Pfingstfest

Der Ort hätte besser nicht gewählt werden können für dieses Fest. Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprache haben sich am Pfingstmontag im Kloster getroffen und miteinander den Geburtstag der Kirche gefeiert! Schwestern aus Indonesien, Rumänien und natürlich Deutschland, aber auch Besucherinnen, deren Herkunftsland von Brasilien bis zu den Philippinen reichte, gaben dem Wirken des Geistes ein Gesicht.
Der Tag begann mit einem Mittagessen, zu dem jeder etwas mitbrachte, das dann geteilt wurde. Bei den anschließenden Angeboten fand der Bericht des Missionars auf Zeit, Felix Wruck, der ein Jahr in Bolivien mit Straßenkindern gearbeitet hat großes Interesse. Auch der Film über die Entstehung des Steyler Missionsordens mit Sr. Hildegard Ossege war gut besucht. Beim Pfingst-Mandala-Legen im Park mit Bildungsreferentin Gerlinde Wruck herrschte eine wunderbar kreative und konzentrierte Atmosphäre, sodass wahre Kunstwerke entstanden sind. Hanna Weber und Sr. Gabriella Nahak bastelten Feuerbälle, die im späteren Gottesdienst das Feuer symbolisch verbreiteten. Beim Glücksrad, in der Obhut von Sr. Marianna Bornschlägl, konnten schöne Preise, aber auch interessante Eindrücke über die Missionsarbeit gewonnen werden. Sr. Annemarie Smaglinski führte interessierte Besucher durch das Haus.
Im abschließenden Gottesdienst entzündete Sr. Lucia Reyering zu Beginn mit nur einem Streichholz ein Feuer. Marga Hess und Ute Weiß stellten den Ursprung des Pfingstfestes und die heutigen Pfingsterlebnisse nebeneinander. Beim anschließenden Austausch wurde deutlich, dass es viele Formen der Verständigung gibt. Wenn im Geiste Gottes gehandelt wird verstehen das alle Menschen. Sr. Mariana Bornschlägl zitierte Josef Freinademetz, einen der ersten Steyler Missionare: „Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Liebe“.
Zur Sendung zogen alle Gottesdienstbesucher singend ins Atrium zum Sendungsgebet. Wie staunten die Besucher, als bei der Bitte um das Herabkommen des Heiligen Geistes ein Rosenblütenmeer auf sie herabschwebte.
Am Ausgang bekam jeder Besucher noch eine Streichholzschachtel mit dem Motto des Pfingstfestes 2014  „Einer hat uns angesteckt“ mit  auf den Weg.

 

Tag des offenen Klosters in Laupheim

Bundesweit haben am vergangenen Samstag, dem 10.Mai  Klöster verschiedener Ordensgemeinschaft ihre Türen  für Gäste geöffnet.  Auch das Dreifaltigkeitskloster Laupheim  hat eingeladen und über 80 Menschen sind gekommen.  Der Tag begann mit einem Gottesdienst, bei dem der gute Hirte im Mittelpunkt stand.  Zum anschließenden Mittagessen kamen weitere Gäste dazu, sodaß der Saal gut gefüllt war.  Der Nachmittag stand  dann ganz unter dem Zeichen des Kennenlernens der Arbeit der Schwestern, der Geschichte des Steyler Missionswerkes, aber auch von Kapelle, Klostergebäude, Bibelpflanzenpark, Kräutergarten und Labyrinth.
Sr. Hildegard Ossege informierte über missionarische Einsätze der Steyler Missionarinnen in Deutschland.“ Das Interesse der Leute war sehr groß, die Gespräche über Armut in Deutschland intensiv und manches wurde durch eigene Erfahrungen bestätigt.
Sr. Reginadis Beuther und Sr. Clementine Kranz informierten über ihre Missionstätigkeit in Indonesien. Einige Zuhörer berichteten von eigenen Erfahrungen bei Urlaubsreisen nach Indonesien.
Sehr interessiert  verfolgten die Zuhörer auch den Bericht von Sr. Hyazintha Frick  über ihren Einsatz als Hebamme und Krankenschwester in Ghana, der über 30 Jahre ging. „Jede Missionarin, die in einem solchen Land arbeitet wird reich beschenkt, keine will die Erfahrung missen. Man lernt Freundlichkeit von den Menschen. Selbst in Armut finden sie ein Dankgebet zum Herrn.“  Auf die Frage eines Besuchers nach der Schulpflicht erklärte sie, daß es den armen Menschen in den Dörfern oft nicht möglich ist, das Schulgeld zu bezahlen.
Über die Anfänge des Steyler Missionswerkes, also der drei Ordensgemeinschaften,  informierte Sr. Regina-Michaela Pracht, die den Film „Es begann an der Maas“  zeigte.  Die Zuschauer bedankten sich für den guten Einblick in die Missionstätigkeit der Steyler Missionarinnen, den  ihnen der Film gab.
Eine Kirchenführung der besonderen Art erwartete die Besucher schon vor der Kapelle. Fußspuren am Boden – vom Gottesdienst am Morgen – zeigten den Weg in die Kapelle. Dort wiesen sie den Besuchern den Weg zu  Informationstafeln  an verschiedenen Stationen. Jeder konnte in seinem Rhythmus verweilen und  meditieren.  Sr. Christa Lucia ist es so gelungen  Information und Kontemplation zu verbinden, was viele Besucher dankbar annahmen.
Sr. Annemarie Smaglinski erwartete die Gäste zur Hausführung.  Viele Fragen hatte sie zu beantworten.  Immer wieder tauchte die Frage auf, weshalb manche Schwestern  keine Tracht anziehen und wie man so unterschiedlich zusammenleben kann. Aber auch die Unterschiede zu den franziskanischen Gemeinschaften interessierten sehr. Unterschiede zu früheren Zeiten  kamen zur Sprache, in denen viele Menschen eine große Distanz, bis hin zu Angst vor Klöstern und Ordensleuten hatten.  Umso größer die Freude heute über die Offenheit der Schwestern des  Dreifaltigkeitsklosters, sowohl räumlich als auch in der Zuwendung zu den Menschen in der täglichen Arbeit.
Freude war auch beim meditatven Tanz mit Sr. Gabriella Nahak zu spüren. Aus der ursprünglich geplanten Stunde wurden 75 Minuten. Die Tänzerinnen wollten alle 7 vorbereiteten Tänze kennenlernen und freuen sich schon jetzt auf den Beginn  von Sr. Gabriellas Angebot „Meditativer Tanz“ ab Oktober diesen Jahres.
Bei Führungen durch den Bibelpflanzenpark und Kräutergarten  mit Bildungsreferentin Gerlinde Wruck lernten die Besucher die 7 wichtigsten Pflanzen der Bibel kennen. Bibelstellen erschienen durch Informationen über Aussehen oder  Verwendung  der darin erwähnten Pflanzen  in neuem Licht.  Im Kräutergarten gab es viele Fragen rund um Wirkweise und Verwendung der Kräuter zu beantworten.  Am Labyrinth endete die Führung mit Erklärungen über Geschichte, Symbolik und Möglichkeiten der Begehung eines Labyrinthes.

Mit einer Andacht endete der Tag in der Kapelle.

 

Aschermittwoch für Frauen“
Oasentag im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

Gestaltung der Mitte des Raumes als Brunnen

Zum ersten Mal gab es dieses Jahr im Dreifaltigkeitskloster am Aschermittwoch die Gelegenheit für Frauen innezuhalten und auf sich selbst zu achten, bewusst in die Fastenzeit zu gehen. Der Tag stand unter dem Thema: „Laß spüren Deine Kraft!“ Neben der Teilnahme am ganzen Tag gab es auch die Möglichkeit nur vormittags zu kommen oder auch erst am Nachmittag einzusteigen. So waren die Gruppen vormittags und nachmittags ganz unterschiedlich zusammengesetzt!
Am Vormittag beschäftigten sich die Frauen zusammen mit Sr. Hildegard Ossege und Sr. Gabriella Nahak mit Sarai und Hagar. Es ging darum sich Gedanken über die eigenen Kraftquellen zu machen.
Anhand der Hagar-Erzählung in Genesis 16 wurde klar, dass Kraftquellen verloren gehen können und auch weshalb dies manchmal in unserem Leben geschieht. Aber die Botschaft Hagars ist, dass sie zurückgeht in ihr Leben, aus dem sie fliehen wollte, verändert und getröstet, weil Gott nach ihr schaut.
Der anschließende meditative Tanz unter Anleitung von Sr. Gabriella Nahak war eine Wohltat für alle Sinne.
Dann war es für die Teilnehmer des Vormittags auch schon Zeit sich zu verabschieden. Als Erinnerung an den Tag konnten sie sich ein Symbol für ihre Kraftquelle aus der Mitte mit nachhause nehmen.
Für die anderen Frauen gab es nun ein Fastenmittagessen und eine kleine Hausführung um mögliche Räume der Stille kennenzulernen.
Der Nachmittag begann mit neuen Teilnehmern und auch Sr. Dorothee Laufenberg kam neu hinzu. Sie lud die Teilnehmerinnen zu einer Fantasiereise zu ihrem größten Wunsch ein. Dahinter stehende Bedürfnisse wurden in einem Statuentheater von den Frauen in Gruppen dargestellt.
Nach einer Stärkung bei Kaffee und Fastenbrezel ging es um die Frage, wie ich meine Bedürfnisse leben kann. Damit dies im Alltag nicht verloren geht, gestalteten die Teilnehmerinnen ein Symbol dafür. Impulse für die kreative Umsetzung gab es von Gerlinde Wruck.
Zum Abschluss des Tages begingen die Teilnehmerinnen gemeinsam das Labyrinth um so noch einmal zu Ihrer Mitte zu kommen und auch das Erlebte nachklingen zu lassen.
Bei der anschließenden Messe blieben noch einige Frauen zur Erteilung des Aschekreuzes.

beim meditativen Tanzen

 

beim meditaiven Tanzen

 

Teilnehmerinnen beim Basteln

Geboren aus der Mitte des Schweigens“

Wie schon seit Jahren trafen sich vom 23. – 29. Dezember 2013 Gäste im Dreifaltigkeitskloster Laupheim um gemeinsam mit der Schwesterngemeinschaft Weihnachten zu feiern. Der Besuch der täglichen Gottesdienste bildete den Rahmen dieser Tage. Sehr berührend war der Einstieg mit Bildern von Sieger Köder zu Texten von Paul Weismantel über das Thema „Maria durch ein Dornwald ging“. Zum Abschluß der Meditation erhielten alle Weihnachtsgäste eine selbst hergestellte Rose aus Gingkoblättern.
Verschiedene Angebote wie meditatives Tanzen, Basteln, Märchen, Informationen über Deutschland, die Philippinen und Indonesien fanden großes Interesse, ebenso die musikalischen Darbietungen der Laupheimer Stadtkapelle, die gerne besucht und geschätzt wurden.
Dankbar und beglückt verabschiedeten sich die Gäste mit dem Zitat: „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten in Laupheim“.

Sr. Gabriella für die Gruppe Dornbusch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Mission heißt aufbrechen“
Feier der Ewigen Profeß von Sr. Mariana Bornschlägl SSpS

 

Messfeier der Ewigen Profess Sr. Mariana

„Mission heißt aufbrechen“
Feier der Ewigen Profeß von Sr. Mariana Bornschlägl SSpS

Ein Tag der Freude war der 3. Advent im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Angehörige, Verwandte und Freunde von Sr. Mariana Bornschlägl versammelten sich gemeinsam mit den Schwestern des Dreifaltigkeitsklosters und aus allen Teilen der deutschen Provinz, um mit Sr. Mariana ihre Ewige Profeß zu feiern. Und der 3. Advent ist ein Tag der Freude, denn „Priester dürfen ein rosa Meßgewand tragen und die Farbe des Osterfeuers überstrahlt alles“, so Pater Ralf Huning SVD, Provinzial der deutschen Provinz bei seiner Begrüßung. Zusammen mit Pfarrer Bucher aus Schwenningen, der Heimatgemeinde von Sr. Mariana, und Pfarrer Scheffold, dem Hausgeistlichen des Dreifaltigkeitsklosters, zelebrierte er die Messfeier. Am Beginn begrüßte Sr. Anna-Maria Kofler SSpS, Leiterin der Provinz, alle Gäste und erinnerte daran, dass Ewige Profeß „Ja-sagen“ heißt: „Ja, zur lebenslangen Bindung an Jesus Christus und unsere missionarischen Ordensgemeinschaft.“ Gott wird erfahrbar als der, der auch heute noch Menschen in die Nachfolge ruft und den Berufenen seine Treue zusagt.
Die Lesungen wurden von Sr. Dorothee Laufenberg und Sr. Hedwig Fischer vorgetragen. Pater Ralf Huning SVD ging in der anschließenden Predigt zunächst auf den Lebenslauf von Sr. Mariana ein. Vor 30 Jahren begann ihr Weg, als sie der Fokulare-Bewegung begegnete, vor zehn Jahren gab es erste Kontakte mit den Steyler Missionarinnen und das damals gegebene „ja“ hat sie nun bestätigt.
Im Evangelium verweist Jesus darauf, zu schauen, was Gott wachsen lässt. Für die Ewige Profeß heißt das: Die entscheidende Frage ist nicht, bin ich fromm genug, sondern, dass die Botschaft Geschundene und Arme froh macht und so auch in mein Leben das Frohe kommt.
Im Loslassen, im Gelübde den Weg zur Freiheit finden – das heißt: „Hier bin ich – bereit, alles zu empfangen“. Zum Schluss seiner Predigt zitierte Pater Ralf Huning noch ein Gedicht, das er vor einer Woche, anläßlich des Beginns des Jubiläumsjahres in Steyl verfasst hatte: „Lernen von den Ordensfrauen“. Darin geht es darum, nicht beim oberflächlichen Blick stehen zu bleiben, sondern von den Früchten zu lernen.
In der anschließdenden Gelübdefeier befragte Sr. Anna-Maria Kofler Sr. Mariana, ob sie aus ganzem Herzen und aus freiem Willlen bereit ist, sich an Gott und die Kongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes zu binden, was diese herzlich bejahte: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit!“ Nach der Allerheiligenlitanei wurde ihr eine brennende Kerze überreicht, die an ihre Taufe erinnerte . Im Anschluss an die Segnung erhielt sie den Professring.
Sr. Bernadette und Sr. Brigitta Jarzyna sprachen die Fürbitten. Aufhorchen und hinschauen ließen die Klänge eines indonesischen Tanzes zur Gabenbereitung, der von Sr.Gabriella und Sr. Kori Siki getanzt wurde.
Bei der abschließenden Sendung zitierte Sr. Anna-Maria Dom Helder Camara: „Dom Helder Camara sagt: „Mission heißt aufbrechen, sich auf den Weg machen, alles lassen. Heißt aus sich herausgehen, ausbrechen aus der Schale des Egoismus, die uns im „Ich“ gefangen hält.
Mission heißt aufhören, sich um sich selbst zu drehen, als wären wir der Mittelpunkt der Welt und des Lebens.
Mission heißt sich nicht einschließen lassen von den Problemen unserer eigenen kleinen Welt. Die Menschheit ist viel größer.
Mission heißt immer, sich auf den Weg machen, aber nicht immer Kilometer ablaufen.
Mission heißt vor allem, sich anderen öffnen, sie als Brüder und Schwestern entdecken und ihnen begegnen.
Und wenn es nötig ist, Meere zu durchqueren und durch die Luft zu fliegen, um sie zu finden und zu lieben, dann heißt Mission, sich auf den Weg machen bis an die Enden der Erde.“
Sr. Marianas Sendung geht in die deutsche Provinz, ins Dreifaltigkeitskloster nach Laupheim, was die Anwesenden mit Applaus bedachten. Sr. Mariana stimmte mit einem Lächeln zu. Sie dankte in ihrem Schlußwort den Anwesenden, Priestern, Sr. Anna-Maria, die sie die letzten beiden Wochen intensiv begleitet hatte, den beiden „Ministrantinnen Sr. Bettina Rupp und Sr. Hyazintha Frick, sowie allen Schwestern die in irgendeiner Weise geholfen hatten, auch denjenigen, die nicht kommen konnten. Ein weiterer Dank ging an den Chor der Schwestern des „Brennpunkts“, einer Gruppe von Steyler Missionarinnen, die sich zweimal im Jahr trifft, um sich gegenseitig auf dem Weg zu unterstützen und die den Gottesdienst musikalisch sehr bereicherten.
Nach dem Gottesdienst war Sr. Mariana umringt von Gratulantinnen und Gratulanten, von denen viele auch zum anschließenden Mittagessen und Nachmittagsprogramm blieben, das von den Schwestern des „Brennpunkts“ gestaltet wurde.
Und so macht Sr. Mariana nach verschiedenen Stationen von Aachen bis Australien nun in Laupheim Station, wo vielfältige Aufgaben auf sie warten!

 

Shanti – Gott ist Friede

Christliche Yoga-Meditation mit Pater Carlo Gilbert

Was hat Yoga mit dem Christentum zu tun? Die Antwort darauf gab Pater Gilbert Carlo SVD am Donnerstagabend, den 28.11. im Dreifaltigkeitskloster. Über 40 Frauen und Männer waren gekommen zu einer Einführung in die christliche Yoga-Meditation. Eindrucksvoll verband Pater Gilbert mit wenigen Worten Yogaübungen mit Sätzen aus der Bibel: „Wenn ich beim Yoga Atemübungen mache, meditiere ich in meinem tiefsten Inneren „In ihm lebe ich“. Wenn ich irgendeine Übung mache, spüre ich die Bewegung meines Leibes und erkenne „In ihm bewege ich mich“, wenn ich mich entspanne und still werde, „In ihm bin ich“. Auf diese Weise kann Jesu Gegenwart im Leben erfahren werden.
Und daß dies keine leeren Worte sind, konnte man an diesem Abend spüren, denn Pater Gilbert, der seit über 30 Jahren die christliche Yoga-Meditation praktiziert, strahlte eine tiefe Frömmigkeit und Lebensfreude aus. Und so war es nicht verwunderlich, daß er nicht nur den Geist, sondern auch den Körper stärken wollte und praktische Anregungen aus dem Ayurveda für eine gesunde Lebensführung gab. Zum Abschluß segnete er jede Teilnehmerin persönlich. Im Anschluß gab es noch Gelegenheit zum Austausch, die gerne wahrgenommen wurde.
Und weil der Abend so wohltuend für Leib und Seele war, steht der Termin für 2014 schon fest: Pater Gilbert kommt am 27.November wieder nach Laupheim!

Linktipp: Der Klosterküchen-Film ist fertig und HIER zu erreichen!

 

Marien-Kräuterfest im Dreifaltigkeitskloster Laupheim

 

Wissenswertes über Maria an der Grotte

Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag das erste Marien-Kräuterfest im Garten des Dreifaltigkeitskloster statt. Eingeladen hatten die Steyler Missionsschwestern. Unter Leitung von Sr.Bernadette Dunkel und Bildungsreferentin Gerlinde Wruck gestalteten Sr. Hedwig, Sr. Annemarie Smaglinski und Frauen des „Freundeskreises Kräutergarten“, die sich regelmäßig zur Arbeit im Kräutergarten treffen, den Tag. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Freien herrschte an verschiedenen Plätzen im Garten fröhliches Treiben beim Gestalten von Kräuter-Heuherzen als Dekorationsobjekt oder beim Bemalen und Füllen von Kräuterkissen. Ebenso konnten duftende Öle hergestellt werden. Über die Bedeutung Marias konnte man sich bei der Mariengrotte im Garten informieren lassen. Kräutermärchen sowie Führungen durch den Bibelpflanzenpark und Kräutergarten waren weitere gefragte Angebote.
Immer wieder zog es die Besucher zur Tombola, um einen der begehrten Preise aus der Kräuterwelt zu gewinnen: Kräuterpflanzen, Kräutertees, Rosenkekse und Kräutersalz wurden zu echten Rennern.
Höhepunkt des Nachmittags war dann das Binden des Kräuterbüschels, nach einer Einführung in die Geschichte des Bindens und die Bedeutung der Kräuter, die in ein Kräuterbüschel gehören. Die Besucherinnen und Besucher konnten aus einer Vielzahl von Kräutern aus dem Klostergarten auswählen. So entstanden wunderschöne Kräuterbüschel, bei dem keines dem anderen glich!
Beim abschließenden Wortgottesdienst wurden die Sträuße dann von Pfarrer Schmaus geweiht.
Der Erlös des Festes ist für die Mission in Moldawien bestimmt, die vielen Menschen in Laupheim bekannt ist durch Sr. Lioba Brand, die in ihren Rundbriefen regelmäßig über ihre Arbeit dort berichtet.
Und so waren sich alle am Ende des Festes einig, nächstes Jahr feiern wir wieder!
Gerlinde Wruck

Bemalen und Befüllen von Kräutersäckchen

Hören von Kräutermärchen

 

Führung durch den Kräutergarten

Binden der Kräuterbüschel

Mit Gott auf dem Weg zu den Menschen”

Am Sonntag, haben Sr. Vianella Bolz, Sr. Antonilda Löhle, Sr. Anna Barbara Geiger, Sr. Waldemaris Rössle, Sr. Cordialis Gebele und Sr. Theresia Eberhard im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim in einem Festgottesdienst ihre Goldprofeß gefeiert, Sr. Adelaida Murlowska feierte 25 Jahre Ordensleben. Der Gottesdienst wurde von Dekan Schänzl aus Ochsenhausen geleitet, viele Verwandte, Freunde und Mitschwestern waren anwesend.
Die Jüngste, Sr. Adelaida, legte 1988 in Ratibor ihre Erstprofeß ab. In Ulm lernte sie 1994 auf einer Sprachschule deutsch um dann für sieben Jahre im Krankenhaus in Laupheim als Krankenschwester zu arbeiten. Eine prägende Zeit waren die nun folgenden Jahre als Krankenschwester auf einer 1. Hilfe Station im armen Norden Ghanas, die sie mitleitete. Neben der Erstversorgung bei tropischen Krankheiten, Schlangenbissen und ähnlichem gab es auch Projekte zu Aids und Aids-Prävention.
Mit Dankbarkeit blickt sie auf diese Zeit zurück. Heute lebt sie in Bötzingen und arbeitet mit Menschen mit Behinderungen. „Das Schöne ist, daß in jeder Situation etwas Lebendiges wächst“ sagt sie und stellt sich weiterhin bereit „für Gott, und wo wir gebraucht werden da zu sein“.
Auf weitere 25 Jahre Ordensleben blicken die Schwestern zurück, die 1963 in Oberdischingen ihre Erstprofeß abgelegt haben. Zum ersten Mal nach 50 Jahren feiern alle gemeinsam wieder ein Fest. So war auch die Freude zu spüren, diesen Tag gemeinsam erleben zu dürfen.
Ihre Wege trennten sich bereits kurz nach dem Ablegen der ersten Gelübde. Sr. Vianella erhielt Missionsbestimmung für Argentinien, wo sie 49 Jahre lebte und wohin sie nach einem Sabbatjahr in Deutschland auch wieder zurückkehrt. Sie arbeitete dort mit Kindern und Jugendlichen, zunächst im Kindergarten, nach dem Studium der Religionswissenschaften im Schuldienst, daran anschließend übernahm sie Leitungsfunktionen in Schule und Verwaltung. Von 1996 bis 2003 war sie Privatsekretärin der Generaloberin der Steyler Missionsschwestern.
Schwester Antonilda ist manchen Laupheimern vielleicht noch von ihrer Arbeit im Krankenhaus bekannt, wo sie 3 Jahre, bis zu ihrer Ausreise 1968 nach Flores/ Indonesien arbeitete. Neben der praktischen Hilfe im Missionskrankenhaus in Lela bildete sie dort auch Schülerinnen an der Krankenpflege- und Hebammenschule aus. „Wir hatten oft mehr Schüler als Patienten“! 1976 baute sie in dem 1400m hoch gelegenen Mataloko einen Gesundheitsdienst auf und arbeitete an einem Programm für natürliche Geburtenregelung mit, um die Bevölkerung vor staatlichen Zwangsmaßnahmen zur Geburtenregelung zu schützen. 2008 kehrte sie nach Oberdischingen zurück, wo sie Im Pflegeheim St. Hildegard begleitende Dienste übernimmt. Dort lebt seit 2008 ebenfalls Sr. Anna Barbara Geiger, auch sie in Laupheim keine Unbekannte. Am Anfang ihres Ordenslebens absolvierte sie in Paderborn eine Ausbildung zur Wirtschafterin, war ein Jahr als Diätassistentin in Würzburg, um dann 12 Jahre im Krankenhaus in Laupheim als Diätassistentin zu arbeiten. Weitere Stationen als Wirtschafterin führten sie zu den Steyler Missionaren in Blönried und nach Eriskirch-Moos. In Oberdischingen ist ihr die Sterbebegleitung ein großes Anliegen.
Die dritte Rückkehrerin in Oberdischingen ist Sr. Cordialis, die das dortige Alten- und Pflegeheim von 1989 bis 1995 leitete. Doch zunächst erteilte sie nach ihrer Ausbildung in Steyl und Wimbern von 1969 bis 1974 als Gemeindereferentin in Erbach und Umgebung Religionsunterricht. Aus gesundheitlichen Gründen übernahm sie dann 15 Jahre lang die Leitung der Freizeiten für ältere Menschen im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim. Die letzte Station im St.Theresienheim Moos war geprägt von der Mitarbeit in der Hauswirtschaft, Rezeption und Pfarrei Langenargen.
Der erste Einsatzort von Sr. Waldemaris war in der Generalprokur der Steyler Missionsschwestern in Rom. Daran anschließend war sie 5 Jahre in der Missionsprokur in Laupheim tätig, der Kontaktstelle für die aus Süddeutschland ausgereisten Schwestern und Menschen, die die Mission unterstützen möchten.
Nach Arbeit in der Verwaltung in einem Altenpflegeheim in Schänis, im Kanton St. Gallen und erneuter Tätigkeit in Rom als Sekretärin in der Zentrale der Steyler Missionsschwestern kehrte sie 1989 nach Laupheim zurück, wo sie bis heute das Missionsbüro leitet. In dieser Zeit unternahm sie auch zwei Reisen nach Sibirien und Südamerika um einen Blick für die Realität in den dortigen Ländern zu bekommen.
Sr. Theresia Eberhard war in Schänis im Kanton St. Gallen 1984 die Nachfolgerin von Sr. Waldemaris im Pflegeheim Kreuzstift. Zugleich war sie Katechetin in der Gemeinde. Sie war damit an ihren Ausbildungsort als Kindergärtnerin zurückgekehrt, wo sie bis 1972 Kindergärtnerin war. Dazwischen unterstützte sie die Steyler Missionare im Vertrieb der Zeitschrift „Stadt Gottes“. Seit 2002 arbeitet sie in der Verwaltung des St. Theresienheimes in Moos, seit 2013 als Mitarbeiterin der St. Elisabeth Stiftung.

Im Rückblick sehen die Schwestern ihre Aufgabe vor allem darin, Anfänge zu wagen, die Katechese und Sozialarbeit aufzubauen, aber auch weiterzuziehen, loszulassen und die Menschen in den Gemeinden für diese Arbeiten vorzubereiten. Und auch wenn weniger Schwestern eintreten hat sich daran nichts geändert. Die großen Häuser werden aufgegeben. Heute gehen die Schwestern, wie es auch Papst Franziskus sagt, zu den Leuten, um die Not zu sehen und auf aktuelle Bedürfnisse zu reagieren.
Und alle Schwestern können nach diesen 50 Jahren Ordensleben sagen: „Es war ein schönes erfülltes Leben“. Persönlich erlebte jede einen Weg der Wandlung und Reifung näher zu Gott und den Menschen. Sie haben die Liebe und Treue Gottes ein Leben lang erfahren und dadurch die Kraft bekommen für ein Leben mit Gott und den Menschen. Die Kraft kam von ihm.

Die sieben Jubilarinnen im Klostergarten

Ausstellung “Glaubenszeugen”

Die vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio Aachen organisierte Ausstellung „Glaubenszeugen“ porträtiert zwölf außergewöhnliche missionarische Frauen und Männer aus Gegenwart und Geschichte. Sie wurde am Sonntag, den 2. Juni 2013 mit einem Frühgottesdienst im Dreifaltigkeitskloster Laupheim, Albert-Magg-Straße 5 eröffnet und endet am 16. Juni. Die Ausstellung kann täglich im Dreifaltigkeitskloster von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Neben heutigen Glaubenszeugen, wie Erzbischof Ignatius Kaigama aus Nigeria, der immer wieder im Konflikt zwischen Muslims und Christen vermittelt, der Sängerin Patricia Kelly oder Schwester Rafaela Händler, die Mutmacher in der Aidspastoral in Tansania ist, können sich die Besucher in der Ausstellung auch über exemplarische Christen wie Mutter Teresa oder Papst Johannes Paul II. informieren.

Feuer zu werfen, kam ich auf die Erde“

Seit einigen Jahren treffen sich Frauen und Männer jeden Alters aus Laupheim und Umgebung im Dreifaltigkeitskloster, um die alte Tradition der Pfingstvigil wiederaufleben zu lassen. Vigil bedeutet „Nachtwache“, man versammelt sich, um im Gebet und im Lesen biblischer Texte das Kommen des Heiligen Geistes zu erwarten.
Die Vigil in diesem Jahr, zu der sich cirka 30 Teilnehmende versammelten, begann am Pfingstsamstagabend mit dem Einsingen der Lieder durch die Gruppe „Aufwind“ aus Bußmannshausen, die mit Keyboard, Gitarre und Gesang begeistern konnte. Nach der Begrüßung durch Sr. Bernadette Dunkel leitete Ilga Arens ins Thema ein. Dass der Geist in Bewegung versetzt, das konnte jeder bei einem Tanz am eigenen Leib erfahren. Dann machte sich die Gruppe auf den Weg zum Teich auf dem Klostergelände. Im Angesicht einer Kerze am Wasser erinnerte Sr. Christa Lucia Reyering auf die Bedeutung der Taufe für den Glauben. Weiter ging der Weg zum Labyrinth als Symbol für den eigenen Glaubensweg. In der Mitte angekommen wies Gerlinde Wruck in einem Impuls darauf hin, dass der Weg aus der Mitte der Weg der Entscheidung zu Glaube, Demut und Liebe ist. Schweigend ging es nun in den Saal des Klosters, wo Sr. Bernadette Dunkel die Glaubenden einlud, sich gegenseitig zu salben und zu senden.
Mit einem gemütlichen Abschluss im Atrium des Klosters bei Kräutertee und Gebäck endete die Vigil.

3. Station – Entscheidung im Labyrinth

2. Station am Teich – Erinnerung an die Taufe

 

Gruppe “Aufwind” beim Einsingen der Lieder

Die Taufkerze am Teich

4. Station im Saal – die Sendung

Lichter im Labyrinth

Artikel aus der Schwäbischen Zeitung Laupheim vom 25.09.2012

Ich war als Krankenschwester in den Bergen unterwegs“

Schwester Bernadette Schegg hat ihren 90. Geburtstag im Dreifaltigkeitskloster gefeiert


Schwester Bernadette (rechts) hat ihren 90. Geburtstag mit ihrer leiblichen Schwester Ermenfriede im Laupheimer Kloster gefeiert. (Foto: Patricia Geiger)

 

 

 

Von Patricia Geiger

LAUPHEIM „Ich wollte in Argentinien in einem Krankenhaus arbeiten und so den Armen helfen“, sagt Schwester Bernadette, die am vergangenen Wochenende ihren 90. Geburtstag im Laupheimer Dreifaltigkeitskloster gefeiert hat. Geboren wurde sie am 22. September 1922 als Agatha Schegg in Oberriet in der Schweiz. Sie war die Älteste von zwölf Geschwistern, hatte sechs jüngere Brüder und fünf Schwestern. Im Alter von nicht ganz 15 Jahren wanderte Schwester Bernadette 1937 mit ihrer Familie zusammen nach Argentinien aus. „Es waren die schlechten Jahre“, erinnert sie sich. 1942 trat sie in Missiones im Norden Argentiniens in den Orden der Steyler Schwestern ein, wo sie nach ihrer ewigen Profess die Krankenpflege erlernte. Doch das Vorhaben, als Krankenschwester den Bedürftigen in Argentinien zu helfen, konnte sie nach ihrer Ausbildung nur einige Jahre lange in die Tat umsetzen.

1952 bekam sie die Order, zurück in die Schweiz zu gehen. Doch Schwester Bernadette erfuhr als letzte davon. „Im Kloster haben alle darüber geredet und mich gefragt, ob ich gerne in die Schweiz gehe. Und ich wusste nicht, wovon sie eigentlich sprechen“, erinnert sie sich lachend. Den Jahreswechsel 1951/52 verbrachte sie auf dem Weg in die Schweiz. „Ich habe das Jahr auf dem Schiff angefangen“, berichtet sie.

Ihre drei Jahre jüngere Schwester, die seit ihrem Eintritt ins Kloster Ermenfriede heißt, ist ebenfalls Steyler Missionarin und war zum Zeitpunkt von Schwester Bernadettes Rückkehr ebenfalls wieder in der Schweizer Heimat. Sie war im Kloster in Schänis als Köchin tätig. „Als Bernadette schon einige Jahre länger im Kloster war als ich, war ich ihr immer nicht fromm genug“, erzählt Schwester Ermenfriede schmunzelnd.

Schwester Bernadette wurde von 1952 bis 1958 in Quarten am Wallensee eingesetzt. „Ich war als Krankenschwester auch in den kleinen Gemeinden in den Bergen unterwegs“, erzählt sie. Die Wege legte sie oftmals zu Fuß zurück, wofür sie vor allem im Frühling dankbar war. „Die ganze Natur zu sehen, das war eine Wonne“, sagt sie. Die Umgebung habe ihr auch geholfen, die Umstände ihrer Versetzung schnell wieder zu vergessen. In den Jahren in Quarten lernte sie auch das Autofahren, doch viele Wege in den Bergen konnte sie mit dem Auto nicht bewältigen. Außerdem war sie während der Zeit in Quarten auch eine Weile in Rom im ordenseigenen Krankenhaus der Steyler Schwestern tätig.

Im Jahr 1958 führte ihr Weg sie dann nach Schänis, wo sie bis 1979 ebenfalls in der Krankenpflege und an der Pforte tätig war. Danach war Schwester Bernadette neun Jahre lang erneut in Rom tätig, diesmal jedoch im Generalat des Ordens. 1988 kam sie dann in das Sankt Theresienheim in Eriskirch-Moos am Bodensee, wo sie nicht mehr in der Krankenpflege arbeitete, sondern Pfortendienste übernahm oder im Speisesaal arbeitete. Seit Mai 2011 lebt Schwester Bernadette nun im Laupheimer Dreifaltigkeitskloster, wo sie nach den gemeinsamen Jahren in Schänis wieder mit ihrer leiblichen Schwester zusammentraf und mit der sie nun ihren 90. Geburtstag feierte. Einige ihrer Geschwister leben mit ihren Familien in Argentinien, konnten jedoch zu Schwester Bernadettes Ehrentag nicht anreisen.

(Erschienen: 24.09.2012 19:45)

 

Artikel aus der Schwäbischen Zeitung Laupheim vom 31.08.2012

“Alles hat seine Zeit“

Die Kurzzeitpflege im Laupheimer Dreifaltigkeitskloster wird nach 13 Jahren beendet

Betreuerinnen und Betreute beendeten die Kurzzeitpflege im Dreifaltigkeitskloster. Hinten von links Schwester Rosa Maria Kinscher, Ursula Moll, Schwester Hyazintha Frick; vorne von links: Ottilie Seitz, Waltraud Kling, Hildegard Walcher. (Foto: Patricia Geiger)

 

 

Von Patricia Geiger

LAUPHEIM –  Das Kapitel Kurzzeitpflege im Laupheimer Dreifaltigkeitskloster ist am Freitag beendet worden. „Wir haben aber trotz einem weinenden Auge auch etwas zu feiern“, sagte Schwester Charlotte Irmler, Oberin der Steyler Missionsschwestern, bei der Abschlussfeier. Diese stand unter dem Motto „Alles hat seine Zeit”.

Ihre Einladung zum Kaffee verband Schwester Charlotte mit einem Dank an Gott: „Denn Kaffee ist dein Herzschrittmacher. Amen“, sprach sie und sorgte damit für das eine oder andere Lächeln auf den Gesichtern der rund 50 Gäste, auch wenn die Angehörigen der Kurzzeitbewohner das Ende der Pflege sehr bedauern.

Sieben Pflegeplätze haben die Steyler Missionsschwestern seit dem 1. Februar 1999 angeboten. Zuvor waren die Schwestern auch schon in der Kurzzeitpflege aktiv: In Kooperation mit der Sozialstation Schwendi hatten sie regelmäßig für mehrere Wochen eine Kurzzeitpflege angeboten. „Die Anfragen, alte und kranke Menschen aufzunehmen, deren Angehörige Urlaub brauchten oder die aus dem Krankenhaus entlassen auf einen Pflegeplatz warteten, wurden häufiger und dringender“, berichtete Schwester Regina Michaela Pracht. Daraufhin wurden die dauerhaften Kurzzeit- beziehungsweise Tagespflegeplätze im Kloster eingerichtet.

In der Anfangsphase war Schwester Almata Deppler, examinierte Krankenschwester, Oberin im Dreifaltigkeitskloster und hauptverantwortlich für die Kurzzeitpflege. Sie wurde in der Leitung der Pflege 2003 von Schwester Rosa Maria Kinscher abgelöst, auf die im November des vergangenen Jahres Ursula Moll als Bereichsleiterin folgte.

„Dies ist ein denkwürdiger Tag für uns im Dreifaltigkeitskloster und sicher auch für Sie. Unser Kurzzeitangebot wird mit dem heutigen Tag beendet, das stimmt wehmütig“, sagte Schwester Regina Michaela, als sie den anwesenden Kurzzeitbewohnern und ihren Angehörigen einen Überblick über die Entwicklungen der vergangenen 13 Jahre gab. Sie hielt die Zuhörer dazu an, positiv in die Zukunft zu sehen, und zitierte den früheren Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld: „Dem Vergangenen: Dank, dem Kommenden: Ja.“

Grund für den Wegfall der sieben Kurzzeitpflegeplätze ist zum einen der Eigenbedarf der Steyler Schwestern: Aus einem Haus, das an eine andere Trägerschaft weitergegeben wird, ziehen einige Mitschwestern nach Laupheim um. Des Weiteren hat der Orden das Problem, dass keine jüngeren Mitschwestern in der Kurzzeitpflege nachrücken. „Wir können nicht nachrüsten“, erklärte Schwester Regina Michaela.

Der Wunsch, dass für die Kurzzeitbewohner schnell neue Plätze gefunden werden können, schlug sich auch in den Fürpbitten nieder. Mit gemeinsamen Liedern und Gebeten ging die Kurzzeitpflege im Dreifaltigkeitskloster zu Ende. „Jetzt ist es an der Zeit, weiterzugehen“, sagte Schwester Rosa Maria Kinscher.

 

(Erschienen: 31.08.2012 23:45)