Trigger
13.07.2019

Gladys Aylward – Chinamissionarin mit beeindruckendem Gottvertrauen und Tatkraft

Viele Schwestern und einige Frauen von außerhalb sind zur vierteljährlichen Reihe „Mittwochs für Frauen“, diesmal über Gladys Aylward, ins Dreifaltigkeitskloster Laupheim gekommen. Ilga Ahrens, Mitglied der Lebensgemeinschaft der Steyler Missionarinnen zog die Anwesenden mit ihrem fundierten, reflektierten und spannenden Vortrag in ihren Bann.

Sie spannte den Bogen vom eigenen Missionsverständnis über die Biografie von Gladys Alward hin zu einem möglichen Missionsverständnis heute. Auf die Frage am Beginn ihres Vortrags, wann die Zuhörerinnen zum ersten Mal mit dem Missionsbegriff in Berührung kamen, waren die Reaktionen zunächst verhalten. Ein Schmunzeln der  Zustimmung ging durch den Raum, als Ilga Ahrens ihre ersten kindlichen Erfahrungen mit dem Missionsbegriff bei der Lektüre von „Helden und Heilige“ vorstellte.

Die Überleitung zur Biografie von Gladys Aylward ergab sich wie von selbst, da diese  ähnlich unbedarft ihre Reise nach China antrat. Von offizieller Seite abgelehnt, weil nicht intelligent genug, verlor sie nie das Gottvertrauen, dass ihre Mission gelänge, wenn Gott es wollte. Ihre Mission war von diesem Gottvertrauen in allen Lebenslagen und ihrer praktischen und emotionalen Intelligenz durchzogen. Ihre  Flucht mit 100 Waisenkindern im Chinesisch-Japanischen Krieg machte sie weltberühmt und zu einer der in Buch und Film meistveröffentlichten Missionarinnen. 

Wie von selbst ergab sich die abschließende Reflexion über das Missionsverständnis heute, anhand der medialen Darstellung von Gladys Aylward. Wie transportieren wir das, was wir tun?  Ist die weitgehend emotionslose Darstellung gerechtfertigt oder dürfen wir auch Heiligengeschichten erzählen die das  Herz anrühren?  Im abschließenden Resümee fasste Ilga Ahrens das Gesagte nochmal zusammen indem sie darauf hinwies, dass Gladys Aylward sicher nicht unserem Missionsverständnis entspricht. Die Bibel zu inkulturieren wäre nicht ihr Fall gewesen. Auch ihre Selbstdisziplin, die zu einer gewissen Härte führte ist in manchen Situationen zu hinterfragen. Trotzdem ist ihr Bibel- und Gottvertrauen beeindruckend.

Ein stimmiger Abschluss des Abends war das gemeinsam gesungene Ave Maria aus China, das Ilga Ahrens wunderschön einfühlsam auf der Flöte begleitete. Die Reihe wird im September mit Sr. Theresia Messner SSpS und ihrem Missionsverständnis fortgesetzt.

Text und Foto: Gerlinde Wruck