Trigger

„SZ öffnet Türen“ im Kloster Laupheim

Über den Weltgeist staunen

„SZ öffnet Türen“: Einblick ins Kloster der Steyler Missionsschwestern in Laupheim

Laupheim (ksc) - Nicht wenige Menschen kennen das Laupheimer Dreifaltigkeitskloster der Steyler Missionsschwestern aus der Ferne. Doch wer ist schon so neugierig und schaut sich das ganze Haus und den großzügigen Garten unterhalb des Parks Höhenanlage an? Das machten Leser der „Schwäbischen Zeitung“. Sie wollten wissen, wie es bei den Missionsschwestern aussieht und was alltäglich hinter den Pforten des Klosters passiert.

Bei der Aktion „SZ öffnet Türen“ kamen am gestrigen Mittwochnachmittag 23 Besucher und nahmen Einblick in eine Welt, die sonst zahlreichen Menschen verborgen bleibt. Schließlich gibt es nur wenige Standorte der Steyler Missionsschwestern im deutschsprachigen Raum. Hier leben nicht nur pensionierte Missionarinnen, sondern der Ort dient auch als Tagungs- und Veranstaltungszentrum für Unternehmen oder Privatpersonen. „Wir haben auch Gästezimmer im obersten Stockwerk für diejenigen, die hier einige Tage wohnen wollen“, sagte Gerlinde Wruck, Bildungsreferentin der Missionsschwestern. „Dort oben kann man bei guter Sicht bis nach Ulm sehen.“

Zunächst nahm die Leiterin der Klostergemeinschaft, Schwester Hildegard, die Besucher herzlich in Empfang und erklärte kurz die Geschichte der Dienerinnen des Heiligen Geistes und verdeutlichte, wie sehr sie zugleich vom Weltgeist getragen sind: Indonesien, Togo, Papua-Neuguinea und Taiwan, sind nur einige der Dutzenden Regionen weltweit, an denen Steyler Schwestern unterrichten, arbeiten oder Menschen ausbilden. Ein Großteil der Bewohnerinnen der derzeit 55-köpfigen Schwesternschaft in Laupheim war international tätig. Nun haben sie am Laupheimer Standort ihren Ruhesitz gefunden.

Als die SZ-Leser gerade im Treppenhaus des Klosters standen, schwebte Schwester Mara die Stufen in ihrem blauen Ordenskleid herunter. Sie lebt erst seit Kurzem hier und war zuvor rund 50 Jahre in einem Bergdorf in Taiwan und begrüßt die Gäste auf Taiwanisch. Wenig später saßen die SZ-Leser in einem hellen Speisesaal des Gebäudes an der Laupheimer Albert-Magg Straße, dessen Grundstein 1965 gelegt worden war, und nippten schmackhafte Limo aus Kräutern des klostereigenen Gartens. Dort unterhalten sich die Teilnehmer angeregt, an den Wänden stehen Vitrinen gefüllt mit Artefakten aus der ganzen Welt – Erinnerungen eines bewegten Lebens in der Mission.

Doch die Gäste interessierten sich auch für die Häppchen am kleinen Büffet, die mit hausgemachten Kräuterpasten bestrichen waren. Die dafür verwerteten Heilpflanzen wuchsen auf dem weitläufigen Parkgelände der Schwesternschaft. Dort entdeckten die SZ-Leser am Ende der Tour sowohl die Kräutergärten mit den Heilpflanzen der Hildegard von Bingen als auch den Bibelpflanzenpark, der eine Vielzahl der Gewächse beherbergt, die in der Bibel erwähnt werden. „Das ist nach unserem Verständnis eine Form der Mission“, sagte Gerlinde Wruck.

Staunende und lächelnde Gesichter bei den Teilnehmern der Aktion „SZ öffnet Türen“. SZ-Leserin Simone Kiesle-Dietz sagt: „Die Schwestern des Klosters waren meine Ausbilderinnen während meiner Lehrzeit im Krankenhaus Laupheim. Deshalb war ich sehr interessiert, wie sie hier in Laupheim leben.“ Und Hans Schadel aus Achstetten erzählt davon, dass seine Schwiegermutter von den hiesigen Schwestern einst gepflegt wurde. „Heute wollte ich unbedingt wissen, was die Steyler Missionsschwestern weltweit machen und was sich in diesem Gebäude in Laupheim befindet.“